26. Dezember 2025
Matthias Lindner

(Bild: Hi my name is Jacco / Shutterstock.com)
Während Gold durch die Decke geht, steckt Bitcoin in der Krise. Ein historischer Zyklus könnte dahinterstecken.
Bitcoin beendet das Jahr 2025 ohne die erhoffte Dynamik. Während der Aktienindex S&P 500 mit einer klassischen Weihnachtsrallye auf Rekordhöhen klettert, bewegt sich die größte Kryptowährung kaum vom Fleck.
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Der Kurs pendelt, wie Bloomberg berichtet, in einer engen Spanne zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar. Aufs Jahr gerechnet steht allerdings ein Minus von mehr als sieben Prozent zu Buche.
Schwächste Quartalsperformance seit 2022
Dabei schien es lange Zeit, dass Bitcoin eine Anlage mit garantiertem Kursanstieg ist. Doch im Oktober begann der Ausverkauf und die Kryptowährung büßte rund 30 Prozent seines Wertes ein.
Die aktuelle Quartalsperformance, so heißt es bei Bloomberg, ist die schwächste seit dem zweiten Quartal 2022, als der Zusammenbruch von TerraUSD die Branche erschütterte. Die Handelsvolumina bleiben niedrig, die Spekulation von Privatanlegern ist zurückgegangen.
Gold steigt, Bitcoin stagniert
Die Kluft zu anderen Anlageklassen ist markant: Gold kletterte auf fast 4.500 US-Dollar pro Unze und legte 2025 mehr als 70 Prozent zu. US-Aktien belohnten Anleger, die an Technologiewerten festhielten.
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Bitcoin hingegen schaffte im Vergleich dazu weder den Anschluss als risikoreiches Asset noch als digitales Wertaufbewahrungsmittel.
„Hard Assets ziehen Kapital als langfristige Absicherungen an, während Kryptowährungen weiterhin außen vor bleiben“, wird ein Analyst von Bloomberg zitiert.
Marktinterne Faktoren dominieren
Die Schwäche des Bitcoins folgt dabei keiner Konjunktur, sondern folgt dabei grundlegenden Marktmechanismen. Langfristige Anleger verkaufen, so Bloomberg, im Einklang mit dem historischen Vierjahreszyklus.
Dieser Druck wirke unabhängig von makroökonomischen Impulsen. Zugleich fehlten neue Käufer. Während frühere Inhaber also ihre Positionen nach und nach abbauten, bauten andere Anleger keine neuen auf. Dadurch sei eine nachhaltige Rallye verhindert worden.
ETF-Abflüsse verstärken Druck
Zu den Haltern, die ihre Positionen verringerten, gehörten US-Bitcoin-Fonds, wie Reuters berichtet. Sie seien im vierten Quartal zu Nettoverkäufern geworden.
Der IBIT-ETF von BlackRock etwa verzeichnete bis Ende November Abflüsse von 2,7 Milliarden US-Dollar in fünf Wochen. ETFs ermöglichen zwar einfachen Zugang, dienen aber auch als schneller Ausstiegskanal bei Stimmungswechseln.
Steigende Renditen belasten
Das makroökonomische Umfeld spielt ebenfalls eine Rolle. Das stärkere US-Wachstum im dritten Quartal senkt laut Reuters die Wahrscheinlichkeit baldiger Zinssenkungen. Treasury-Renditen liegen bei etwa 4,17 Prozent für zehnjährige Anleihen. Steigende Renditen machen nicht verzinsliche Assets wie Bitcoin unattraktiver.
Für 2026 erwarten Beobachter eher Konsolidierung als explosive Preisbewegungen. Volatilität bleibt demnach Teil der Geschichte. ETF-Ströme werden weiterhin als zweischneidiges Schwert wirken – sie können Rallyes beschleunigen, aber auch Verkäufe verstärken.