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Erfreut über das eingebaute neue CT sind (v. l.) Saber Abidi (Teamleiter Medizintechnik), Marc Unverzagt (Projektleitung CT-Projekt Friedberg/Teamleiter Betriebstechnik), Monika Grigori (Radiologie), Dr. Andreas Breithecker (Chefarzt Radiologie), Ali Bulut (Technischer Leiter GZW) sowie die Philips-Vertreter Marco Seemann, Dennis Scherf und Mathias Umlauf. © pv
Im Friedberger Bürgerhospital ist mit großem Aufwand ein neues CT platziert worden, das entscheidende Verbesserungen bietet. Später soll es nach Bad Nauheim umziehen.
Eine wesentlich verbesserte Durchblutungsdarstellung im Gehirn (zum Beispiel nach Schlaganfällen), Lungenkrebs-Screenings und ganz allgemein sehr präzise, hochauflösende Bilder bei geringerer Strahlenbelastung und kürzerer Untersuchungsdauer sind die Vorzüge des neuen Computertomografen Philips-CT 5300, der kürzlich im Bürgerhospital Friedberg eingebaut worden ist. Er ersetzt dort das zuvor vorhandene Gerät. Nach Fertigstellung des Neubaus am Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim soll der neue CT dorthin umziehen.
Umfangreiche Vorarbeiten nötig
Im Vorfeld des Einbaus leisteten die Betriebs- und Medizintechnik des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) in enger Abstimmung mit Ärzten, den jeweiligen Bereichsleitungen und der Geschäftsführung Maßarbeit. Sie koordinierten die Ausschreibung und übernahmen eigenständig Planung und Projektleitung. Ein straffer Projektzeitplan wurde im Vorfeld erarbeitet und dann innerhalb von zwei Wochen umgesetzt – dies war wichtig im Hinblick auf den Umstand, dass für die Interimszeit CT-Untersuchungen ausgelagert werden mussten.
Der Zeitplan war in drei Projektschritte unterteilt: Demontage des vorhandenen CT, Installation des neuen CT sowie TÜV-Abnahme und Applikationstraining mit eingeschränktem Patientenbetrieb.
Ein neuer CT-Stromverteiler musste geschaffen und eine neue Zuleitung mit einem ausreichenden Querschnitt aus der Hauptstromverteilung in den CT-Technikraum verlegt werden. Dabei war durch den einen Meter dicken Stahlbeton aus dem Jahr 1977 zu bohren, eine herausfordernde Aufgabe, die den Kernlochbohrer dreimal zum Ausglühen brachte. Angesichts der höheren Abwärme des neuen CT war zudem die vorzuhaltende Kühlleistung zu erhöhen.
In Eigenleistung installierte die GZW-Betriebstechnik zudem neue LED-Deckenleuchten, ersetzte defekte Schalter- und Steckdosen, setzte neue Kabelkanäle und Rammschutzprofile, passte Deckenelemente an und verlegte flächendeckend einen neuen Linoleumfußboden. Die verschlissenen Kanten der in die Jahre gekommenen Strahlenschutztüren wurden mit neuen Aluminiumprofilen versehen, die strahlenabsorbierend wirken. Und weil der neue CT an anderer Stelle im Raum positioniert werden sollte als sein Vorgänger, musste zur Einrichtung eines neuen Kabelkanals dort der Fußboden aufgestemmt werden.
Wichtiges Zeitfenster wird erweitert
In der Stroke unit (Schlaganfallstation) des Bürgerhospitals wurde das neue CT sehnsüchtig erwartet. „Das bisher vorhandene CT hat uns gezeigt, ob sich ein Schlaganfall ausgebildet hat oder nicht. Der große Vorteil des neuen Perfusions-CT ist, dass er darüber hinaus die Durchblutungssituation des betroffenen Hirngewebes darstellen kann. Auf diese Weise können wir besser erkennen, wie groß die von einem Schlaganfall bedrohten Hirnareale sind und in welchem Größenverhältnis sie zu bereits irreversibel zerstörtem Hirngewebe stehen. Auf diese Weise lässt sich bei bestimmten Patienten auch dann noch eine Notfalltherapie durchführen, wenn sich das dafür eigentlich vorgesehene Zeitfenster bereits geschlossen hat. Dies ist beispielsweise bei Patienten wichtig, die erst nach dem Erwachen feststellen, dass sie einen Schlaganfall erlitten haben, und daher nicht sagen können, seit wann die Symptomatik besteht“, erläutert Privatdozent Florian Roessler, Chefarzt der Schlaganfallstation des GZW.
Die neue Technik könne also in bestimmten Fällen das sogenannte Lysefenster vergrößern, den Zeitraum, in dem eine medikamentöse Intervention zur Auflösung des schlaganfallauslösenden Blutgerinnsels möglich sei, ohne eine potenziell lebensbedrohliche Blutung zu riskieren. Bislang wurde das Lysefenster auf viereinhalb Stunden nach dem Schlaganfall begrenzt.
Darüber hinaus ließen sich aus den Bildern des neuen CT sogar Krankheiten auslesen, deren Symptomatik derjenigen eines Schlaganfalls ähnele. „Wir können besser differenzieren, ob eine bestimmte Symptomatik auf einen Schlaganfall zurückgeht oder doch beispielsweise auf einen epileptischen Anfall.“