Im Karlsruher Zoo wächst Eisbär Mika zum Publikumsliebling heran. Nach einem nicht einfachen Start begeistert er die Besucher mit Spieltrieb, Gemüse-Vorliebe und ersten Trainingserfolgen.

Recht unbeeindruckt reagieren Eisbär-Mutter Nuka und der kleine Mika auf die Kameras der Fotografen.

Eisbär Mika wird im März 2025 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er und seine Mutter Nuka sind bei Zoo-Besuchern seither ein beliebtes Fotomotiv.

Foto: Rake Hora (Archiv)

Anja Fielenbach erinnert sich noch genau an den 2. November 2024. Die Tierpflegerin hat ihren freien Tag, und doch erreicht sie bereits am frühen Morgen ein Anruf aus dem Karlsruher Zoo. „Nuka hat geworfen“, hat sie noch die Worte ihres Chefs Moritz Ehlers im Ohr. Obwohl sie frei hat, zögert Fielenbach keine Sekunde, sie fährt in den Zoo – und wirft einen ersten Blick auf zwei kleine, weiße Fellknäuel.

Anja Fielenbach arbeitet als Tierpflegerin im Zoo Karlsruhe. Dort kümmert sie sich unter anderem um die Eisbären.

Anja Fielenbach arbeitet als Tierpflegerin im Zoo Karlsruhe. Dort kümmert sie sich unter anderem um die Eisbären.

Foto: Timo Deible

Der Zoo kalkt bereits kurz nach der Geburt die Scheiben und sperrt das Eisbärengehege ab, um Nuka und die beiden Jungtiere vor äußeren Einflüssen zu schützen. Nuka hat ihren Nachwuchs nämlich nicht wie geplant in der Innenhöhle der Eisbären-Anlage abgelegt, sondern in einer Halbhöhle auf der Außenanlage.

Eines der beiden Jungtiere stirbt, Mika kommt durch. Nicht nur Zoo-Besucher warten gespannt auf Geschichten aus dem Zoo, ehe der kleine Bär am 11. März 2025 erstmals der Presse vorgestellt wird. „Das war verrückt“, erinnert sich Fielenbach, die als stellvertretende Leiterin für das Revier Lauterberg zuständig ist.

Eisbären Nuka und Mika zeigen sich unbeeindruckt von Kameras

Die Vorstellung Mikas geht gut über die Bühne, auch wenn die Zoo-Mitarbeiter im Vorfeld etwas angespannt sind. „Wir wussten nicht, wie die Eisbären reagieren“, sagt Fielenbach. Das Klicken der Kameras stört Nuka und Mika am Ende überhaupt nicht: Sie reagieren völlig gelassen. Auch als die Eisbären einen Tag später für die Zoo-Besucher zu sehen sind, ändert sich das nicht.

Mika erobert die Herzen im Sturm. „Aus dem kleinen süßen Eisbär ist mittlerweile ein Teenager geworden“, sagt seine Pflegerin. Ein Teenager mit einer Vorliebe für Tomaten und Sellerie, der nach wie vor gerne Ball spielt. Arbeiten muss Mika auch, die Pfleger trainieren mit ihm. So lernt Mika, den Pflegern zu folgen, sich hinzusetzen oder abzulegen. Und irgendwann, mit zwei oder drei Jahren, wird er in einen anderen Zoo umziehen.

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