Kirchen prägen seit Generationen das Leben in vielen Berliner Kiezen, religiös, kulturell und sozial. Heute stehen viele von ihnen im Fokus umfangreicher Sanierungen oder struktureller Neuausrichtungen. Fünf aktuelle Kirchenprojekte machen sichtbar, wie Tradition und zeitgemäße Nutzung zusammengeführt werden.
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Für viele Menschen gehört der Gang in die Kirche an Heiligabend fest zu Weihnachten dazu, unabhängig davon, wie eng sie dem Glauben im Alltag verbunden sind. Kerzenlicht, Musik und die Erzählung von der Geburt Jesu schaffen einen Moment der Ruhe inmitten des Jahresendes und knüpfen an eine jahrhundertealte Tradition an.
Gleichzeitig sind Kirchen in Berlin nicht nur spirituelle Orte, sondern auch prägende Bauwerke, die sich stetig verändern, erneuern und neu genutzt werden. Fünf aktuelle Sanierungs- und Kirchenprojekte zeigen, wie Berlins Sakralbauten zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft weiterentwickelt werden, pünktlich zu einem Fest, das wie kaum ein anderes für Gemeinschaft und Besinnung steht.
Berlin-Mitte: Zionskirche wird weiter denkmalgerecht saniert
© Foto: Wikimedia Commons, Ansgar Koreng, CC BY-SA 4.0
Die Zionskirche in Berlin-Mitte wird seit den 1990er-Jahren schrittweise instand gesetzt und erhält nun einen weiteren Sanierungsbaustein. Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begannen 2025 die Restaurierungsarbeiten an den tragenden Innenstützen unter den Emporen sowie an der historischen Terrakotta-Kanzel. Beide Bauteile sind statisch und historisch von zentraler Bedeutung und zählen zu den original erhaltenen Elementen des Innenraums. Die Arbeiten knüpfen an laufende Maßnahmen an und sollen die langfristige Nutzung der Kirche als Gottes- und Kulturraum sichern.
Mehr zum Projekt lest Ihr hier
Berlin-Köpenick: St.-Laurentius-Kirche wird grundlegend bis 2026 saniert
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
In der Köpenicker Altstadt wird die St.-Laurentius-Kirche seit Juli 2024 umfassend instand gesetzt und bis 2026 baulich wie technisch erneuert. Geplant sind unter anderem ein neuer Dachstuhl, die Stabilisierung des Mauerwerks sowie der Einbau einer Fußbodenheizung, um Nutzung und Energieeffizienz zu verbessern. Alle Arbeiten erfolgen denkmalgerecht und in enger Abstimmung mit den Fachbehörden. Ziel ist es, das Bauwerk langfristig zu sichern und weiterhin für Gottesdienste, Konzerte und öffentliche Veranstaltungen nutzbar zu machen.
Mehr zum Projekt lest Ihr hier
City West: Glockenturm der Gedächtniskirche wird ab 2026 saniert
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der freistehende Glockenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz soll ab 2026 umfassend instand gesetzt werden, nachdem er seit Jahren aus Sicherheitsgründen eingerüstet ist. Geplant ist eine denkmalgerechte Sanierung der Betonwaben und des charakteristischen Betonglases, wobei jede einzelne Wabe ausgebaut, geprüft und technisch ertüchtigt wird. Die Arbeiten sind Teil eines größeren Modernisierungsprogramms für das gesamte Kirchenensemble und sollen 2027 abgeschlossen sein. Mit einem Budget von rund sieben Millionen Euro ist die Finanzierung für den Erhalt des stadtbildprägenden Bauwerks bereits gesichert.
Mehr zum Projekt lest Ihr hier
Kreuzberg: Neuer Diakonischer Campus an der St.-Simeon-Kirche
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Hinterhof der St.-Simeon-Kirche an der Wassertorstraße entsteht ein fünfgeschossiger Neubau, der das frühere Pfarrhaus aus den 1960er-Jahren ersetzt. Seit dem Abriss Anfang 2023 wächst hier ein diakonischer Campus, der kirchliche, soziale und pflegerische Einrichtungen unter einem Dach bündelt. Vorgesehen sind unter anderem Räume für das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte, den Diakonie Pflegeverbund sowie die Diakoniestation Kreuzberg. Die Fertigstellung verzögerte sich mehrfach und erfolgte im Spätsommer 2025.
Mehr zum Projekt lest Ihr hier
Wedding: Kornelius Forum verbindet Kirche, Verwaltung und Wohnen
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Rand des Schillerparks entsteht mit dem Kornelius Forum ein Neubau des Evangelischen Kirchenkreisverbands Berlin Mitte-Nord, der Verwaltung, Wohnen und öffentliche Nutzungen zusammenführt. Geplant sind Büroräume, Seminarräume, ein Café sowie Wohnungen im obersten Geschoss, während Kirche und Kita am Standort erhalten bleiben. Der Entwurf setzt auf das energiearme „2226“-Konzept ohne klassische Heiz- oder Kühltechnik und will so neue Maßstäbe für klimabewusstes Bauen setzen. Mit dem Projekt reagiert die Kirche zugleich auf steigende Kosten und schafft ein offenes, quartiersbezogenes Zentrum im Wedding.
Mehr zum Projekt lest Ihr hier
Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, Wikipedia, Berliner Woche, taz, Andreas Hergeth, Berliner Morgenpost, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Stark + Stilb Architekten PartGmbB, Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte, Diakonie Pflegeverbund, Diakoniestation Kreuzberg, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin




