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… dem Jugendleiter des SV Waldhof
(GM) Bereits in der Vorsaison entwickelte sich Kennedy Okpala zu einem Leistungsträger beim SV Waldhof. In der laufenden Saison setzte sich die positive Entwicklung des Youngsters fort und das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz und auch höherklassigen Vereinen. Es sieht aus, als würde Okpala bereits in der Winterpause zum Zweitligisten SC Paderborn wechseln. Eine offizielle Meldung des SV Waldhof steht zwar noch aus, aber einige Medien berichteten bereits von einem unterschriebenen Vertrag.

So oder so, Kennedy Okpalas Entwicklung ist nur ein Indikator für die gute Jugendarbeit des SV Waldhof – der Aufstieg der U17 von der Oberliga Baden-Württemberg in die NLZ-Liga ein weiterer. Da passt es gut, dass Jugendleiter Matthias Findeisen bei der Mitgliederversammlung, im November, mit großer Zustimmung wieder in das Präsidium des Vereins gewählt wurde.

Metropoljournal: Herr Findeisen, was hat Sie bewogen, wieder einen Platz im Präsidium des SV Waldhof zu übernehmen?

Matthias Findeisen: „Durch das Ausscheiden von Bernd Helfmann aus dem Präsidium wurde ohnehin ein fünftes Präsidiumsmitglied benötigt und durch aktuelle und in naher Zukunft anstehende Themen der Jugendabteilung, war es wichtig, fachliche Kompetenz im Nachwuchsbereich im Präsidium zu haben.“

Metropoljournal: Welche Themen sind das konkret?

Matthias Findeisen: „Zunächst einmal das Projekt Kunstrasenplatz, das uns ja schon eine ganze Weile begleitet, aber das jetzt endlich in die entscheidende Phase geht. Zum anderen das große Thema Nachwuchsleistungszentrum. Da haben sich die Anforderungen gravierend geändert. Die NLZ-Liga wird behandelt wie eine Profiliga, unter anderem werden die Spieler regelmäßig orthopädisch und kardiologisch untersucht – unser Etat hat sich praktisch verdreifacht.“

Metropoljournal: Kann man die Position des Jugendleiters da noch als Ehrenamt bezeichnen?

Matthias Findeisen: „Nein, unsere Tätigkeit geht weit über das Ehrenamt hinaus. 50 – 60 Arbeitsstunden pro Woche sind eher die Norm als die Ausnahme. Das ist schon eine sehr hohe Belastung.“

Metropoljournal: Noch steht die Zertifizierung zum Nachwuchsleistungszentrum durch den DFB aus. Wie wichtig war in diesem Zusammenhang der Aufstieg der U17 in die NLZ-Liga?

Matthias Findeisen: „Dieser Aufstieg ist natürlich Gold wert, weil er klar dokumentiert, dass unsere Jugendarbeit Früchte trägt und unser Nachwuchs unter Profibedingungen spielen kann. Wir freuen uns alle riesig darüber, dass unsere U17 den Aufstieg aus der Oberliga Baden-Württemberg in die NLZ-Liga geschafft hat. Für unseren Verein ist das ein großer Erfolg – und ein echtes Highlight.
Besonders stolz macht mich, dass dieser Aufstieg zeigt: Unser Weg im Nachwuchsbereich ist der richtige. Die Jungs haben sich über die gesamte Saison hinweg stark entwickelt – sportlich, taktisch und charakterlich. Genau dafür arbeiten wir jeden Tag: Talente fördern, Strukturen verbessern und die Zukunft unseres Vereins gestalten.
Mein besonderer Dank geht dabei nicht nur an die Spieler, die sich diesen Erfolg hart erarbeitet haben, sondern ganz besonders auch an unser engagiertes Trainerteam und natürlich an den gesamten Verein für die konsequente Förderung unserer Talente.
Und natürlich freue ich mich darauf, mit unserem Nachwuchs den nächsten Schritt zu gehen – in einer Liga, die uns sportlich weiter fordern und fördern wird.“

Metropoljournal: Da der SV Waldhof finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, besteht ja immer auch die Gefahr, dass Talente, die sich hier entwickeln und den Sprung in den Profifußball schaffen, auf Dauer nicht gehalten werden können und zu anderen Vereinen abwandern – wie es jetzt auch im Falle Kennedy Okpala zu sein scheint. Ist das nicht eine negative Kehrseite, der guten Jugendarbeit?

Matthias Findeisen: „Natürlich sehen wir das auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber das ist im Profigeschäft normal. Und bei uns war das ja auch immer so. Kennedy Okpala ist ja nicht der erste Spieler, der bei uns den Sprung in den Profifußball geschafft hat und für andere Vereine interessant wurde. Dabei will ich auch einmal klarstellen, dass Kenny nicht erst seit 2023 beim SV Waldhof ist, wie in manchen Medien zu lesen war. Er kam ja schon 2020, als B-Jugendlicher, zu uns, übrigens aus Neustadt an der Weinstraße, also eigentlich direkt vor der Haustür eines Mitbewerbers. Trotz unserer bescheidenen Möglichkeiten – und dank unserer Scouting-Abteilung – konnten wir ihn überzeugen, zum SV Waldhof zu wechseln.
Und vor Kenny gab es ja auch schon Nadiem Amiri und Florian Flick, denen bei uns der Sprung in den Profifußball gelang oder auch Semih Sahin, der mittlerweile Stammspieler in der 2. Bundesliga ist. Und nicht zu vergessen, Hakan Calhanoglu, der es sogar in den internationalen Fußball schaffte.
Doch anders als früher, können wir, wenn wir das NLZ-Zertifikat haben, höhere Erlöse aus den Transfers unserer Jugendspieler erzielen. Jetzt haben wir den Status eines Amateurvereins und können, je nach Alter des Spielers zwischen 750 und maximal 5.000 Euro bekommen, plus bis zu 500 Euro – ligaabhängig – für jedes Jahr Vereinszugehörigkeit. Vor dieser Saison wechselte einer unserer C-Jugend-Spieler, der seit drei Jahren bei uns ist, zum FC Augsburg. Da wird eine Ablöse von 5.000 Euro fällig, zuzüglich 500 Euro für jedes Jahr, das er bei uns war, also zusammen 6.500 Euro. Als NLZ-Verein der Kategorie 3, in der wir zunächst eingeordnet wären, bekämen wir für einen Jugendspieler, ab der U13, der zu einem Verein der 1. oder 2. Bundesliga wechselt, schon 10.000 Euro. Schon aus finanziellen Gründen ist daher das NLZ-Zertifikat für uns sehr wichtig und die Jugendabteilung wird zukünftig immer mehr wie ein Management arbeiten müssen.“

Metropoljournal: Dann wünschen wir Ihnen und der Jugendabteilung auf dem Weg dahin weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für dieses Gespräch.