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Nach monatelanger Schließung soll der Landgasthof an der Brüninghauser Halle 2025 wieder öffnen – zunächst eingeschränkt.

Lüdenscheid – Die „lieben Gäste“ stehen derzeit vor einer geschlossenen Tür, an der ein metallener Deko-Schriftzug eigentlich „Willkommen“ heißt. Ein Zettel informiert derweil über die vorübergehende Schließung der an die Brüninghauser Halle angeschlossenen Gaststätte „Didi‘s Landgasthof“. Dass die Schließung tatsächlich nur vorübergehend ist und es im kommenden Jahr zumindest mit zunächst eingeschränkten Öffnungszeiten weitergehen soll – danach sieht es derzeit aus.

Brüninghauser HalleDie Brüninghauser Halle samt der Gastronomie von „Didi‘s Landgasthof“ ist identitätsstiftend im Dorf. © Cedric Nougrigat

Zur Erleichterung von Edgar Twer. Er ist Geschäftsführer des Vereins Brüninghauser Halle, der getragen wird von den letzten drei Dorfvereinen: der Alterskameradschaft der Freiwilligen Feuerwehr, dem Turnverein und der Soldatenkameradschaft.

Gastro-Betrieb rund um Brüninghauser Halle: Seit 2024 geschlossen

Im Frühjahr 2023 hatte der Verein einen Pachtvertrag mit Dieter Hangen und seiner Frau geschlossen. Die beiden renovierten, gaben dem Restaurant einen modernen Landhaus-Look und eine zünftige Speisekarte. Viele Pläne für eine Belebung der Umlage kamen dazu. Stammtische buchten ihre Termine. Es lief. 2024 dann begann im Dorf eine langwierige Straßenbaumaßnahme in mehreren Abschnitten, die immer noch nicht abgeschlossen ist. Und in diesem Jahr kamen, so sagt der Wirt, noch familiäre Gründe dazu. Also habe man sich letztlich entschlossen, „erstmal zuzumachen“.

Wir sind bestrebt, dass es wieder aufgemacht wird. Das wäre mein größtes Weihnachtsgeschenk.

Weil die Familie zwei Kilometer weiter, an der Brüninghauser Straße, auch das Restaurant Lazarus mit dem Hotel Haus Hollweg betreibt, habe man darin eine alternative Anlaufstelle gesehen, auch für die Landgasthof-Gäste. „Ich wollte da unten kein Personal binden“, sagt Dieter Hangen auch, der sich angesichts der Situation erstmal auf einen Betrieb habe konzentrieren wollen. Für ihn ist die langwierige Baustelle eine wesentliche Ursache für einen, wie er feststellen musste, erheblichen Umsatzeinbruch. Die kaputte Infrastruktur sei nicht hilfreich, findet er: „Eigentlich sollte es dieses Jahr fertig sein, wird es aber nicht.“

Twer: „Sind bestrebt, dass es wieder aufmacht. Wäre mein größtes Weihnachtsgeschenk“

Edgar Twer steht von Anfang an in regelmäßigem Kontakt mit dem Wirt, der seine Pacht auch weiter zahle, wie er betont. „Wir sind bestrebt, dass es wieder aufgemacht wird. Das wäre mein größtes Weihnachtsgeschenk.“ Das dürfte erst verspätet ankommen. Dass der Wirt das Weihnachtsgeschäft habe liegenlassen, kann er nicht verstehen: „Die Vereine konnten ihre Weihnachtsessen nicht hier machen, eventuell auch nicht die Jahreshauptversammlungen.“ Das tut ihm in der Seele weh: „Wir haben keine finanziellen Einbußen. Es ist nur traurig.“

Auch für Dieter Hangen ist die Situation nicht ideal. Das Weihnachtsgeschäft in der Halle habe man nicht kurzfristig hochfahren können. Die Logistik müsse stimmen, auch für die Küche. So etwas sei viel Arbeit im Hintergrund. Aber fürs neue Jahr habe man sich einen gangbaren Weg überlegt. „Wir hatten viele Kegelbahn-Anmeldungen“, sagt er.

Brüninghauser Halle / Didi's Landgasthof„Vorübergehend geschlossen“ steht auf dem Zettel in der Tür. In diesem Jahr werde sich die Tür definitiv nicht mehr öffnen, hieß es auf Nachfrage. © Susanne Kornau

Die Kegelbahnen wieder zu öffnen, Wochenendveranstaltungen zu ermöglichen, die Halle auch für Großveranstaltungen zu nutzen, sich erst einmal auf einen Betrieb von freitags bis sonntags zu beschränken – das soll der Plan, das soll die Perspektive ab Januar sein. „Man muss wirklich genau planen. Heutzutage Gastronomie, das ist nicht einfach. Aber Januar ist eine gute Zeit, um eine neue Basis zu schaffen.“