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Szilagyi will Grundsatzdiskussion

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THW Kiel nach Videobeweis-Drama: „Wir werden zu Spielbällen der Entscheidungen“

THW-Kiel-Geschäftsführer Viktor Szilagyi forciert nach dem 29:29 der Zebras gegen die TSV Hannover-Burgdorf eine Grundsatzdiskussion zum Videobeweis. Der Anlass ist eine strittige Schiedsrichterentscheidung, die letztlich trotz Videobeweis zum finalen Siebenmeter führte.

Rund 48 Stunden nach dem Pokal-Aus in Berlin erhitzten beim THW Kiel am Sonnabendabend schon wieder die Schiedsrichter die Gemüter. Ein finaler Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit hatte den Hannoveraner Recken in der Handball-Bundesliga Ausgleich und Punktgewinn beschert – nach einer von einem Videobeweis begleiteten umstrittenen Entscheidung. „Woche für Woche wird wird der Videobeweis vollkommen unterschiedlich aufgefasst. Wir werden zu Spielbällen irgendwelcher Entscheidungen“, zürnte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

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Die Unparteiischen Marvin Cesnik und Jonas Konrad aus Gummersbach hatten sich die letzte Szene des laufenden Spiels noch einmal am Bildschirm angesehen. Eric Johansson hatte gegen TSV-Rechtsaußen Daniel Weber in der Deckung gestanden. Im Wortsinne. Doch die Referees sahen einen Schritt des Schweden, ein Foul, entschieden auf Siebenmeter. Der Strafwurf bedeutete das 29:29-Unentschieden.

Szilagyi zweifelt Videobeweis als Unterstützung der Schiedsrichter an

Nicht nur für THW-Cheftrainer Filip Jicha („Wir haben klare Linien, aber die werden nicht beachtet“) eine klare Fehlentscheidung. Auch für Szilagyi, der noch am Abend eine „Grundsatzdiskussion aufmachen“ will. „Wir wollten mit dem Videobeweis eigentlich eine Unterstützung für die Schiedsrichter erreichen, um mehr Fairness zu bekommen. Das ist aber überhaupt nicht der Fall“, sagte der Österreicher.

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Das Implementieren der Videounterstützung in der Bundesliga sei für alle Klubs „ein großes Invest“ gewesen. „In so einer spielentscheidenden Situation ist eine solche Entscheidung für uns tragisch, bitter. Ich erwarte, dass man sich dann auch sicher ist. In der heutigen Situation sind wir mit der Erklärung alles andere als einverstanden. Das hat nichts mit der Dynamik unseres Sports zu tun.“

Szilagyis Generalkritik am Videobeweis in der Handball-Bundesliga ging noch weiter: „Uns wird immer wieder erklärt, dass die Auflösung der Bilder schlecht war, sie nicht die gleichen Bilder bekommen (wie im Fernsehen, d. Red.). Vielleicht sollten wir mal die technischen Voraussetzungen und Schulungen schaffen, um den Videobeweis zielgerichtet einzusetzen. Man muss sich ernsthafte Gedanken machen, in welche Richtung sich das entwickeln soll, unabhängig von der heutigen Entscheidung.“

KN