Viele nehmen Vitamin D ein, ohne die richtige Dosierung zu kennen. Stiftung Warentest hat verschiedene Präparate geprüft – mit ernüchterndem Ergebnis.
Vitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Besonders in der dunklen Jahreszeit greifen viele zu Nahrungsergänzungsmitteln. Die Stiftung Warentest hat 25 Präparate geprüft – mit dem Ergebnis, dass nicht alle Produkte empfehlenswert sind. Einige sind problematischer als erwartet, weshalb die richtige Auswahl entscheidend ist, um Risiken zu vermeiden.
Stiftung Warentest: Bewertung und Prüfumfang
Im Test waren 25 Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel mit Preisen zwischen rund 2 und 28 Euro pro Packung. Geprüft wurden Produkte von Drogeriemarken ebenso wie Präparate von Herstellern wie Doppelherz und Sanotact. Das Spektrum reichte von Tabletten und Kapseln über Tropfen mit Vitamin D3 oder D2 bis hin zu einem safthaltigen Drink. Die empfohlenen Tagesdosen lagen zwischen 200 und 4.000 Internationalen Einheiten (I.E.), teils ergänzt um weitere Wirkstoffe wie Vitamin K2, Magnesium, Selen oder Zink.
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Die Bewertung orientierte sich an evidenzbasierter Medizin und stützte sich auf aktuelle Studien sowie Empfehlungen von Fachgesellschaften und Behörden. Ein Gutachter prüfte Nutzen und Risiken, zudem wurde kontrolliert, ob die Tagesdosen zulässige Höchstmengen überschreiten. Auch die Kennzeichnung und die deklarierten Gehalte an Vitamin D, K2, Zink, Selen und Magnesium wurden im Labor überprüft.
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13 Produkte mit kritischer Dosierung
Viele der getesteten Vitamin-D-Präparate sind zu hoch dosiert. 13 Produkte werden als „wenig geeignet“ eingestuft, fünf sogar als „nicht geeignet“. Dazu gehören etwa die Tabletten Hübner Vitamin D3 Kompakt, die Kindern langfristig zu viel Vitamin D liefern. Zwei Präparate erreichen sogar die Höchstgrenze für Erwachsene. Von diesen fünf Mitteln wird ausdrücklich abgeraten, da eine dauerhafte Einnahme im schlimmsten Fall Nierenschäden verursachen kann.
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Generell brauchen viele Menschen keine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr. Für bestimmte Risikogruppen kann sie sinnvoll sein – hier sind jedoch nur zwei der getesteten Präparate ohne Einschränkungen empfehlenswert, immer in Absprache mit dem Arzt.
Empfehlungen für Vitamin-D-Präparate
In Deutschland benötigen die meisten Menschen keine zusätzlichen Vitamin-D-Präparate. Für Risikogruppen kann jedoch ein niedrig dosiertes Präparat – besonders in den Monaten Oktober bis März – sinnvoll sein, um einem Mangel vorzubeugen. Bei einer täglichen Einnahme von bis zu 800 Internationalen Einheiten bestehen langfristig keine gesundheitlichen Risiken. Höher dosierte Produkte oder Depotpräparate sollten hingegen nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
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Als Testsieger überzeugten Rotbäckchen Vital Vitamin D Saft und die GSE Vitamin D Bio-Tabletten. Beide Produkte können uneingeschränkt empfohlen werden und liegen innerhalb der empfohlenen Höchstmengen für Vitamin D.
Wer tatsächlich Vitamin D braucht
Vitamin D steuert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel, stärkt Knochen und Muskeln und unterstützt das Immunsystem. Der Körper bildet es vor allem im Sommer durch Sonnenlicht, Überschüsse werden in Fett- und Muskelgewebe gespeichert und überbrücken die sonnenarmen Monate.
Rund 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben laut Robert-Koch-Institut ausreichende Vitamin-D-Spiegel – für sie bringen Präparate keinen Vorteil. Studien zeigen zudem keinen gesicherten Schutz vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen; der Schutz vor Atemwegsinfekten ist minimal.
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Ein niedriger Spiegel bedeutet nicht automatisch Unterversorgung. Wer tatsächlich einen Mangel hat, sollte ärztlich untersucht und behandelt werden, statt eigenmächtig Präparate einzunehmen.
Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel
Vitamin-D-Präparate können besonders im Winter sinnvoll sein für:
- Ältere über 65 Jahre, da die körpereigene Bildung abnimmt und positive Effekte auf Knochen und Sturzprävention belegt sind.
- Menschen, die wenig draußen sind, z. B. Pflegeheimbewohner oder chronisch Kranke.
- Personen mit vollständig bedeckter Kleidung aus religiösen, kulturellen oder medizinischen Gründen.
- Menschen mit Adipositas, da Vitamin D im Fettgewebe gebunden wird.
- Personen mit dunkler Haut, da die Vitamin-D-Bildung durch Pigmente reduziert ist.
- Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder Medikamenten, die den Vitamin-D-Spiegel senken.
- Babys erhalten Vitamin D als Arzneimittel zur Rachitis-Prophylaxe.
Dosierung und Sicherheit
Wer ein Vitamin-D-Präparat wählt, sollte auf eine niedrige Dosierung achten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt maximal 20 µg (800 I.E.) pro Tag. Höhere Dosen bringen keinen zusätzlichen Nutzen, erhöhen aber das Risiko von Nebenwirkungen. Depotpräparate mit großen Einzeldosen bergen besonders bei älteren Menschen die Gefahr von Überdosierung, Stürzen und Knochenbrüchen.
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Zusätzliche Mengen an Magnesium, Zink, Selen oder Vitamin K sind meist unnötig, da die meisten Menschen ausreichend versorgt sind. Sehr hoch dosierte Mittel können sogar akute Schäden wie Nierenversagen verursachen.
Vitamin-D-Monopräparate sind in der Regel sinnvoller als Kombinationsprodukte, da Zusatzstoffe oft überflüssig sind und das Überdosierungsrisiko steigt. Eine Kombination mit Vitamin K ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
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