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Die Panne einer Versicherung sorgt für Verwirrung auf vielen Konten. Zahlreiche Kunden erhielten eine verfrühte Abbuchung. Eines sollte sofort jeder überprüfen.

Hamm – Ein Großteil der rund sechs Millionen Kunden der HUK-Coburg Versicherung – darunter auch zahlreiche Versicherte aus Nordrhein-Westfalen – erlebten kurz vor Weihnachten eine unangenehme Überraschung: Die Versicherung hatte versehentlich bereits Beiträge für das Jahr 2026 von den Konten abgebucht. Allein in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, dürften aufgrund der hohen Einwohnerzahl mehrere tausend Haushalte von der Panne betroffen gewesen sein. Genaue Zahlen nannte die HUK nicht. Die Versicherung bestätigte jedoch den Vorfall und entschuldigte sich für die verfrühte Abbuchung.

Ein schwarzes Smartphone, das auf einer dunklen Oberfläche liegt und auf dessen Bildschirm eine weiße App-Oberfläche mit dem gelben Logo „MEIN AUTO“ und darunter einem kleineren schwarzen Symbol zu sehen ist.Kunden der HUK sollten ihre Kontoauszüge checken. (Symbolbild) © Felix Schlikis/imago

Die gute Nachricht für Verbraucher: Es besteht kein Handlungsbedarf. Wie die HUK-Coburg in ihrem Statement gegenüber wa.de erklärt, wurden „die Abbuchungen von Seiten unserer einziehenden Banken bereits storniert“. Das bedeutet, dass die zu früh eingezogenen Beträge automatisch auf die Kundenkonten zurückgebucht werden. Je nach Hausbank kann es allerdings noch zu Verzögerungen kommen, bis die Stornierung für die Kunden sichtbar wird.

Versicherung mit Fehlbuchung auf Konto – alle Kunden sollten umgehend handeln

Auch Kunden, die bereits auf die unerwartete Abbuchung reagiert und dieser widersprochen haben, müssen nichts weiter unternehmen. Die Versicherung versichert, dass auch in diesen Fällen keine weiteren Schritte erforderlich seien. Die Stornierung erfolge automatisch, unabhängig davon, ob Kunden bereits Widerspruch eingelegt haben oder nicht.

Für einige könnte die Abbuchung aber problematisch gewesen sein: Wenn das Konto durch die unerwartete HUK-Abbuchung ins Minus rutscht, fallen sofort Dispozinsen an – und zwar ab dem ersten Tag der Überziehung. Diese werden tageweise berechnet und können je nach Bank zwischen 7 und 17 Prozent pro Jahr betragen. Bei einer geduldeten Überziehung über den vereinbarten Disporahmen hinaus werden oft noch höhere Überziehungszinsen fällig. Gerade zum Jahresende, wenn viele Versicherungsbeiträge, Jahresbeiträge und andere Lastschriften fällig werden, kann die unerwartete HUK-Abbuchung eine Kettenreaktion auslösen. Weitere wichtige Zahlungen wie Miete, Strom oder andere Versicherungen könnten ebenfalls platzen. HUK-Kunden sollten daher am besten sofort reagieren und ihre Kontoauszüge checken.

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Für das neue Jahr ändert sich durch den Vorfall – dessen Ursprung offenbar noch nicht abschließend geklärt werden konnte – nichts: Die regulären Beitragszahlungen für 2026 werden voraussichtlich zum gewohnten Termin zu Beginn des Jahres eingezogen. Kunden müssen also nicht befürchten, dass ihre Versicherungsbeiträge doppelt abgebucht werden oder dass es zu Problemen mit ihrem Versicherungsschutz kommt.