Talente-Kalender 

Deinner Ordóñez: Chelsea sichert sich „The next big thing“ aus Ecuador

©TM/IDV Prensa

Egal, ob Justin Lerma (17) zum BVB, die Zwillingsbrüder Edwin und Hólger Quintero (16) zu Arsenal oder Bayerns Bemühungen um Virgilio Olaya (17): Die aufstrebende Nachwuchsarbeit im ecuadorianischen Fußball ist längst kein Geheimtipp mehr. Als Vorreiter besonders im Fokus steht die Talentschmiede von Independiente del Valle. Mit Willian Pacho (24), Piero Hincapié (23) und Joel Ordóñez (21) wurde etwa die aktuell stärkste Abwehrreihe Südamerikas komplett bei den Negriazules ausgebildet – und mit Deinner Ordóñez (16) steht das nächste Juwel in den Startlöchern.

Kommen die Experten auf Ordóñez zu sprechen, sind Superlative nicht weit. „The next big thing“, nannte ihn kein Geringerer als Fabrizio Romano. Die Aussagen „Jahrhunderttalent“ oder „Der Beste seiner Altersklasse in Südamerika“ fallen immer wieder. Allein das zeugt schon vom großen Potenzial des Abwehrspielers, das ihn schon früh in den Nachwuchs von Independiente del Valle spülte. Der zweifache Copa-Sudamericana-Sieger besitzt ohne Zweifel eine der besten Akademien Südamerikas.

Doch Ordóñez sticht noch mal heraus, nicht nur aufgrund seiner 1,88 Meter mit 15 Jahren. Er ist seinen Altersgenossen stets einen Schritt voraus, machte bei nationalen und internationalen Turnieren auf sich aufmerksam. Mit 14 spielte er bereits in der U17, mit 15 ging es noch einen Schritt höher – auch im Nationalteam. Innerhalb von sechs Monaten nahm er sowohl mit der U15, U17 als auch mit der U20 an der Südamerikameisterschaft teil und war dabei immer gesetzt. „Wir sind von seinen Fortschritten sehr beeindruckt“, sagte der damalige U20-Nationaltrainer Miguel Bravo.

Die Nominierung von Ordóñez für die U20-Nationalmannschaft mit nur 15 Jahren löste aber auch eine Diskussion aus, die über den Sport hinausging, denn von seinen Qualitäten sind alle überzeugt. Die Frage war vielmehr: Ist dies ein Schritt, der die Karriere des Ausnahmetalents beflügeln kann, oder ein unnötiges Risiko, das ihn zu früh dem Druck der Öffentlichkeit aussetzt? Seinen Auftritten war von all dem nichts anzumerken und im Fokus der Top-Klubs stand Ordóñez ohnehin schon länger.

Chelsea sichert sich „The next big thing“ Deinner Ordóñez

Zahlreiche namhafte europäische Vereine verfolgten die Auftritte des Innenverteidigers bei den Turnieren, Scouts von Barça, Liverpool oder Benfica sollen unter ihnen gewesen sein. Doch das Rennen wird mal wieder der FC Chelsea machen, der sich am Ende dem Vernehmen nach gegen zwei Premier-League-Konkurrenten und einen Bundesligisten durchgesetzt hat, wenngleich der Wechsel noch nicht offiziell bestätigt worden ist. Nach Erreichen der Volljährigkeit wird Ordóñez im Januar 2028 zu den Blues stoßen.

Chelseas Sportdirektoren Paul Winstanley und Laurence Stewart, die einen besonderen Fokus auf den südamerikanischen Markt legen, sollen sich besonders – auch vor Ort – um den Deal bemüht haben. Die Londoner wollen früh die Hände auf Ausnahmetalente bekommen und bieten dafür auch hohe Ablösen. So wird vor Ordóñez etwa der Brasilianer Denner (17) im kommenden Sommer für 10 Millionen Euro zu Chelsea kommen, auch bei Estêvão (18, 45 Mio. Euro) oder Kendry Páez (18, 10 Mio. Euro) waren die Blues früh bereit, tief ins Portemonnaie zu greifen. Für Ordóñez steht ebenfalls eine zweistellige Millionensumme im Raum, auszahlen könnte sich der Vorgriff aufgrund der Qualitäten allemal.

„Er ist ein sehr technischer und schneller Spieler mit guter Ballkontrolle, der viele präzise lange Pässe spielt und sich dank seiner körperlichen Stärke auch im Kopfballspiel durchsetzen kann. Sein Spielstil ähnelt sehr dem von Willian Pacho und Joel Ordóñez“, sagt Christopher García, Data Administrator South America bei Transfermarkt. Seine Beidfüßigkeit komplettiert das Bild eines modernen, spielstarken Innenverteidigers. „Schwächen sah man noch durch seine Unerfahrenheit und Nervosität bei Turnieren, bei denen seine Gegner auch mal fünf Jahre älter waren. Aber trotzdem hat er seine Rolle immer mehr als erfüllt“, so García weiter.

Bevor es nach Europa geht, muss Ordóñez aber noch zwei Jahre in Ecuador seine Entwicklung fortsetzen. Dabei hat er bei Independiente del Valle die besten Voraussetzungen. Jahr für Jahr bekommen Eigengewächse hier die Chance, sich zu zeigen. Ordoñez dürfte wohl schon in der neuen Spielzeit bei den Profis reinschnuppern. Und bei Stippvisiten in London werden ihm sicherlich seine Landsmänner Moisés Caicedo (24) und Páez, die beide ebenfalls bei IDV ausgebildet wurden, die Eingewöhnung leichter machen.

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