Die Zeit zwischen den Jahren steht für die meisten Menschen symbolisch für den Übergang zwischen Altem und Neuem. Aber nicht nur heutzutage gilt die Zeit als besonders – in vielen Kulturen haben Menschen die besonders langen Nächte für Feste und Rituale genutzt: die Wintersonnenwende, das nordeuropäische Julfest, Heiligabend und die Heiligen drei Könige.

Rituale und Bräuche: Wer sich daran hält, hat nichts zu befürchten
Zu den verschiedenen Festen, die im Freien gefeiert werden, treten Rituale, die „drinnen“ stattgefunden haben. Während der sogenannten Rauhnächte (die zwölf Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar) haben die Menschen unter anderem keine Wäsche gewaschen. Der Grund: Weiße Laken standen symbolisch für Leichentücher, was den Tod mit sich gebracht hätte. Dem Volksglauben zufolge haben die Rauhnächte eine mythische Bedeutung: Sie stehen als Brücke zwischen dem Diesseits und Jenseits.
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Und warum soll man zwischen den Jahren keine Haare und Nägel schneiden? Laut Mythologie führt dies zu Gicht und Kopfschmerzen. Denn in der heiklen Übergangszeit zwischen Altem und Neuem ist jede Schutzschicht vonnöten. Und ausgerechnet Haare und Fingernägel stehen für Lebenskraft, die bei der Abwehr von Bösem so wichtig ist.
Während der Rauhnächte ist es laut Volksglauben außerdem wichtig, Ordnung zu halten. Denn Unordnung lockt die Chaos liebenden Geister an. Weihrauch sollte dabei helfen, alles was Böse ist, aus den eigenen vier Wänden fernzuhalten. Bis heute wird zum Jahreswechsel um Mitternacht geböllert, denn damit sollten ursprünglich Dämonen vertrieben werden. Wer sich früher an die Bräuche gehalten hat, der wurde mit besinnlicher Stimmung belohnt.
fmg/jan