Sie schlagen, drohen, zücken ein Messer, erpressen Geld: Immer mehr junge Menschen begehen Gewalttaten, „zocken“ Gleichaltrige ab. Das Landeskriminalamt hat jetzt Zahlen aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2024 vorgelegt. Danach nahmen in Bayern vor allem Raubdelikte zu. Auch in Augsburg sorgen junge Gewalttäter immer wieder für Schlagzeilen, so jüngst, wie berichtet, am Königsplatz. In Augsburg kam es im vergangenen Jahr in 77 Fällen zu Messerangriffen. Ein Jugendschöffengericht hat jetzt einen 19-Jährigen zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt, der im Februar und März dieses Jahres mehrfach Bekannte aus der Drogenszene bedroht und versucht hat, unter Vorhalt eines Messers Geld zu erpressen. Er saß seit Mai in Untersuchungshaft.
Der Angeklagte (Verteidigerin: Alexandra Gutmeyr) räumte vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Kathrin Schmid sämtliche Vorwürfe der Anklage ein. Er habe damals selbst unter Drogen gestanden, begründete er die Gewaltdelikte. So hatte er Anfang Februar innerhalb kurzer Zeit vier Bekannte mit „Abstechen, Aufschlitzen und Vergewaltigen“ bedroht. In einem Fall hatte er bei einem Videoanruf ein Kampfmesser gezeigt.
Zwei Wochen später lockte er einen Bekannten zur Tramhaltestelle St. Thaddäus beim Oberhauser Bahnhof, um angebliche Geldschulden aus einem Drogengeschäft einzutreiben. Begleitet wurde der Angeklagte von zwei weiteren Männern. Alle drei zückten schließlich Springmesser, die sie dem Opfer gegen die Rippen drückten. „Wenn du wegrennst, stechen wir dich ab“, soll der Angeklagte gedroht haben. In einer Hofeinfahrt schlug das Trio das Opfer dann brutal zusammen, trat es, als es am Boden lag, mit den Füßen.
Der Verprügelte erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht, musste Blut spucken. Auch in der Folgezeit bedrohte der 19-Jährige mehrfach Bekannte aus der Szene. Zu einem weiteren gewaltsamen Übergriff kam es im März in der Neuhäuser Straße in Oberhausen. Unter Vorhalt eines Klappmessers forderte er 20 Euro von einem Bekannten und schlug ihm die Faust ins Gesicht. Geld erbeutete der Angeklagte in keinem der Fälle.
Da der 19-Jährige drogenabhängig ist, ordnete das Gericht neben der Jugendstrafe auch die Unterbringung in einer Entziehungsklinik an. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.
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Klaus Utzni
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