Foto: StockSnap / PixabayDer Seniorenrat der Stadt Erkrath lud am 27. November 2025 interessierte Bürger zu seiner Informations-Veranstaltung zum Thema KI in das Forum Sandheide ein.

Der Referent, Peter Stellbrink, bezeichnet sich selbst als Speaker, der sich mit der Schnittstelle zwischen Technologie, Ethik und menschlicher Entwicklung befasst. Mit seinem Vortrag sollten die Zuhörer sensibilisiert und auch zu inspiriert werden, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Robotik und digitaler Transformation die Zukunft mitzugestalten. Mit fundiertem Wissen vereinnahmte das Publikum, erklärte praktische Anwendungen und ließ es auch an Humor nicht fehlen.

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet im weitesten Sinne computerbasierte Systeme, die ihre (virtuelle oder reale) Umgebung analysieren können, um daraus relevante Informationen zu abstrahieren, welche sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen.

26 Besucher hatten sich im Konferenzraum des SKFM eingefunden, was möglicher Weise davon zeugt, dass das Thema KI für Senioren noch zu abstrakt ist. Die Ausführungen von Peter Stellbrink, ein Fachmann und Vordenker zu den Themen Robotik, KI und gesellschaftliche Auswirkungen waren informativ und interessant, dennoch wirkten die Besucher bei den allgemeingültigen Betrachtungen zum Thema bisweilen überfordert. Das es zukünftig Minidrohnen geben wird, die mit einer Kugel ausgestattet sind und einen Menschen problemlos erschießen könnten, ist für den Alltag der Senioren eher uninteressant. Ganz anders hingegen die Betrachtungen dazu, dass ein Roboter Menschen mit Behinderungen betreut und auch bedingt pflegt. Ein Besucher erkannte aber richtigerweise, dass der Betreute dafür aber zu mindestest in der Lage sein müsse, seine Bedürfnisse zu artikulieren. Denn ohne Befehl ist auch ein Pflegeroboter nutzlos.

In der Medienwelt, im Fernsehen und in den Printmedien ist der Begriff „Künstliche Intelligenz“ mittlerweile ein immer wiederkehrender Begriff. Je nach Berichterstattung werden die Vorteile für die Gesellschaft oder die Nachteile für die Arbeitswelt herausgestellt. Wie hoch ist der Stellenwert der künstlichen Intelligenz für Senioren? Hilft sie im Alltag bei der Beantwortung von Alltagsfragen? Oder ist zu befürchten, dass einer Seniorin oder einem Senior ein Roboter in die Wohnung gestellt wird, der einem 2-mal am Tage den Blutdruck misst? Aber wer hilft dann bei der täglichen Körperpflege? Wie weit kann die KI, Seniorinnen und Senioren bei der Bewältigung des Alltags unterstützen?

Die Erwartungshaltung vieler Besucher ging in eine andere Richtung. Statt ethischer Debatten oder technischer Visionen hätten sich Gäste wie Stefan S. konkrete Antworten auf die Frage gewünscht: „Wie kann ich KI für mich nutzen?“ Die Sorge, dass ein Roboter zwar den Blutdruck misst, aber die menschliche Zuwendung bei der Pflege fehlt, stand im Raum. Viele fühlten sich von den allgemeinen Ausführungen, die teils wenig Berührungspunkte mit ihrem Lebensalltag boten, etwas überfordert.

Letztendlich erläuterte Stellbrink den Senioren noch, wie sie sich im Falle von Fake Anrufen verhalten sollen. Entweder sich per Kontrollanruf vergewissern oder einfach auflegen. Das ganze Thema ist sehr umfangreich, da auch schon mit KI Stimmen gefakt werden können, sodass der Angerufene total verwirrt ist. Die Frage „Wie kann ich KI für mich nutzen“ konnte nicht umfangreich beantwortet werden.

Ein informativer und durchaus unterhaltsamer Abend, der jedoch zeigte, dass zwischen der technologischen Vision und den konkreten Alltagsbedürfnissen von Senioren noch Erklärungsbedarf besteht.Foto: Timo Kremerius

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