Mindestens zwei Menschen kamen in Kalifornien durch umstürzende Bäume oder Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Wintersturm ums Leben, wie US-Medien berichteten. Die „Los Angeles Times“ meldet mindestens drei Tote.
Noch für den gesamten Freitag gilt eine Unwetterwarnung des Wetterdienstes NWS für den Süden des US-Bundesstaates. Betroffen ist auch die Metropole Los Angeles, die zweitgrößte Stadt der USA. Gewarnt wird vor Starkregen, Sturzfluten und Sturmböen von mehr als 88 Stundenkilometern.
Arbeiter stellen nach einem Sturm die Stromversorgung wieder herBild: William Liang/AP Photo/picture alliance
Zehntausende Haushalte sind nach Angaben der Seite poweroutage.us ohne Strom. In mehreren Bezirken gelten Evakuierungsanordnungen oder entsprechende Warnungen.
Notstand in der Region Los Angeles
Bereits am Heiligabend waren schwere Unwetter über Kalifornien hinweggezogen. In einigen normalerweise sonnigen Gegenden fielen mehr als 25 Zentimeter Regen.
In Gebieten, die Anfang des Jahres von verheerenden Bränden verwüstet worden waren, drohten demnach auch Schuttlawinen. In mehreren Landkreisen, darunter auch Los Angeles, riefen die Behörden den Notstand aus.
Überflutete Schnellstraße im San Fernando Valley Bild: Jonathan Alcorn/ZUMA/picture alliance
Verantwortlich für das Unwetter ist ein als „atmosphärischer Fluss“ bezeichnetes Wetterphänomen. Atmosphärische Flüsse sind Ströme in der Atmosphäre, die riesige Mengen Wasserdampf aus warmen in kühlere Regionen transportieren. In Kalifornien wird die Feuchtigkeit vom sogenannten Ananas-Express von Hawaii an die US-Westküste geschaufelt.
Reisen sollten vermieden werden
Der NWS-Meteorologe Ariel Cohen hatte bereits am Mittwoch gewarnt, bis Freitag sei mit „erheblichen Überschwemmungen sowie Bergstürzen und Schlammlawinen“ zu rechnen. „Wenn Sie vorhaben, während der Weihnachtsfeiertage unterwegs zu sein, überdenken Sie bitte Ihre Pläne“, fügte er hinzu.
Die Behörden im Landkreis Los Angeles warnten am Donnerstag, durch den anhaltenden Regen sei es auf Straßen und Wasserwegen „extrem gefährlich“. „Informieren Sie sich über die Bedingungen, bevor Sie sich heute nach draußen wagen“, erklärten die Behörden im Onlinedienst X.
Im benachbarten Landkreis San Bernardino versuchte die Feuerwehr, Wasser- und Schlammlawinen umzuleiten, die die Ortschaft Wrightwood in den Bergen überflutet hatten. Zahlreiche Menschen saßen wegen des Hochwassers in Häusern und Autos fest und mussten in Sicherheit gebracht werden, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte.
Starker Schneefall am South Hampshire River nahe TruckeeBild: Tayfun Coskun/Anadolu/picture alliance
Auch in anderen Teilen Kaliforniens warnte der Wetterdienst vor schweren Unwettern. In der Nähe von Santa Cruz südlich von San Francisco drohen ein heftiges Gewitter und ein Tornado. Der NWS warnte zudem vor heftigen Schneefällen in den Bergen der Sierra Nevada im Osten Kaliforniens.
gri/pgr (afp, dpa)