Zum Jahreswechsel geht ein über zwei Jahrzehnte andauerndes Kapitel Bethanien-Geschichte zu Ende: Der Chefarzt der Klinik für Kinder- & Jugendmedizin Dr. Michael Wallot verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand – und übergibt an seinen Nachfolger, den langjährigen Leitenden Oberarzt der Klinik, Dr. Gündüz Selcan. Das teilt die Stiftung Bethanien mit.

Rückblick: Nach Studium und Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und verschiedenen weiteren beruflichen Stationen kam der nun scheidende Chefarzt im Jahr 2005 an das Krankenhaus Bethanien Moers. Zuletzt war er zuvor als Leiter des Bereichs „Pädiatrische Intensivmedizin“ am Zentrum für Kinderheilkunde der Universitätsklinik Essen tätig gewesen.

Das hat der Chefarzt mit nach Moers gebracht

Mit im Gepäck hatte der Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Neugeborenenmedizin (Neonatologie) damals jede Menge fachliche Expertise in der pädiatrischen Intensivmedizin, der pädiatrischen Nephrologie und der Kinderdialyse – und außerdem einiges vor: „Zum einen habe ich bei meinem Start viel Wert daraufgelegt, Bewährtes behutsam fortzuführen. Dazu gehörten etwa die Bereiche Kindernephrologie und Kinderdialyse“, sagt Dr. Michael Wallot über seine Anfänge im Krankenhaus Bethanien.

„Außerdem war es der Wunsch des Hauses, die Kinderklinik zu einem Leuchtturm des Krankenhauses Bethanien zu machen und die Neonatologie sowie Frühgeborenenmedizin gemeinsam mit dem Chefarzt der Geburtsklinik, damals noch Prof. Dr. Wolfram Niedner, inzwischen Dr. Peter Tönnies, voranzubringen“, führt er weiter aus.

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„Ich denke, das hat gut funktioniert. Wir sind heute gemeinsam mit der Geburtsklinik Perinatalzentrum Level 1, also Klinik der höchsten Versorgungsstufe. Damit können wir Kinder von der Grenze der Lebensfähigkeit an behandeln und ihnen helfen. Von der damit verbundenen Expertise sowie Personal- und Geräteausstattung profitieren alle Neugeborenen“, sagt Dr. Wallot. Jedes Jahr seien das weit über 1500 Geburten im Bethanien selbst sowie zahlreiche Verlegungen aus anderen Häusern.

Besonders wichtig sei die Vermeidung von Frühgeburtlichkeit, hier zähle jeder Tag. Dr. Peter Tönnies und sein Team schafften es in vielen Fällen, das Baby länger im Mutterleib zu halten. „Die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen hat sich sehr bewährt, und ich bin sicher, dass das auch in Zukunft so weitergeht.“

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Ein weiterer Meilenstein sei unter anderem die Weiterentwicklung der Kindernotfallambulanz gewesen. Mittlerweile herrschten hier gut etablierte Strukturen mit angemessenem Personalschlüssel von Pflege und ärztlichem Dienst. Erfreulicherweise seien inzwischen auch die niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte aus Moers und Umgebung eingebunden.

„Außerdem möchte ich die Entwicklung unseres Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) hervorheben. Als ich vor 20 Jahren im Bethanien anfing, war das SPZ gerade gegründet worden unter der Leitung von Dr. Wolfgang Poss. Es ist schön zu sehen, wie das Zentrum in den Jahren gewachsen ist, personell, seit Kurzem auch räumlich, und natürlich behandlungstechnisch.“ Auf die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit blicke er gerne zurück.

Das wird der Nachfolger am Bethanien Moers

„Manche meiner Patientinnen und Patienten durfte ich vom ersten Lebenstag an bis zum 18. Geburtstag begleiten. Insbesondere, aber nicht nur, nach einem ,besonderen‘ Start kann sich eine enge, fast familiäre Beziehung entwickeln. Man hat während eines langen Aufenthalts im Perinatalzentrum gemeinsam Hochs und Tiefs für Kinder und Eltern durchlebt – manchmal auch durchlitten – das verbindet“, sagt der scheidende Chefarzt.

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Dem Nachfolger wünsche er nicht nur gutes Gelingen und viel Erfolg: „Dr. Selcan ist ein hervorragender Arzt und war über all die Jahre ein sehr wertvoller Kollege. Er ist Moerser und Bethanier durch und durch – und wird bereits seit vielen Jahren im Haus und Chefarztkollegium sehr geschätzt. Ich bin beruhigt zu wissen, dass er die Chefarztposition übernehmen wird.“ Er werde die Klinik positiv weiterentwickeln. Eine Sorge bleibe jedoch die Raumnot im Aufnahme- und Ambulanzbereich. Hier hoffe er, dass in naher Zukunft „eine zufriedenstellende Lösung für alle gefunden“ werde.

Für das Team wünscht sich Wallot, dass der gute Teamgeist erhalten bleibe. In seinem neuen Lebensabschnitt werde neben Haus, Garten und Reisen mit seiner Ehefrau sein bald einjähriger Enkel eine besondere Rolle spielen.