Die größte Halle der Stadt im Alleingang reißt Tyler, The Creator ab. Angefangen hat er mit richtig hartem Rap, seit ungefähr zehn Jahren prägen Jazz und Soul seine Songs, alles immer vermischt und zwischen anspruchsvollem Experiment, Rap-Banger und Popsong. Die Widersprüche des Lebens, das Raue, Kaputte, Aggressive, aber auch das Zarte, Schöne prägen seine Kunst.
Bei seinem Konzert im Mai in der Uber Arena ist Tyler ohne Band unterwegs, zumindest auf der Bühne. Denn das Publikum singt textsicher alle Hooks mit, wird bei den soulig warmen Refrains zum schönsten Chor der Stadt, und zum wildesten Club der Stadt, wenn brutale Trapbeats in die Halle knallen, Feuerwerkskörper und Raketen die Bühne mit Licht füllen. Tyler rappt los, hält den Flow über Rhythmus- und Harmoniewechsel hinweg, unglaublich kompliziert, hypnotisch, rauschhaft. Dieses Konzert von Tyler, the Creator in der Berliner Uber Arena ist Chaos und Überforderung, Albtraum und Liebestraum und trotzdem aus einem Guss.