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Deutschland debattiert über die Rente. Die Sozialabgaben sollen in Zukunft laut eines Experten erheblich steigen. Das betrifft wohl auch die Krankenversicherung.
Berlin – Die Menschen in Deutschland nehmen über Weihnachten und Silvester hinweg auch Sorgen mit ins neue Jahr. Rente, Versicherung und Steuer – das Leben könnte für viele hierzulande noch teurer werden. Und zwar in Zeiten, in denen die Inflation in Deutschland zeitweise förmlich galoppiert ist. Und in denen sich mancher wegen der Rente sorgt. Kurz vor Weihnachten wurde nun eine neue Einschätzung zu den Sozialabgaben publik. Und die hat es in sich.
Die Menschen in Deutschland müssen einer Experten-Einschätzung zufolge mehr Geld für Sozialabgaben einplanen – etwa für die Deutsche Rentenversicherung. (Symbolfoto) © IMAGO / Henricus Lüschen
Im Jahr 2026 werden zum Beispiel die Abgaben für Gutverdiener in Deutschland deutlich steigen. Stichwort Beitragsbemessungsgrenze. Laut einer Analyse des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) werden zudem in „einigen Krankenkassen“ Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung erhöht. 2026 entfallen vom Bruttogehalt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland 21,3 Prozent auf die Rentenversicherung, die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung und die Arbeitslosenversicherung – alle Beiträge zusammengefasst.
Rente, Krankenversicherung, Pflegeversicherung: Höhere Beiträge in Deutschland erwartet
Beitragszahler ohne Kinder zahlen dann sogar 21,9 Prozent. Ein erheblicher Teil der Sozialabgaben geht mit 9,3 Prozent in die Rentenversicherung, während die Renten in Zukunft wohl geringer ausfallen werden. Aktuelle Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung liegen indes bei 7,4 Prozent vom Bruttolohn. Kurzum: Es landet wegen der Sozialabgaben deutlich weniger Geld netto auf dem Konto.
Und zwar offenbar langfristig immer weniger. Der Ökonome Martin Werding hat eine Berechnung auf Basis der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für den Spiegel ermittelt. Demzufolge könnte die Gesamtbelastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland durch Sozialabgaben bis 2050 auf geschätzt 53 Prozent des Bruttogehalts angestiegen sein.
Sozialabgaben in Deutschland: Weniger Erwerbstätige werden künftig einzahlen
Werding begründet seine Einschätzung damit, dass in Deutschland künftig weniger Erwerbstätige die Last der Sozialkassen mit stemmen werden. Dieser nicht nur von ihm erwartete Trend soll sich in den nächsten Jahrzehnten nochmal ausweiten. In Zahlen ausgedrückt: Eine Mitte Dezember veröffentlichte Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes prognostiziert für das Jahr 2070 geschätzt 37,1 bis 45,3 Millionen Menschen in Deutschland, die dann zwischen 20 und 66 Jahren alt sein werden.
Derselben Quelle zufolge waren im Oktober 2025 dagegen etwas mehr als 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Der gesetzlichen Renten-, Kranken und Pflegeversicherung fehlen künftig im Vergleich zur Gegenwart diesen Angaben nach Millionen Beitragszahler – parallel zu einer immer älteren Bevölkerung. Laut Statistischem Bundesamt werden im Jahr 2070 in Deutschland dagegen zwischen 20,1 und 21,8 Millionen Menschen über 67 Jahren leben. (Quellen: Spiegel, Institut der deutschen Wirtschaft, Statistisches Bundesamt) (pm)