Als irrationale Zahl hat die Kreiszahl Pi zwar unendlich viele Stellen, der Computing-Bereich macht sich dennoch einen Sport daraus, zu sehen, wer wie viele Nachkommastellen berechnen kann. Seit Weihnachten 2025 gibt es in diesem Kontext einen neuen Weltrekord: StorageReview ist es gelungen, Pi auf 314 Billionen Nachkommastellen zu berechnen – im Gegensatz zu vorigen Rekordhaltern setzte man dabei auf lokale Speichersysteme statt Cloud-Lösungen.

Direkter PCIe-Zugang statt Cloud …

Das Rückgrat des Rekordversuchs bildete ein Dell PowerEdge R7725, ausgestattet mit zwei AMD Epyc Prozessoren à 192 Kernen für insgesamt 384 Rechenkerne. Zudem verfügt das über 1,5 TiB DDR5-Arbeitsspeicher – die Kosten hierfür möchten wir uns angesichts der anhaltenden Speicherkrise nicht ausmalen.

  • Das eigentliche Herzstück der Konfiguration ist jedoch die Speicherlösung: 40 Laufwerke vom Typ Micron 6550 Ion, jeweils mit 61,44 Terabyte Kapazität, ergeben insgesamt 2,5 Petabyte verfügbaren Speicherplatz. Diese massive Kapazität ist notwendig, da Pi-Berechnungen im Billionen-Bereich gigantische Zwischenergebnisse zwischenspeichern müssen.
  • Ein weiterer Vorteil liegt im zugrundeliegenden Ansatz: Der Dell PowerEdge R7725 verzichtet auf einen PCIe-Switch im Speicherbackplane und verbindet die 40 SSDs stattdessen direkt mit den CPU-PCIe-Lanes. Diese Direktverbindung ermöglicht Datenraten von etwa 280 GB/s beim Lesen und Schreiben.

Damit unterscheidet sich dieser Ansatz von früheren Rekordversuchen: Google brauchte 2022 für 100 Billionen Ziffern Cloud-Server-Instanzen, während Linus Media Group und Kioxia Anfang 2025 einen Weka-Cluster mit freigegebenem Speicher für ihren 300-Billionen-Ziffern-Rekord einsetzten.

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… und Linux statt Windows

Neben der reinen Hardwareausstattung spielten auch Software- und Konfigurationsanpassungen eine Rolle. Die Forscher optimierten das Scratch-Array speziell auf die Zugriffsmuster der y-Cruncher-Software bei extrem hohen Ziffernzahlen. Ein weiterer, laut StorageReview unerwarteter Gewinn ergab sich durch den Betriebssystem-Wechsel: Statt Windows Server lief der Rechner unter Ubuntu 24.04.2, was allein durch bessere I/O-Leistung zu deutlich schnelleren Durchsätzen führte.

Quelle: Tom’s Hardware via StorageReview