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Wut auf Abo-Modelle: Ein frustrierter Audi-Kunde rechnet knallhart mit den deutschen Premium-Marken ab. Mit seiner Meinung ist er nicht alleine.

München – Nur wenige Deutsche leben wohl gänzlich ohne ein Abo: Eine Zeitschrift, ein Streaming-Angebot oder Mobilfunk-Flatrate. Seit einigen Jahren haben auch Autohersteller das Abo-Modell für sich entdeckt: Functions-on-Demand lautet der Fachbegriff. Beispiel: Man kann sich gegen Gebühr für einen gewissen Zeitraum eine Sitzheizung freischalten. Aus Sicht der Autobauer natürlich lukrativ, doch bei vielen Kunden kommt das Abo-Modell alles andere als gut an, wie Umfragen zeigen. Nun hat ein Audi-Fahrer auf LinkedIn seiner Wut mit deutlichen Worten Luft gemacht – sein Post wurde im Reddit-Forum r/automobil heiß diskutiert.

Ein Audi A8 ALEin frustrierter Audi-Kunde hat auf Reddit eine Lawine von Kommentaren ausgelöst. (Symbolbild) © ZUMA Press Wire/Imago

Der Audi-Kunde regt sich darüber auf, dass er in seinem „angeblichen Premiumfahrzeug“ nach drei Jahren die Standheizungs-Fernsteuerung teuer wieder freischalten lassen muss. Sein Fazit, ganz offensichtlich an die deutschen Premium-Hersteller gerichtet: „Es tut weh, aber wenn ihr alle untergeht, dann waren es nicht die Chinesen. Das wart ihr selbst.“ Auf diesen Beitrag folgte eine Welle von mehr als 500 Kommentaren.

Abo-Modell als „Abschiedsgrund“: Kunde will zu neuer Marke wechseln

Überwiegend trifft der Post auf Zustimmung. „Ein A8 kostet locker 150 K. Die Menge an Missgunst, die man erntet, um dann nach drei Jahren 100 Euro im Jahr rauszuquetschen, kann es gar nicht wert sein“, schreibt ein Nutzer. Ähnlich beurteilt ein anderer User die Abo-Problematik: „Bei meinem Q4 ist das einer der Nägel, der dafür gesorgt hat, dass der nächste Pkw kein Audi-Neuwagen wird, nach mehr als zehn Audis, die ich neu gekauft habe.“

Abo-Modelle ernten Spott: „Ihre Lizenz für den Bremskraftverstärker ist leider abgelaufen…“

Allerdings melden sich nicht nur Audi-Fahrer. „Wir haben den neuen X5 6. 0M. Auf diversen Icons des absurd großen Bildschirms wird man freundlich aufgefordert, ein Abo abzuschließen“, schreibt ein BMW-Besitzer. „Wir reden von einem – laut Liste – 152.000 € teuren Fahrzeug.“ Viele Nutzer kommentieren die Abo-Modelle der Hersteller ironisch:

  • „Bei Audi und BMW fehlt nur noch, dass ich für die Nutzung der Fenster im Auto zahlen muss. Immer 2 Cent für hoch und runter.“
  • „Ihre Lizenz für den Bremskraftverstärker ist leider abgelaufen…“
  • „Nächste Woche läuft dann das Abo der Servolenkung ab.“

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Eine generelle Frage lautet: „Muss man seine Kunden ausquetschen wie eine Zitrone?“ Doch nicht alle sehen in den Abo-Modellen nur Abzocke: „Das Problem ist einfach, dass digitale Dienste kosten – und das nicht zu knapp“, schreibt ein User. Ein anderer stimmt zu: Lifetime-Lizenzmodelle funktionierten nicht: „Der Betrieb von Servern, das Gehalt von Personal (Systemadministratoren für die Server, Entwickler für die Software der Autos und Server) will gezahlt werden.“ Andere sehen im Ursprungs-Post ein reines Luxus-Problem: „Geil… sich ein Auto für 100k+ kaufen und dann über die Betriebskosten beschweren.“

Ein Skoda-Fahrer berichtet, dass er die abgelaufenen Dienste einfach nicht mehr nutzt – schließlich könne er über AppleCarPlay einfach die Funktionen seines Handys nutzen. Tatsächlich sind laut einer Studie die umfassenden Funktionen von Smartphones ein Grund, warum viele Autofahrer nicht für Abo-Dienste in ihrem Fahrzeug zahlen wollen. Manche bleiben der „neuen Welt“ aber lieber generell fern, wie ein BMW-Fahrer berichtet. Er wolle seinen 13 Jahre alten 5er fahren, bis er „auseinanderfällt“. Denn: „Demnächst musst du wahrscheinlich erstmal die Kreditkarte durchziehen, damit der Bock anspringt“, fürchtet er. „Nein, danke“. (Quellen: Reddit, eigene Recherche) (sop)

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