Live –
Selenskyj warnt vor russischen Schlägen zu Weihnachten Ukrainische Armee trifft auf berittene russische Soldaten War es der Geheimdienst der Ukraine? Russischer General durch Autobombe getötet
Die Diplomatie für ein Ende des Kriegs verteilt sich auf viele Orte – auch mit Moskau und westlichen Staatschefs wird geredet. Wir berichten laufend.
-
Die Ukraine-Gespräche in Miami sindoffenbar positiv verlaufen, doch Details wurden zunächst keine bekannt.
-
Die USA planen ein neues Format für Friedensgespräche mit Russland.
-
Die EU hat der Ukraine einen zinslosen Kredit im Umfang von 90 Milliarden Euro zugesagt.
22:23 Uhr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet nach eigenen Angaben ein Weihnachtsfest mit massiven russischen Angriffen auf sein Land. Es liege in der Natur der Russen, dass sie ausgerechnet an Weihnachten massive Schläge gegen das Land ausführen könnten, sagte Selenskyj in Kyjiw vor Diplomaten. Die Lage sei schwierig, weil es an Flugabwehrsystemen fehle, sagte er.
Die Ukraine feiert anders als in früheren Jahren Weihnachten offiziell gemäss dem Wunsch der Führung in Kyjiw nach westlichem Brauch. Viele ukrainische Christen halten sich aber weiter an orthodoxe Traditionen, Weihnachten wie in Russland zum 7. Januar zu feiern.
Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft auch, dass er an diesem Dienstag sein Verhandlungsteam nach Gesprächen mit dem US-Sondergesandten Witkoff in Miami nun wieder in der Ukraine erwarte. Er wolle die Details über die Gespräche in den USA hören. Witkoff hatte nach getrennten Gesprächen mit der ukrainischen und der russischen Seite von konstruktiven Verhandlungen gesprochen. (DPA)
15:47 Uhr
Ukrainische Truppen sind nach eigenen Angaben an der Front auf einzelne berittene russische Soldaten gestossen. Die 92. besondere Sturmbrigade der ukrainischen Armee veröffentlichte auf Telegram ein Video, das angeblich zeigt, wie zwei feindliche Soldaten auf Pferden oder Maultieren durch kleine FPV-Drohnen ausgeschaltet werden.
«Die russischen Besatzer verlieren bei ihren «Fleischangriffen» (gemeint sind verlustreiche Sturmangriffe) so schnell ihre Ausrüstung, dass sie gezwungen sind, sich auf Pferden fortzubewegen», heisst es in dem Post. Mindestens eins der Tiere kommt dem Video zufolge zu Schaden. Die Aufnahmen könnten Analysen zufolge im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk entstanden sein.
Berittene russische Soldaten, gefilmt aus einer ukrainischen Drohne.
Screenshot: Ukrainische Armee via Telegram
Mit grossen Kavallerieangriffen vergangener Jahrhunderte hat der Einsatz von Reittieren im Ukraine-Krieg aber wenig zu tun. Dem Video nach versuchen die russischen Soldaten, möglichst schnell ein grosses leeres Feld zu überqueren. Beide Seiten beobachten in diesem Krieg das gesamte Gefechtsfeld mit Drohnen; unbemerkte Bewegungen sind fast unmöglich. Für gepanzerte Fahrzeuge gibt es kaum ein Durchkommen.
Motorräder, E-Bikes und Roller
Deshalb setzt die russische Armee bei ihrem Vormarsch darauf, mit kleinen Stosstrupps schnell gegen ukrainische Positionen vorzurücken und sich dort festzusetzen. Als Transportmittel werden nach früheren Videobelegen auch geländegängige Motorräder, Quads, E-Bikes oder E-Scooter eingesetzt. Genauso bewegen sich ukrainische Soldaten auf E-Mountainbikes oder Rollern.
10:55 Uhr
Durch ukrainische Drohnen sind nach russischen Angaben Hafenanlagen und zwei Schiffe an der Schwarzmeerküste Russlands beschädigt worden. Der Zivilschutz im südrussischen Gebiet Krasnodar berichtete von einem nächtlichen Angriff auf den Hafen Taman. Dieser wird zum Umschlag von Öl und Flüssigerdgas (LNG) genutzt.
Die Besatzung sei sicher von den Schiffen gebracht worden, hiess es in der Mitteilung auf Telegram. Die Verwaltung des Gebiets teilte vormittags mit, dass die Brände auf einem Tanker und einem Anleger gelöscht worden seien. Am Sonntagabend war mitgeteilt worden, dass abstürzende Drohnenteile eine Pipeline in der Nähe des Hafens getroffen hätten. Der Hafen Taman liegt nur wenige Kilometer von der Brücke zur annektierten Halbinsel Krim entfernt.
Die Ukraine greift in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion systematisch Anlagen der Ölindustrie Russlands an. (DPA)
08:34 Uhr
In Moskau ist erneut ein russischer General durch einen Bombenanschlag getötet worden. Das staatliche Ermittlungskomitee teilte mit, General Fanil Sarwarow sei einer Autobombe zum Opfer gefallen. Der Sprengsatz sei unter dem Fahrzeug angebracht gewesen. Ort der Explosion war ein Wohnviertel im Süden der russischen Hauptstadt.
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
«Die Ermittler prüfen verschiedene Versionen des Mordes. Eine davon ist die Version, dass das Verbrechen von den ukrainischen Geheimdiensten organisiert wurde», schrieb Sprecherin Swetlana Petrenko auf Telegram. Generalleutnant Sarwarow (56) hatte zuletzt als Abteilungsleiter im russischen Generalstab gedient.
Vor fast genau einem Jahr am 17. Dezember 2024 war in Moskau der General Iwan Kirillow, Kommandeur der russischen Abwehr gegen atomare, biologische und chemische Angriffe, bei einem Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst reklamierte die Tat für sich. Ein weiterer General starb im April 2025 in Moskau ebenfalls durch einen Sprengstoffanschlag. (dpa)
00:20 Uhr
Während dreitägiger Verhandlungen in Florida haben die USA und die Ukraine auch separat ohne europäische Vertreter über Wege zu einem Ende des Ukraine-Kriegs gesprochen. Man habe sich über multilaterale Sicherheitsgarantien und US-Sicherheitsgarantien unterhalten, schrieben der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Rustem Umjerow, in wortgleichen Posts auf X. Gesprächsthema war auch die Weiterentwicklung eines Plans, wie das von Russland seit fast vier Jahren angegriffene Land sich wirtschaftlich entwickeln soll.
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
In den vergangenen drei Tagen hätten in Florida zudem «eine Reihe produktiver und konstruktiver Treffen» stattgefunden, an denen neben der Ukraine und der USA auch europäische Partner teilgenommen hätten. «Die Ukraine bekennt sich weiterhin uneingeschränkt zu einem gerechten und dauerhaften Frieden», hiess es. Neben Witkoff nahm für die USA Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an den Gesprächen teil.
Zuvor hatte der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew gesagt, die Gespräche mit US-Vertretern seien zufriedenstellend verlaufen. «Die Diskussionen werden konstruktiv geführt», sagte der Berater von Kremlchef Wladimir Putin laut der russischen Staatsagentur Tass vor Reportern. (DPA)
Gestern, 16:33
Die Gespräche in den USA über eine Friedenslösung für den Ukraine-Krieg sind nach Angaben verschiedener Seiten positiv verlaufen, ohne dass Details oder konkrete Fortschritte bekannt wurden. An den Unterredungen in Miami im US-Bundesstaat Florida, die das gesamte Wochenende über andauern sollten, waren in wechselnden Konstellationen Delegationen beziehungsweise Unterhändler aller Seiten beteiligt – von den USA, Russlands, der Ukraine bis zu den Europäern.
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
Hauptziel war, dass die amerikanischen Unterhändler die Ergebnisse der jüngsten Gespräche am vergangenen Sonntag und Montag in Berlin mit Vertretern Russlands rückkoppeln.
Russischer Unterhändler findet Gespräche «konstruktiv»
Nach Angaben des russischen Unterhändlers Kirill Dmitrijew verliefen die Gespräche zufriedenstellend. «Die Diskussionen werden konstruktiv geführt», sagte der Berater von Kremlchef Wladimir Putin laut der russischen Staatsagentur Tass vor Reportern. An den Gesprächen in Miami nehmen von US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teil.
Mit dem Treffen gehen die Verhandlungen nach fast vier Jahren des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in die nächste Runde. Experten rechnen weiterhin mit einem langwierigen Prozess. (DPA)
Gestern, 14:00
Die Nato kann sich nach Einschätzung ihres Generalsekretärs Mark Rutte im Ernstfall auf die USA verlassen – auch unter Präsident Donald Trump. «Trump hat sich klar zur Nato bekannt – aber auch die klare Erwartung, dass wir unsere Ausgaben deutlich steigern. Und wir setzen das um», sagte Rutte der «Bild am Sonntag». Die Europäer übernähmen Verantwortung mit der «Koalition der Willigen» für die Ukraine, und sie schützten die Ostflanke, das Baltikum. «Die USA haben klar gesagt, dass sie in Europa engagiert bleiben – nuklear wie konventionell. Ein Abzug aus Europa steht nicht zur Debatte.»
Rutte lobte Trumps Bemühungen, den nun seit fast vier Jahren andauernden Krieg Russlands gegen die Ukraine zu beenden. «Trump ist in dieser Frage absolut engagiert. Er ist darauf fokussiert, diesen Krieg zu beenden», sagte der Nato-Chef. Trump sei der Einzige, der Kremlchef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch habe bringen können – und der Einzige, der Putin am Ende zu einem Friedensschluss zwingen könne. «Dafür zolle ich ihm grossen Respekt.»
Rutte wandte sich auch gegen Befürchtungen, die USA könnten ihre Unterstützung der Ukraine einstellen. «Davon gehe ich überhaupt nicht aus. Was wir im Moment sehen, ist, dass der Informationsaustausch und auch die Waffenlieferungen an die Ukraine weitergehen», sagte er. (DPA)
Gestern, 13:38
Die Ukraine hat Russland vorgeworfen, 50 Zivilisten aus der ukrainischen Region Sumy auf russisches Staatsgebiet verschleppt zu haben. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez schrieb am Sonntag bei Telegram, russische Soldaten hätten Bewohner der Ortschaft Hrabowske am Donnerstag illegal festgenommen und sie am Samstag nach Russland gebracht. Er habe umgehend die russische Menschenrechtsbeauftragte kontaktiert und Aufklärung über den Verbleib der 50 Menschen gefordert, schrieb Lubinez. Sie müssten sofort in die Ukraine zurückgebracht werden.
Die Ukraine hat Russland seit Beginn des Krieges immer wieder vorgeworfen, ukrainische Staatsbürger aus eroberten Gebieten auf russisches Gebiet gebracht zu haben, darunter viele Kinder. Wegen des Verdachts der Verschleppung ukrainischer Kinder erliess der Internationale Strafgerichtshof 2023 auch einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. (DPA)
Gestern, 11:43
Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Putin habe seine Bereitschaft zu einem Dialog auch mit Macron ausgedrückt, sagte Kremlsprecher Dmitri Pekow der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge. Wenn es den gegenseitigen politischen Willen gebe, könne man das nur positiv bewerten, führte er demnach aus.
Paris bezeichnete die Bereitschaft des russischen Präsidenten, mit Macron zu sprechen, als willkommen. Französische Medien berichten unter Berufung auf den Präsidentenpalast, dass Paris in den kommenden Tagen entscheiden werde, auf welche Weise das Gespräch stattfinden soll.
Macron hatte am Freitag gesagt, dass es nützlich sein könnte für Europa und die Ukraine, wieder mit Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein. «Ansonsten diskutieren wir untereinander mit Verhandlungsführern, die allein mit den Russen diskutieren werden. Das ist nicht optimal.» (DPA)
20.12.2025, 21:02
Unbekannte haben über der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw eine Drohne gestartet, an der eine russische Flagge befestigt war. Entsprechende Berichte bestätigte die Polizei Kyjiws auf ihrem Telegramkanal, nachdem die Behörde zunächst von einer Falschmeldung gesprochen hatte. Der Vorfall werde nun geprüft.
Videos von der Drohne waren bereits zuvor in Online-Netzwerken kursiert. In der Ukraine ist die Demonstration russischer Symbolik verboten. (DPA)
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
20.12.2025, 20:48
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Forderungen von Kremlchef Wladimir Putin zu Neuwahlen in seinem Land mit scharfer Kritik beantwortet. «Es ist nicht an Putin, zu entscheiden, wann und in welchem Format Wahlen in der Ukraine stattfinden», sagte er auf einer Pressekonferenz in Kyjiw zum Besuch des portugiesischen Regierungschefs Luis Montenegro. Putin werde eine mögliche Abstimmung über den künftigen ukrainischen Präsidenten nicht beeinflussen können, versprach er.
Auslöser der Kritik waren Äusserungen Putins am Freitag bei seiner Jahrespressekonferenz. Dort hatte er nicht nur erneut Präsidentenwahlen im Nachbarland gefordert und die derzeitige ukrainische Führung als illegitim kritisiert. Er hatte auch verlangt, dass an der Abstimmung die Ukrainer teilnehmen sollten, die in Russland lebten – seinen Angaben nach zwischen fünf und zehn Millionen. Diplomatische Vertretungen der Ukraine in Russland, wo normalerweise Bürger im Ausland bei einer Wahl abstimmen, gibt es nicht. So hatte Putins Wahlleiterin Ella Pamfilowa erklärt, dass die russischen Behörden den Urnengang dort organisieren könnten.
In Russland und den besetzten Gebieten wird nicht gewählt
«Es werden ukrainische Bürger abstimmen, die sich in der Ukraine aufhalten in den ukrainisch kontrollierten Gebieten», sagte Selenskyj dazu. Nur dort könnten ehrliche und transparente Wahlen gewährleistet werden. Daneben gebe es noch die gängige Praxis der Abstimmung in Auslandsvertretungen. «In den nicht von der Ukraine kontrollierten Gebieten können keine Wahlen abgehalten werden, weil klar ist, dass sie dort so durchgeführt werden, wie es Russland immer macht», sagte er mit Blick auf die internationale Kritik an der fragwürdigen Fairness von Wahlen in Russland.
Putin, der 2022 den Krieg gegen die Ukraine befahl, hat seit dem vergangenen Jahr mehrfach erklärt, dass Selenskyj wegen seiner abgelaufenen Amtszeit nicht mehr legitim sei. Kyjiw verwies hingegen auf das Kriegsrecht, das Wahlen in Kriegszeiten verbietet, wodurch sich die Amtszeit verlängere. Auch international wird Selenskyj weiterhin als ukrainischer Präsident anerkannt. (DPA)
Die USA haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein mögliches neues Format für Friedensgespräche mit Russland ins Spiel gebracht. Kyjiw werde über dieses Format entscheiden, sobald klar sei, ob die soeben wieder aufgenommenen bilateralen Gespräche mit US-Unterhändlern positiv verliefen, sagte Selenskyj am Samstag vor Reportern in Kyjiw.
Die USA hätten erklärt, sie würden ein separates Treffen mit Vertretern Russlands abhalten. «Und sie haben das folgende Format vorgeschlagen, soweit ich das verstehe: Die Ukraine, Amerika, Russland und, da es dort Vertreter Europas gibt, wahrscheinlich auch Europa», so Selenskyj.
US-Unterhändler sollten sich am heutigen Samstag mit russischen Regierungsvertretern in Miami treffen. Ukrainische und europäische Gesandte hatten am Vortag in den USA eine Gesprächsrunde mit ihren amerikanischen Kollegen abgehalten und vereinbart, die Kontakte bald wieder aufzunehmen, wie der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow mitteilte. Die Ukraine und Russland haben seit Juli nicht mehr direkt miteinander verhandelt. (SZ)
20.12.2025, 14:17
Sonnenblumenölvorräte der Genfer Firma Allseeds sind in der Nähe der Hafenstadt Odessa bombardiert worden. Der Direktor des Unternehmens berichtete am Samstag gegenüber Keystone-SDA von einem Toten und zwei Verletzten bei dem Angriff.
Tausende Tonnen Öl gingen bei den jüngsten russischen Luftangriffen verloren. «Unsere Anlagen im Hafen von Pivdenniy, 50 km östlich von Odessa, wurden letzte Woche, gestern Abend und heute Morgen bombardiert. Drei Tanks stehen derzeit noch in Flammen», sagte Direktor Kees Vrins.
Seiner Meinung nach ist es noch zu früh, um eine genaue Schadensbilanz zu ziehen. «Dies ist die achte Bombardierung seit Beginn des Krieges», sagte Vrins, dessen Unternehmen seit 28 Jahren in der Ukraine im Getreide- und Ölhandel tätig ist. (SDA)
20.12.2025, 08:52
Das ukrainische Militär hat nach eigener Darstellung ein russisches Kriegsschiff im Kaspischen Meer mit Drohnen angegriffen und beschädigt. Das Schiff «Ochotnik» (Jäger) habe sich auf einer Patrouillenfahrt in der Nähe einer Öl- und Gasförderplattform befunden, teilte der Generalstab in Kyjiw auf Telegram mit. Zudem sei eine Ölbohrplattform getroffen worden.
Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Von russischer Seite gab es dazu keine Angaben. Das Kaspische Meer ist gut 1800 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben bereits Kampfdrohnen mit einer Reichweite von über 2000 Kilometern entwickelt. (DPA)
20.12.2025, 08:09
Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind in der Nacht mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Weitere 27 Menschen seien teils schwer verletzt worden, teilte der staatliche Zivilschutz auf Facebook mit.
Bei dem Angriff auf eine Hafenanlage sei auch ein mit Passagieren besetzter Bus getroffen worden. Zudem seien Lastwagen und Autos auf einem Parkplatz in Brand geraten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Erst am Donnerstag war in Odessa eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Auto ums Leben gekommen. Ihre drei Kinder seien dabei schwer verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram mit. (DPA)
20.12.2025, 04:26
Die Verhandlungen über eine Friedenslösung in der Ukraine nach fast vier Jahren des russischen Angriffskriegs gehen in die nächste Runde. Nach den Gesprächen zwischen führenden europäischen Staaten, den USA und der Ukraine in Berlin am vergangenen Sonntag und Montag wollen die amerikanischen Unterhändler die Ergebnisse nun mit Vertretern Russlands in Miami im US-Bundesstaat Florida rückkoppeln.
Vor Tagen kündigte ein hochrangiger US-Beamter an, dass man sich in Arbeitsgruppen treffen wolle. Militärvertreter sollen demnach auch dabei sein. Die USA sehen sich als Vermittler in dem Konflikt.
Auch ukrainische und europäische Regierungsvertreter werden in Florida erwartet, darunter der aussenpolitische Berater des deutschen Kanzlers Friedrich Merz, Günter Sautter. Er machte sich bereits am Freitag auf den Weg, um dort «informelle Gespräche mit der US-Regierung» zu führen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.
Treffen mit Trump geplant
Medienberichten zufolge ist ein Treffen mit dem Ukraine-Sonderbeauftragten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, geplant, an dem auch Vertreter von Grossbritannien und Frankreich teilnehmen sollen. Gespräche der deutschen und russischen Seite sind nicht vorgesehen.
Die russische Delegation soll den Berichten zufolge von Präsident Wladimir Putins Berater Kirill Dmitrijew angeführt werden. Er soll mit Witkoff über die Ergebnisse der zweitägigen Gespräche in Berlin sprechen. (DPA)
19.12.2025, 19:07
US-Aussenminister Marco Rubio beteuert vor den Gesprächen mit Moskau an diesem Wochenende, weder die Ukraine noch den Aggressor Russland zu einer Lösung im Ukraine-Krieg zwingen zu wollen. «Es geht nicht darum, irgendjemandem ein Abkommen aufzuzwingen», sagte er vor Journalisten. Stattdessen solle erörtert werden, was beide Kriegsparteien «bereit sind zu geben und ob sich diese beiden Punkte überschneiden».
Rubio betonte: «Es kann kein Friedensabkommen geben, wenn die Ukraine nicht zustimmt. Und natürlich kann es kein Friedensabkommen geben, wenn Russland nicht zustimmt.»
Die USA hätten drängendere Probleme als den Krieg in der Ukraine. «Wenn Sie mich nach Prioritäten fragen würden, würde ich argumentieren, dass etwas in unserer Hemisphäre, das unseren nationalen Interessen dient, wichtiger ist als etwas auf einem anderen Kontinent.» Das mache die Ukraine und Russland jedoch nicht unwichtig, deshalb kümmerten sich die USA darum, sagte Rubio.
An diesem Wochenende treffen sich Vertreter der US-Regierung und des Kremls zu weiteren Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Miami. (DPA)
19.12.2025, 16:06
Die ukrainischen Drohnenangriffe auf Öltanker der russischen Schattenflotte zerstören nach Darstellung von Kremlchef Wladimir Putin bisher nicht das System russischer Energieexporte. Die Attacken führten aber zu höheren Versicherungskosten und stellten eine zusätzliche Bedrohung dar, sagte Putin bei seiner landesweit im Fernsehen übertragenen Jahrespressekonferenz, die er in Moskau zusammen mit der Bürgersprechstunde «Der direkte Draht» abhielt.
«Eine Antwort von unserer Seite wird auf jeden Fall folgen», sagte Putin. Er reagierte auf Medienberichte, nach denen eine ukrainische Drohne im Mittelmeer einen Öltanker der russischen Schattenflotte getroffen haben soll. Ukrainische Medien berichten unter Berufung auf Kontakte beim ukrainischen Geheimdienst SBU, dass diese Spezialoperation mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt gelungen sei (siehe Ticker-Eintrag unten).
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
Der SBU hatte zuletzt immer wieder mit Seedrohnen Tanker angegriffen, es kam zu Explosionen und Bränden auf Schiffen. Die Ukraine attackiert die russische Ölindustrie, darunter auch Depots und Raffinerien, weil für Moskau die Einnahmen aus dem Energieverkauf wichtig sind zur Finanzierung des Angriffskrieges. (DPA)
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Beteiligung der in Russland lebenden Ukrainer an möglichen Wahlen im von ihm angegriffenen Nachbarland gefordert. «Die Obrigkeit in der Ukraine muss endlich legitim werden – und das ist ohne die Wahlen unmöglich», sagte der Kremlchef in Moskau bei seiner Jahrespressekonferenz.
Russland sei bereit, über eine teilweise Waffenruhe nachzudenken. Zugleich müsse aber auch das Stimmrecht der Ukrainer gewährleistet werden, die nach Russland geflohen seien. Putin bezifferte deren Zahl auf fünf bis zehn Millionen.
Viele Hürden bis zu Neuwahlen in der Ukraine
Putin verlangt seit dem vergangenen Jahr Neuwahlen in der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj besitze nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit im Mai 2024 keine Legitimität mehr, behauptet Putin, der sich seine inzwischen fünfte Amtszeit mit einer Verfassungsänderung in Russland sicherte. Die Forderung nach Neuwahlen in der Ukraine hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt übernommen.
Obwohl in der Ukraine wegen der von Putin im Februar 2022 befohlenen Invasion seit knapp vier Jahren das Kriegsrecht herrscht, das Wahlen verbietet, zeigte sich Selenskyj zuletzt zu einer Abstimmung bereit. Er werde das Parlament um entsprechende Gesetzesänderungen bitten, sagte er. Allerdings verband er diese Zusage mit der Forderung nach einer Waffenruhe.
Die Beteiligung von angeblich fünf bis zehn Millionen in Russland lebenden Ukrainern ist schon aus organisatorischer Sicht schwer zu gewährleisten. Seit Kriegsbeginn gibt es weder eine ukrainische Botschaft noch Konsulate auf russischem Gebiet. Wo die Abstimmung stattfinden soll und wer sie überwacht, ist damit völlig unklar. (DPA)
19.12.2025, 15:48
Nach Worten von Kremlchef Wladimir Putin hat Russland rund 700’000 Soldaten im Gebiet des Ukraine-Kriegs im Einsatz. Es handele sich dabei überwiegend um ziemlich junge Leute, darunter die Generationen der 1990-er Jahre, sagte er bei seiner Jahrespressekonferenz und Bürgersprechstunde in Moskau.
Der russische Präsident am Freitag an seiner jährlichen Pressekonferenz zum Jahresende. Er beantwortete mehrere Stunden lang Fragen von Medienschaffenden.
Foto: Alexander Nemenov (AFP)
Angesprochen auf den Vorwurf, dass es sich bei dem Jahrgang um eine verlorene Generation handele, sagte er: «Nun, wir leben unter den Bedingungen der militärischen Spezialoperation.» So nennt der Kreml im offiziellen Sprachgebrauch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Russlands Geburtenrate im Sinkflug
Gleichzeitig ging es bei der jährlichen Fernsehshow Putins auch mehrfach um die Forderung, dass junge Menschen in Russland mehr Kinder zur Welt bringen sollen. Auch durch den Krieg und die vielen getöteten Soldaten verschlimmern sich die demografischen Probleme des Landes – Putin hatte zuletzt beklagt, dass die Geburtenraten weiter im Sinkflug seien trotz vieler staatlicher Massnahmen.
Schon im September hatte Putin von mehr als 700’000 Menschen an der Front gesprochen. Kyjiw nannte eine ähnliche Zahl, wobei allerdings auch Mitarbeiter von Spezialeinheiten und Unterstützungsdiensten mitgemeint waren. Wie viele unmittelbar an der Front kämpfen, ist dabei unbekannt. (DPA)
DPA/SDA/Redaktion Tamedia
Fehler gefunden? Jetzt melden.