Hamburg – Fast lautlos gleiten sie in hunderten Metern Höhe durch den Himmel über Hamburg. Unbemerkt erfassen sie alles, was in ihrem Kameraradius geschieht. Die Polizei in der Hansestadt hat technisch aufgerüstet. Damit soll die Stadt sicherer werden – und Kriminellen effektiver das Handwerk gelegt werden. Auch in der Neujahrsnacht.
Die Polizei setzt zwar schon seit Längerem auf die Drohnentechnik, doch mit diesen zwei neuen Fluggeräten wird ein ganz neues Level erreicht. Die Drohnen starten aus Dockingstationen auf einem Anhänger und können so schnell an jenen Einsatzort gebracht werden, an dem sie benötigt werden.
Aus einer der beiden Dockingstationen steigt die Drohne auf, die zweite wartet in ihrer sicheren Box, die sich beim Start automatisch öffnet
Foto: Marco Zitzow
Auf dem Anhänger werden die Drohnen in den Dockingstationen auf ein Bundeswehrgelände gefahren, wo am Donnerstag ein Testflug gestartet wurde
Foto: Marco Zitzow
Bilder werden live in die Einsatzzentrale geschickt
Die neuen Hightech-Drohnen können abwechselnd unbegrenzt den Boden aus der Luft überwachen. Während eine in der Station geladen wird, überträgt die andere aus der Luft Livebilder. Wenn ihr Akku leer ist, fliegt sie selbstständig zurück zu ihrem Ladeplatz – und wird nahtlos von der zweiten Drohne abgelöst.
Und die Geräte haben einen weiteren großen Vorteil gegenüber Vorgängermodellen: Sie können aus der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium gesteuert werden. Dort sitzt der Drohnenpilot neben dem Einsatzleiter. Von hier aus werden die Polizisten am Boden gezielt zu Gewalttätern, Räubern, Einbrechern oder Krawallmachern geleitet. Auch die Bilder aus den Kameras der Drohnen laufen in Echtzeit in der Einsatzzentrale auf.
Die Drohnenkameras übertragen hochauflösende Bilder in die Einsatzzentrale und haben einen sehr starken Zoom
Foto: Marco Zitzow
Drohnen kommen zu Silvester in Hamburg zum Einsatz
Damit die Drohnen auch in der Nacht verlässliche Aufnahmen liefern, sind sie mit Wärmebildkameras ausgestattet, die jede Bewegung am Boden erkennen und aufzeichnen. Das wird auch in der Silvesternacht wichtig sein. Dann sollen die Fluggeräte über Hamburgs Brennpunkten – wie Billstedt, Steilhoop, Osdorf, Mümmelmannsberg und Harburg – kreisen. In diesen Stadtteilen war es in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen – auch gegen Polizisten – gekommen. Sollten sich dort wieder Randalierer zusammenrotten, können die Vorfälle aus der Luft dokumentiert und Einheiten direkt dorthin geschickt werden.
Auf der Aufnahme der Wärmebildkamera der Drohne erkennt man Hausdächer, Autos und Personen, die auf einem Platz Fußball spielen. Die Kamera kann auch sehr dicht heranzoomen
Foto: Marco Zitzow
Durch den Einsatz der Drohnen lassen sich viele Einsätze der Polizeihubschrauber vermeiden. Diese verbrauchen nicht nur viel Kraftstoff, sondern verursachen auch erheblichen Lärm. Polizeisprecher Florian Abbenseth: „Wir bauen unsere Drohnenkompetenz stetig weiter aus. Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, Drohnen auch ferngesteuert aus einem Leitstand einzusetzen.“