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Am Samstag setzten die USA den zweiten Öltanker vor Venezuela innerhalb eines Monats fest. Am Sonntag verfolgten Trumps Truppen wohl den dritten. Eskaliert der Konflikt?
Caracas/Washington, D.C. – Die Vereinigten Staaten sind erneut vor der Küste Venezuelas in internationalen Gewässern hinter einem weiteren Öltanker her, meldeten die Nachrichtenagenturen Reuters und Associated Press am Sonntagmorgen (21. Dezember) unter Berufung auf Beamte, die anonym bleiben wollten. Schon am Tag zuvor (Samstag, 20. Dezember) setzten die USA einen Tanker vor Venezuela fest. Das bestätigte die Ministerin für Homeland Security (DHS), Kristi Noem, in einem Beitrag auf X. Die US-Küstenwache habe „einen Öltanker gestoppt, der zuletzt in Venezuela angelegt hatte“.
Am Samstag, 20.12., setzten die USA zum zweiten Mal einen Tanker vor Venezuela fest © IMAGO / UPI Photo
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine groß angelegte militärische US-Aufrüstung in der Karibik und den Gewässern rund um Südamerika angeordnet, darunter den Einsatz eines Flugzeugträgers, Kampfflugzeugen und Zehntausenden Soldaten. Seine Regierung präsentiert dies als Ausweitung des Kampfs gegen den Drogenhandel und die Durchsetzung von Sanktionen.
Donald Trumps USA verfolgen dritten Tanker vor Venezuela: Die Details widersprechen sich
Ein US-amerikanischer Beamter sagte am Sonntag gegenüber Reuters: „Die US-Küstenwache verfolgt aktiv ein sanktioniertes Schiff aus der ‚dark fleet‘, das Teil der illegalen Sanktionsumgehung durch Venezuela ist“, und fügte hinzu, dass „es unter falscher Flagge fährt und einem gerichtlichen Beschlagnahmebefehl unterliegt.“
Laut Bloomberg haben die USA das Schiff durchsucht, es handelt sich um den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker Bella 1. Reuters-Reporter Idress Ali sagte jedoch in einem Beitrag auf X: „Beamte sagen gegenüber Reuters, dass die USA zwar einen Tanker in internationalen Gewässern in der Karibik verfolgen, dass er aber noch nicht geentert wurde“, während marinetraffick.com angab, dass es sich um ein unter guyanischer Flagge fahrendes Schiff handelt, das auf dem Weg nach Curaçao ist.
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Die Festnahme vom Samstag und die Verfolgungsjagd vom Sonntag erfolgen keine Woche, nachdem Trump eine Blockade venezolanischer Öltanker angeordnet hatte, wobei er erklärte, das südamerikanische Land nutze seine Öleinkünfte zur Finanzierung von Drogenhandel und Kriminalität.
Kevin Hassett, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses, sagte am Sonntag, dass die beiden früheren Tanker in diesem Monat aktiv auf dem Schwarzmarkt gewesen seien und Öl an mehrere sanktionierte Länder geliefert hätten. Noem schrieb am Samstag in ihrem Beitrag auf X, in dem sie die Festnahme eines weiteren Tankers bestätigte: „Die Vereinigten Staaten werden weiterhin die illegale Verlagerung sanktionierten Öls verfolgen, das zur Finanzierung des Narco-Terrorismus in der Region verwendet wird. Wir werden euch finden und wir werden euch stoppen.“
Venezuela bezeichnet Trumps Tanker-Beschlagnahme als „Akt internationaler Piraterie“
Caracas hat die Beschlagnahme von Öltankern durch die USA in diesem Monat verurteilt und die erste Beschlagnahme Mitte Dezember als einen „Akt internationaler Piraterie“ bezeichnet. Die Regierung fügte hinzu, dieser Schritt sei Teil einer jahrelangen Strategie, sich die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen des Landes zu sichern. Am Samstag erklärte die Regierung, sie „klagt den Diebstahl und die erneute Kaperung eines privaten Schiffs, das venezolanisches Öl transportiert, kategorisch an und weist sie zurück.“
Venezuela verfügt über die größten bekannten Ölreserven der Welt, doch ist der Export von Rohöl seit Trumps Ankündigung zurückgegangen. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat gesagt, dass Trump versuche, sich das Öl des Landes unter den Nagel zu reißen und ihn zu stürzen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)