Die Tabellensituation vor dem Spieltag war eigentlich deutlich: Zehn Plätze trennten den Herbst-Vizemeister Elversberg von Preußen Münster. Dennoch machte sich SVE-Trainer Vinzent Wagner keine Illusionen – das nicht nur wegen der Langzeitbilanz. Von 16 Spielen konnten die Saarländer gerade einmal zwei gewinnen. Wagner weiß auch um die Zweikampfstärke des SCP.

Elfmeterkiller Kristof hält die Null fest

Und diese Zweikampfstärke zeigten die Hausherren von Beginn an und brachten die Gäste direkt in Bedrängnis. Gleich in der 2. Minute eroberte Münster durch frühes Pressing den Ball, Kapitän Hendrix zog aus knapp 20 Metern ab, scheiterte aber am einmal mehr glänzend aufgelegten Nicolas Kristof im Elversberger Tor. Direkt im Anschluss hatten die Hausherren zwei weitere Großchancen, die Kristof ebenfalls entschärfte.

Hochspannung dann in der 7. Minute: Nachdem der Videoassistent eingeschritten war, entschied Schiedsrichter Felix Wagner auf Elfmeter für Preußen Münster. SVE-Kapitän Pinckert hatte zuvor statt des Balls vor allem seinen Gegner Bolay getroffen. Beim fälligen Strafstoß entschied sich Kristof im Elversberger Tor aber für die richtige Ecke.

Die Hausherren zündeten aber weiter ein Offensivfeuerwerk – Elversberg war in dieser frühen Spielphase arg in Bedrängnis. Mit insgesamt fünf Glanzparaden in den ersten 15 Minuten hielt Kristof aber die Null fest.

Ebnoutalib bringt Elversberg durch Foulelfmeter in Führung

Mit fortlaufender Spieldauer stellte sich die SVE aber besser auf den Gegner ein und kam dann selbst zu Chancen. In der 30. Minute verpasste SVE-Shootingstar Younes Ebnoutalib das Tor nur knapp, wurde dann aber nur eine Minute später im Strafraum gefoult. Erneut zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt.

Der gefoulte Ebnoutalib trat selbst an und verwandelte mit seinem zwölften Saisontreffer zur 1:0-Führung für die Saarländer.

SVE mit Führung im Rücken nun deutlich stabiler

Der Führungstreffer brachte der SVE auch die bis dato fehlende Stabilität. Die Elversberger ließen den Ball nun souverän durch die eigenen Reihen laufen und hatten das Spiel weitgehend im Griff.

Ähnliches Bild auch nach dem Seitenwechsel – auch wenn die Hausherren durch Einzelaktionen immer wieder gefährlich wurden. Etwa in der 54. Minute: Steil angespielt zog Ter Horst in den Strafraum und hielt aus vollem Lauf auf das Tor drauf – verpasste aber knapp.

Ähnlich knapp war es in der 68. Minute auf der Gegenseite: Ebnoutalib kam frei vor dem Münsteraner Keeper Schenk zum Schuss – traf aber nur dessen Brust.

Joker Amenyido sorgt für späten Ausgleich

Lange sah es so aus, als würde es bei diesem knappen Sieg bleiben – bis zur 94. Minute der Nachspielzeit. Jaeckel verlängerte einen langen Einwurf von Paetows auf Joker Etienne Amenyido. Der war erst wenige Minuten zuvor ins Spiel gekommen und schaffte den späten Ausgleich.

Mit dem Remis und jetzt 34 Zählern rückt Elversberg aber trotzdem bis auf drei Punkte an Spitzenreiter Schalke heran, das zeitgleich in Braunschweig eine 1:2-Niederlage kassierte. Direkt hinter der SVE liegt SV Darmstadt 98 (33 Punkte), die aus dem 2:2-Remis gegen Paderborn am Freitag einen Punkt mitgenommen haben.

Rückrunde startet am 17. Januar

Rückrundenauftakt ist nach der Winterpause am 17. Januar: Die Elversberger treten dann auswärts beim 1. FC Nürnberg an. Anpfiff ist um 13.00 Uhr. Das Hinspiel Anfang August hatten die Saarländer dank eines Last-Minute-Treffers von Maximilian Rohr mit 1:0 gewonnen.

Fraglich ist, ob Senkrechtstarter Younes Ebnoutalib dann noch mit dabei sein wird, denn der ist heiß umworben. Sportdirektor Nils-Ole Book bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass es „sehr konkrete Anfragen und Angebote“ gibt. In den Medien fallen immer wieder Namen wie Eintracht Frankfurt oder VfL Wolfsburg. Torwart Nikolas Kristof sagte dazu nach dem Spiel bei Sky: „Wir schauen einfach, ob er am 3. Januar mit ins Trainingslager fährt.“

Wagner ist jetzt Fußball-Lehrer

An der Seitenlinie steht nach der Winterpause auch hoch offiziell ein Profitrainer. Denn SVE-Trainer Vincent Wagner hat unter der Woche beim Deutschen Fußball-Bund die Abschlussprüfung für die Pro-Lizenz bestanden, also die höchste Qualifikation, die ein Trainer im deutschen Fußball erreichen kann.