Stand: 21.12.2025 13:13 Uhr
Im NDR Pop-up-Studio in der Holsten-Galerie konnten Interessierte vier Wochen lang Journalismus live erleben und selbst aktiv werden. Wir wollten wissen, was die Menschen in Schleswig-Holstein bewegt.
„Das Pop-up-Studio soll für immer bleiben!“, steht auf einem der Post-Its, die nach vier intensiven Wochen in Neumünster an der Feedbackwand hängen. Über 1.000 bunte Klebezettel haben die Menschen in unserem Pop-up-Studio in der Holsten-Galerie beschrieben. Viele haben auch persönliche Geschichten mit uns geteilt, konkrete Fragen gestellt, den Mitarbeitenden beim Arbeiten über die Schulter geguckt. Journalismus zum Anfassen, in einem Einkaufszentrum mitten in Neumünster.
Das sorgte für überraschte, aber auch für neugierige und interessierte Gesichter: „Ich freue mich sehr, dass ihr ‚ausgerechnet‘ in Neumünster seid – das so oft ungerechterweise als hässlichste Stadt Deutschlands bezeichnet wird“, steht an der Zettelwand. Wir wollten wissen: Wie ist es wirklich, in Neumünster zu leben und zu arbeiten? Was beschäftigt die Menschen, wie nehmen sie ihre Heimatstadt wahr? Was muss besser werden, was ist längst gut genug?
Video:
Blick hinter die Kulissen des Pop-up-Studios von NDR SH (2 Min)
Hinter jedem Klebezettel steckt ein Gespräch
Fast 200 Stunden war das Pop-up-Studio in Neumünster geöffnet – genug Zeit für alle Interessierten, um wirklich viel von dem loszuwerden, was sie in ihrer Region bewegt. Viele Besucherinnen und Besucher kamen sogar extra für den Dialog mit den NDR Mitarbeitenden nach Neumünster. „Hinter jedem dieser Klebezettel steckt ein Gespräch und das ist die eigentliche Essenz des Pop-up-Studios. Denn hier haben wir die Zeit, uns ganz konkret auf die Menschen und ihre Anliegen einzulassen. Und von genau dieser direkten Begegnung profitieren dann alle“, fasst Malin Girolami vom NDR SH Pop-up-Team die letzten Wochen zusammen.
Offenes Ohr für Kritik am NDR Programm
Zwischen viel Lob und Wertschätzung für die Arbeit von NDR Schleswig-Holstein finden sich auch immer wieder kritische Anmerkungen an der Zettelwand: zu viel englische Musik im Radio, zu viele Blitzer-Meldungen, zu viel Fußball, aber zu wenig Handball im Programm und in den Beiträgen des Schleswig-Holstein Magazins kommen „gefühlt immer nur Schüler vom Gymnasium zu Wort“, schreibt ein Besucher. Ein Thema, das die Menschen abseits von Service, Sport und Musikauswahl auch umtreibt: Die Outfits der Moderatorinnen und Moderatoren im NDR Fernsehen.
Das sind die Top-Themen für die Menschen in Neumünster
Zu den Top-Themen zählen allerdings „Barrierefreiheit“, ganz egal ob in der Innenstadt oder in den NDR Programmen, „Kinder und Jugendliche“ sowie „Mieten und Wohnen“ und „Ehrenamt und soziale Einrichtungen“. Auch das Thema „Sicherheit in der Stadt“ taucht oft an der Feedbackwand auf. Das war ein guter Grund, Neumünsters Polizeichef Dirk Czarnetzki für eine Bestandsaufnahme ins Pop-up-Studio einzuladen. NDR Moderatorin Maja Herzbach sprach live auf NDR 1 Welle Nord mit ihm darüber, was gegen das Gefühl der Unsicherheit vieler Bürgerinnen und Bürger an bestimmten Orten in Neumünster getan werden kann.

Der Chef der Polizeidirektion Neumünster, Dirk Czarnetzki, hat im NDR Pop-up-Studio viele Fragen beantwortet.
Große Themen und kleine Momente
An der Zettelwand kristallisierten sich aber nicht nur die „großen“ Themen heraus, die jetzt nach und nach von Reporterinnen und Reportern trimedial für NDR SH umgesetzt werden. Es sind auch die vielen kleinen Momente, die nach vier Wochen Pop-up-Studio im Kopf bleiben.
Zum Beispiel, wenn Gabi aus Neumünster in voller Briefträger-Montur ins Studio marschiert und sich mehr Rücksicht und Wertschätzung für ihre Kolleginnen und Kollegen in der Weihnachtszeit wünscht. Wenn Gisela aus Schillsdorf live im Radio erzählt, wie sehr es sie erfüllt, mit Schulkindern per Videocall Plattdeutsch zu üben. Wenn Dieter aus Kaltenkirchen vor der Kamera Weihnachtsgrüße aus einem überraschend aufgetauchten Brief von 1946 vorliest. Wenn Matthias aus Neumünster Äpfel aus dem eigenen Garten fürs ganze Team vorbeibringt. Wenn Ronni seiner Freundin Katharina spontan vorm Mikrofon einen Heiratsantrag macht.
„Bis heute Abend, wir schalten wieder ein!“
Auch viele NDR Gesichter kamen zum Schnacken vorbei oder für Fotos und Autogramme. Beim Meet & Greet mit unseren Moderatoren-Teams aus dem Schleswig-Holstein Magazin war das Studio immer voll. Oft wurde deutlich, wie fest das Magazin im Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer verankert ist, viele verabschiedeten sich mit den Worten: „Bis heute Abend, wir schalten wieder ein!“ Vor Ort waren außerdem NDR Wettermann Sebastian Wache, Moderatorin Julia Westlake von NDR Kultur oder Lola Weippert und Michel Abdollahi von deep & deutlich. NDR 2 und N-JOY präsentierten unter anderem Loi und Elif live und akustisch. Ernährungs-Doc Viola Andresen beantwortete Gesundheitsfragen und das rote Reisesofa von DAS! freute sich über jede Menge Probesitzer.
An jeweils drei Tagen in der Woche sendete NDR 1 Welle Nord live aus dem Pop-up-Studio. Einige Besucherinnen und Besucher der Holsten-Galerie fanden sich so zwischen Weihnachtseinkauf und unserer Zettelwand plötzlich als Wetterfee in der Vormittagssendung von Jan Bastick wieder – was für ein Erlebnis!
Das Ziel für 2026: im Gespräch bleiben
Nach einem bunten Finaltag mit Ernie und Bert aus der Sesamstraße und dem Mädchen-Musikzug Neumünster schloss das Pop-up-Studio von NDR SH in der Holsten-Galerie am 20. Dezember seine Türen. Jetzt heißt es: Klebezettel auswerten, Themen clustern, Hintergründe recherchieren und weiter intensiv mit den Menschen in der Region sprechen.
Wir freuen uns sehr über die gelungene Premiere. Das Pop-up Studio ist gut angekommen und hat sogar unsere Erwartungen übertroffen. Es gab viel Lob, aber auch kritische Anmerkungen – und das ist gut so. Persönlicher Austausch und Dialog mit den Menschen in Schleswig-Holstein ist wichtig und wir werden das Format im nächsten Jahr weiterführen.
Sabine Doppler, Chefredakteurin NDR Schleswig-Holstein
Für Standortvorschläge genügt ein Blick in die Klebezettel-Sammlung: „Kommt nach Husum!“ oder „Macht mal ein Pop-up-Studio in Bad Oldesloe“. Wir sind gespannt, wo in Schleswig-Holstein wir uns 2026 wiedersehen.
Das war los im Pop-up-Studio von NDR SH

Vier Wochen lang gibt es Live-Sendungen, Podcast-Aufzeichnungen und Gespräche mit den NDR Moderatorinnen und Reportern vor Ort.

Viele Gespräche, Bergedorf-Themen und Einblicke in den NDR: Sieben Wochen lang war das NDR-Pop-up-Studio am Sachsentor.