Die Tierschutzorganisation PETA veröffentlichte Videos, die im Rahmen der Hunde-Zirkusshow im Europa-Park aufgenommen wurden. Zu sehen sei ein Hunde-Dompteur, der die Tiere mit einem Seil geschlagen habe, sowie sichtbar eingeschüchterte Tiere. Der Europa-Park reagierte sofort und die Show wurde aus dem Programm gestrichen. Jetzt meldet sich erstmals der Dompteur zu diesen schwerwiegenden Vorwürfen.

Am Mittwoch (17. Dezember) veröffentlichte PETA das Videomaterial, das ihnen zugespielt worden war. Der Hunde-Dompteur sei in diesen Videos zu sehen und Hunde, die, wie es PETA vorwirft, „geschlagen, misshandelt und eingeschüchtert“ wurden. Die Szenen sind offenbar im Backstagebereich der Hundeshow im Europa-Park entstanden.

Europa Park: „Der Umgang mit den Tieren macht uns sehr betroffen“

Die Tierschutzorganisation hat daraufhin Strafanzeige erstattet und fordert jetzt die Beschlagnahmung der Hunde durch das zuständige Veterinäramt im Ortenaukreis. Auch der Europa-Park hat sofort auf die Vorwürfe reagiert. Als Antwort auf die etlichen kritischen Kommentare auf Facebook schreibt der Freizeitpark: „Der Umgang mit den Tieren macht uns sehr betroffen und steht im klaren Widerspruch zu den Werten des Europa-Park.“

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Weiterführend heißt es auf Facebook: „Wir haben direkt nach dem Bekanntwerden, bereits vor dem Hinweis durch eine Tierschutzorganisation, entschieden, die betreffende Darbietung eines externen Zirkuskünstlers umgehend aus dem Programm zu nehmen.“ Kai Hockenjos vom Landratsamt des Ortenaukreises berichtet, dass der Europa-Park bereits vor den Vorwürfen von PETA selbst das Veterinäramt eingeschaltet hat.

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Hunde-Dompteur klagt über Anschuldigungen

Am Dienstag (16. Dezember) hat das Veterinäramt daher im Europa-Park eine Untersuchung durchgeführt, wobei jedoch keine Verstöße festgestellt wurden. Jedoch erhielt das Amt am nächsten Tag etliche Hinweise und Videos, die einen möglichen tierschutzwidrigen Umgang zeigen. Auch das Amt hat nach der Sichtung des Materials Anzeige erstattet.

Am Freitag (19. Dezember) meldete sich dann erstmals der betroffene Hunde-Dompteur zu den gravierenden Vorwürfen – und wies diese entschieden zurück. Er erklärt auf Instagram, dass er in dem Moment, in dem das Video entstanden ist, körperlich eingreifen musste, um eine Beißerei zwischen den Hunden zu verhindern. Das veröffentlichte Video zeigt die Situation verkürzt. Ohne den entsprechenden Kontext entstehe ein falscher Eindruck.

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Jetzt fordert der Hunde-Dompteur, dass der Urheber das komplette Video veröffentlichen soll. Auch erklärt er, dass er für eine „sachliche Aufklärung“ zur Verfügung steht. Gegenüber der dpa berichtet er ebenfalls über die massiven Anfeindungen, denen er seit den Vorwürfen im Netz ausgesetzt ist. „Mein Leben ist ruiniert und ich traue mich nicht mehr auf die Straße“, sagt der Dompteur. Er habe sogar Angst, seine Kinder zur Schule zu schicken.