Standdatum: 22. Dezember 2025.
Autorinnen und Autoren:
Mario Neumann
In manchen Läden in Bremen wurden bereits Mitte November die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.
Bild: dpa | Caro | Bastian
In der Vorweihnachtszeit, wenn in Läden und Geschäften viel los ist, sind die Bedingungen für Diebe ideal. Wir haben uns umgehört, welche Vorkehrungen der Einzelhandel trifft.
Eine Maßnahme sind verstärkte Sicherheitsvorkehrungen und das Engagement von Securitys in den Geschäften. Sie beobachten Touristen wie Einheimische, ehrliche Kunden und eben auch Diebe. So berichtet der Sicherheitsmann Wesley, der das Team eines Ladens am Domshof unterstützt: „Es gibt nicht den typischen Dieb. Jeder kann Dieb sein. Wenn ich jemanden verdächtigen sehe, dann verfolge ich ihn erstmal.“ Per Videoüberwachung kann er dann prüfen, ob der Verdächtige die Ware auf das Kassenband legt oder nicht.
Ladenbetreiber rüsten auf
In manchen Läden, so wurde berichtet, wurden bereits Mitte November die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt – wie bei „Made in Bremen“, einem Laden für regionale Produkte. Geklaut wird dort, was ein bisschen was wert ist wie Alkohol oder Kleidung, erklärt Stevie Schulze, einer der Mitbegründer des Ladens. Diebe hat er auch schon erwischt. Dabei hilft auch die moderne Technik – auch zur Abschreckung.
Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich das ganze Jahr überwachen.
Stevie Schulze, ‚Made in Bremen‘
Sicherheitsmaßnahmen stören beim Einkaufen
Als bei der letzten Inventur mehrere Tausend Euro Schaden festgestellt wurden, gab es die Überlegung, Spirituosen in abschließbare Vitrinen zu stellen. Das stört aber das Einkaufserlebnis, war sich das Team einig. So bleiben Ladendiebstähle ein großes Problem.
Deswegen müssen alle Mitarbeitenden genau hingucken. Das machen auch die Beschäftigten in einem Leder- und Taschengeschäft in der Sögestraße, sagt Doris Hülsemeier dort. Wer klauen wird? Ansehen kann man es den Menschen nicht, aber fühlen lässt sich da was, beschreibt die 56-Jährige.
„Die Leute, die das beruflich machen und die großen Schäden anrichten, sind eigentlich so gut aufgestellt, dass man es nicht wirklich sieht – sondern dass man es fühlt. Und diese Vibes, diese Empfindung bekommt man irgendwann“, beschreibt Hülsemeier, die schon seit sie 15 Jahre alt ist, im Einzelhandel arbeitet, ihr Gefühl.
Je sichtbarer der Schutz, desto besser
Bei den Lederwaren ist die Ware seit ein paar Monaten auch zusätzlich mechanisch, also mit Kabelschlössern, gesichert. Auch ein Outdoor-Laden in der Bremer City setzt auf Sicherungsmaßnahmen, sagt der stellvertretende Filialleiter. Die Sicherung muss gut sichtbar sein, führt er aus.
„Das schreckt schon die Leute ab. Man darf die Diebe natürlich festhalten, bis Polizei kommt“, erklärt er. Doch dann werden diese meist aggressiv. Dann lasse man sie lieber gehen. „Weil man will ja auch nicht auf die Fresse kriegen, um es mal so zu sagen“, berichtet er aus seinem Alltag.
Verfahren werden oft eingestellt
Ernüchternd sei es ohnehin, wie oft bei erwischten Dieben später die Staatsanwaltschaft den Brief zur Einstellung des Verfahrens schickt, sagen mehrere Ladenbetreiber.
In dieser angespannten, zugespitzten Lage ist der angeheuerte Security-Mann für Stevie Schulze sehr entlastend. Man könne sich so voll auf die Arbeit konzentrieren und müsse nicht Ausschau nach merkwürdigen Leuten halten.
Quelle:
buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
Bremen Eins, Der Tag, 22. Dezember 2025, 15:40 Uhr
