Tiere haben Angst vor Feuerwerk (Grafik von KI generiert)

Duisburg/Rhein-Ruhr. Svenja Gruszeczka schaut ihre zitternde Mischlingshündin Lilly mit traurigen Augen an. Bereits Tage vor Silvester bekommt sie ihren Hund kaum noch vor die Tür und in der Silvesternacht nicht einmal unter dem Bett hervor. „So wie Lilly geht es tausenden Hunden und Katzen jedes Jahr um diese Zeit. Und das betrifft nicht nur Haustiere – auch Wildtiere leiden unter dem Lärm und dem Geruch der Böller und Raketen”, erklärt Svenja Gruszeczka, 1. Vorsitzende von Hunderettung Europa e.V., einem der größten Tierschutzvereine Deutschlands. Dieser fordert ein bundesweites Feuerwerksverbot und hat sich gemeinsam mit vielen anderen Organisationen dem Aktionsbündnis #BöllerCiao der Deutschen Umwelthilfe (DUH) angeschlossen, in dessen Rahmen eine Millionen Unterschriften für ein Feuerwerksverbot gesammelt werden.

So kann man Haustieren Sicherheit geben 

Hunderettung Europa e.V. setzt sich für ein umfängliches Böllerverbot ein und sagt dem Stress für die Tiere den Kampf an. „Jedes Jahr entlaufen hunderte Tiere zum Jahreswechsel, weil sie vom Raketenknall aufgeschreckt werden und die Flucht ergreifen, und einige davon überleben die Silvesternacht nicht”, weiß Svenja Gruszeczka aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit hunderten von geretteten Hunden und Katzen. „Deshalb kämpfen wir dafür, dass durch das Aktionsbündnis ein Böllerverbot erreicht wird und unsere Vierbeiner in Zukunft keine Angst mehr haben.” Bis es soweit ist, empfiehlt die Tierschützerin, Hunde an den Tagen um Silvester beim Spaziergang mit einem Sicherheitsgeschirr und 2 Leinen doppelt zu sichern und zusätzlich GPS-Tracker am Halsband zu tragen. „Katzen sollten besser einige Tage im Haus bleiben, damit sie sich nicht erschrecken, weglaufen und die Orientierung verlieren oder sich verletzen“.

Lasershow statt Feuerwerk

Doch auch Waldtiere werden durch die lauten Geräusche und Gerüche aufgescheucht. So rennen Rehe oder Wildschweine im schlimmsten Fall vor Autos, Winterschläfer werden aufgeweckt und verhungern. Vögel kollidieren mit den Feuerwerkskörpern. Laut einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2023 sprechen sich etwa 64% der Befragten für ein Verbot privater Feuerwerke in Deutschland aus. Denn auch die Umwelt und das Klima leiden massiv durch Böller und Raketen – sei es durch Feinstaub, die Abfälle der Feuerwerkskörper oder die freigesetzten Emissionen beim Abbrennen.

Die Einsatzkräfte bei der Feuerwehr, bei der Polizei und in Krankenhäusern werden zusätzlich belastet. „Wir sind es leid, jedes Jahr am eigenen Leib zu spüren, was politische Untätigkeit bedeutet“, verkündete Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Außerdem gibt es inzwischen viele Alternativen zum herkömmlichen Feuerwerk, wie man erst kürzlich über dem Rathaus der Stadt Lüneburg sehen konnte, als eine Lasershow mit 200 Flugdrohnen veranstaltet wurde. So lässt sich ein visuelles Spektakel für Groß und Klein präsentieren – ganz ohne Lärm und Emissionen. „Wir hoffen, dass noch viele Menschen die Petition unterschreiben, damit die Politik endlich handeln muss. Für die Tiere und die Umwelt“, fordert die 36-jährige Vereinsvorsitzende von Hunderettung Europa.

 

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