Ein Spaziergang an der Donau ist für Petra Talhofer nichts Ungewöhnliches. Doch als sie zwischen Schilf und Wiesen, an einem Flutpolder in Richtung Bertoldsheim, etwas stechend Gelbes hängen sieht, bleibt sie stehen: ein Rest eines Luftballons, daran ein blaues Bändchen und ein kleiner, beschriebener Anhänger. „Der hat ganz eindeutig auf mich gewartet“, sagt die 59-Jährige später mit einem Schmunzeln.

Gefunden hat die Burgheimerin den Ballon am 10. Dezember. Wie so oft war sie an dem besagten Mittwochvormittag mit ihren Hunden „Rommel“ und „Only“ unterwegs, als ihr der ungewöhnliche Fund ins Auge fiel. Schnell wurde klar: Der Luftballon stammt nicht aus der Region – nicht einmal aus Deutschland.

Fund am Flutpolder Richtung Bertoldsheim: Ein Spaziergang mit Überraschung

Der Überrest des Luftballons mit Anhänger. Die Adresse auf dem Kärtchen führte ins nordöstliche Frankreich.

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Der Überrest des Luftballons mit Anhänger. Die Adresse auf dem Kärtchen führte ins nordöstliche Frankreich.
Foto: Paul Pfaffel

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Der Überrest des Luftballons mit Anhänger. Die Adresse auf dem Kärtchen führte ins nordöstliche Frankreich.
Foto: Paul Pfaffel

Der Anhänger trägt die Aufschrift „9 Rue de la République, 54111 Mont-Bonvillers, France“. Per Google Maps recherchiert Talhofer, dass es sich dabei um die Adresse des Rathauses von Mont-Bonvillers im nordöstlichen Frankreich handelt. Rechnet man die Strecke nach, ergibt sich eine erstaunliche Distanz. „Das sind über 500 Kilometer“, sagt Talhofer.

Wie lange der Ballon für diese Strecke von Frankreich bis nach Burgheim unterwegs war, lässt sich nur schätzen. Fragt man die künstliche Intelligenz nach einer groben Einordnung, ergibt sich folgendes Bild: Zwischen dem mutmaßlichen Startort Mont-Bonvillers und Burgheim liegen rund 530 Kilometer Luftlinie. Bei typischen Höhenwinden von etwa 20 bis 40 Kilometern pro Stunde dürfte der Ballon wahrscheinlich rund 12 bis 24 Stunden geflogen sein.

Rückmeldung vor Weihnachten: Finderin schreibt nach Frankreich zurück

Mit einem Brief will die Finderin das Rathaus des französischen Ortes über den Fund an der Donau informieren.

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Mit einem Brief will die Finderin das Rathaus des französischen Ortes über den Fund an der Donau informieren.
Foto: Paul Pfaffel

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Mit einem Brief will die Finderin das Rathaus des französischen Ortes über den Fund an der Donau informieren.
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Ganz neu ist der kuriose Fund für Talhofer allerdings nicht. Vor rund drei Jahren hatte sie schon einmal einen solchen Ballon mit Kärtchen entdeckt. „Damals war es ein Hochzeitsballon“, erinnert sie sich. „Der stammte aber aus Deutschland.“ Dieses Mal ist es vor allem die Entfernung, die sie überrascht – und die Vorstellung, welche Wege so ein kleiner Ballon zurücklegen kann.

Die enorme Leistung des kleinen Luftballons wollte Tallhofer nicht verschwenden. Deshalb entscheidet sie sich, auf den Fund zu reagieren und schreibt sowohl an das Rathaus von Mont-Bonvillers als auch persönlich an den Absender des Ballons eine Postkarte. Darin schildert sie, wo der Ballon gelandet war, und schickt weihnachtliche Grüße zurück Richtung Nordfrankreich. Gerade in der Adventszeit bekommt die Geschichte einen besonderen Klang. Ein Luftballon, der Grenzen überwindet und Menschen verbindet, die sich nie begegnet sind. Und ein Spaziergang an der Donau, der zeigt, dass selbst auf vertrauten Wegen manchmal etwas landet, das von weit herkommt – und genau im richtigen Moment gefunden wird.

  • Paul Pfaffel

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  • 86666 Burgheim

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  • Luftballon

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