Der Schiedsrichter im Mittelpunkt bei Ägypten gegen Südafrika

Stand: 26.12.2025 18:37 Uhr

Superstar Mohamed Salah hat seine Ägypter am Freitagabend in Agadir (Marokko) zum zweiten Sieg im zweiten Spiel geschossen. Gegen Südafrika reichte sein Elfmetertor kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:0 (1:0)-Erfolg. Der VAR war gleich mehrfach im Einsatz und erhitzte die Gemüter.


Markus Kramer

In einer zunächst ausgeglichenen Partie sorgte erst der Elfmeterpfiff für Aufregung, dann eine Gelb-Rote Karte gegen einen Ägypter. Südafrika spielte mehr als eine Halbzeit in Überzahl, der Ausgleichstreffer gelang „Bafana Bafana“ aber trotz zunehmender Überlegenheit nicht. In der Nachspielzeit wurde es dann nochmal wild, als die Ägypter einen Handelfmeter forderten. Nach minutenlanger VAR-Überprüfung entschied sich das Schiedsrichterteam aber gegen einen weiteren Strafstoß.

Mit sechs Punkten steht Ägypten bereits im Achtelfinale. Südafrika ist nach dem Auftaktsieg gegen Angola Gruppenzweiter und kann im letzten Gruppenspiel mit einem Sieg gegen Simbabwe das Weiterkommen klarmachen.

Spektakel erst am Ende des ersten Durchgangs

Es dauerte einige Zeit, bis die Partie Fahrt aufnahm. Beide Mannschaften wirkten nach ihren jeweiligen Auftaktsiegen, als wollte man gegen den vermeintlich stärksten Kontrahenten in erster Linie nicht in Rückstand geraten. Die Ägypter konnten sich zwar eine leichte Feldüberlegenheit erspielen, zu klaren Chancen kamen aber auch sie lange nicht.

Auch Salah gelang zunächst wenig – und doch zeichnete sich der Star vom FC Liverpool schließlich für die Führung verantwortlich. Im gegnerischen Strafraum verfolgte er den ballführenden Verteidiger Khuliso Mudau, der in Bedrängnis mit dem Arm nach hinten ausschlug und Salah im Gesicht traf. Nach Ansicht der Videobilder entschied der burundische Schiedsrichter Pacifique Ndabihawenimana auf Strafstoß, eine vertretbare Entscheidung. Salah nahm sich der Sache selbst an und traf per Chip in die Mitte zur Führung.

Führungstor vom Punkt: Mo Salah (33 Jahre) jubelt

Aufregung um den burundischen Referee

Die Südafrikaner waren mit der Entscheidung alles andere als einverstanden, Topstürmer Lyle Foster vom FC Burnley beschwerte sich vehement und sah prompt Gelb. Die Atmosphäre war nun aufgeheitzt, und noch vor dem Pausenpfiff musste Referee Ndabihawenimana erneut entscheidend eingreifen.

Mohamed Hany, bereits gelbverwarnt, trat seinem Gegenspieler im Zweikampf auf den Fuß. Die logische Folge war die Ampelkarte, was wiederum die Ägypter maßlos ärgerte, auch wenn der Schiedsrichter auch hier richtig lag. Es kam dennoch zu einer Rudelbildung, in der das Schiedsrichterteam erst einmal alle Beteiligten beruhigen musste, ehe es in die Kabinen ging.

Platzverweis: Mohamed Hany muss mit Gelb-Rot runter (45.+2)

Südafrika läuft gegen dezimierte Ägypter an

In Überzahl wurde Südafrika im zweiten Durchgang erwartungsgemäß aktiver. Durchschlagskraft konnten Foster und Co. allerdings nicht nachweisen. So hatten konzentrierte Ägypter wenig Probleme damit, Südafrika aus dem eigenen Strafraum fernzuhalten.

Vielmehr waren es die „Pharaonen“, die nach langer Zeit mal wieder gefährlich wurden: Auf Vorarbeit von Salah kam Hossam Ashour aus spitzem Winkel zum Abschluss, Südafrikas Torwart konnte aber parieren (60.). Die Ägypter um den ehemaligen Frankfurter Omar Marmoush setzten zunehmend auf Konter, allzu viele gefährliche Situationen konnten allerdings auch sie nicht kreieren.

El-Shenawy hält Ägyptens Sieg fest

Erst in der Schlussphase wurde es wieder zwingender – vor allem, weil Südafrika Gas gab. Teboho Mokoena (70.) und Mudau (74.) versuchten es erfolglos aus der Distanz. Nach sehenswerter Hacken-Ablage von Foster bot sich Aubrey Modiba die größte Ausgleichschance. Der Außenverteidiger scheiterte aus kurzer Distanz aber am gut reagierenden ägyptischen Torwart Mohamed El-Shenawy (79.).

Als Yasser Ibrahim bei einem südafrikanischen Abschluss den Ball an den ausgestreckten „Stützarm“ bekam, wurde es noch einmal hitzig. Ndabihawenimana gab Freistoß von der Strafraumkante, doch in den Wiederholungen war klar zu erkennen, dass Ibrahim den Ball im Sechszehnmeterraum gestoppt hatte. Der VAR brauchte dennoch überraschend lange, ehe er sich einschaltete – und es dauerte weitere Minuten, ehe der Schiedsrichter sich die Bilder ansah.

Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Ägypter aus, es gab nicht einmal den Freistoß. Ibrahim küsste erleichtert den Boden – und wenig später durfte sein Team über den Sieg und das Weiterkommen jubeln.

Emotionen nach dem Abpfiff: Erleichterte Ägypter sinken zu Boden