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Die Ukraine attackiert auch an Weihnachten Wladimir Putins Wirtschaft. Wieder ist Russlands Öl-Industrie das Ziel. Mit einer lange nicht mehr gesehenen Waffe.

Rostow – Während in Mitteleuropa Weihnachten gefeiert wird und Silvester ansteht, geht der Ukraine-Krieg östlich der NATO-Länder unvermindert brutal weiter. Am Freitag (26. Dezember) vermeldeten ukrainische Medien etwa den nächsten angeblichen Schlag gegen die Öl-Industrie des Kreml-Autokraten Wladimir Putin. Laut Kyiv Post kam dabei nach langer Zeit wieder der berüchtigte Marschflugkörper Storm Shadow zum Einsatz, den die Briten Kiew geliefert hatten.

Moskau-Machthaber: der russische Autokrat Wladimir Putin.Moskau-Machthaber: der russische Autokrat Wladimir Putin. © IMAGO / ITAR-TASS

Schon seit längerer Zeit hatte es keine Berichte mehr über den möglichen Einsatz des 5,10 Meter lange Marschflugkörpers mit einem Durchmesser von 98 Zentimetern aus britischer Rüstungsproduktion mehr gegeben. In den vergangenen Monaten hatten reihenweise Experten darauf hingewiesen, dass die britischen Kapazitäten für entsprechende Waffen-Lieferungen an die Ukrainer wohl weitgehend ausgeschöpft seien.

Wirtschaft in Russland: Ukrainische Luftangriffe treffen Wladimir Putins Öl-Industrie

Laut Kyiv Post habe der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mitgeteilt, dass die ukrainische Luftwaffe die Öl-Raffinerie Nowoschachtinsk in der russischen Oblast Rostow angegriffen hat. Dort sei es demnach zu „zahlreichen Explosionen“ gekommen. Nowoschachtinsk liegt nur knapp 15 Kilometer von der ukrainischen Grenze und der durch die russische Armee völkerrechtswidrig besetzten Region Donezk entfernt.

In einer Mitteilung des ukrainischen Militärs hieß es laut des Medienberichts: „Einheiten der Luftwaffe haben erfolgreich das Öl-Produktionswerk Nowoschachtinsk in der Region Rostow der Russischen Föderation mit luftgestützten Marschflugkörpern vom Typ Storm Shadow angegriffen.“ Aus der betreffenden Raffinerie in Südrussland sei Putins Militär für den Ukraine-Krieg Dieselkraftstoff und Flugzeugkerosin geliefert worden, schreibt die Kyiv Post. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit RusslandProteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014Fotostrecke ansehen

Während russische Grenzbeamte erneut die NATO im Baltikum provoziert haben und zum Beispiel Polen seine Armee wegen Putin weiter aufrüstet, dürfte dieser ukrainische Luftangriff den nächsten Rückschlag für Putins Öl-Industrie bedeuten. Deren Raffinerien und Produktionsstätten sind seit Monaten immer wieder Ziel der Ukrainer, wobei bei den Attacken meiste Langstrecken-Drohnen wie die „Ninja“ oder die „Ljutyj“ zum Einsatz kommen.

Ukraine-Krieg: Neue Luftangriffe gegen Ziele in Russland gemeldet

Die Storm-Shadow-Marschflugkörper haben eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern und werden in der Regel von Kampfflugzeugen aus weit von der gegnerischen Flugabwehr entfernt abgefeuert. Die riesigen Raketen fliegen bis zu 980 km/h schnell und sind wohl kaum zu verteidigen. Mit Storm-Shadow-Marschflugkörpern und den technisch deckungsgleichen französischen Scalp-EG hatte die ukrainische Luftwaffe in der Vergangenheit etwa Hafenanlagen der Schwarzmeerflotte der Atommacht Russland angegriffen.

Zum Beispiel ein U-Boot, das in einem Trockendock lag. Wie The Kyiv Independent berichtet, griffen die Ukrainer zudem in der Nacht auf Donnerstag (25. Dezember) den Hafen Temryuk in der Region Krasnodar, eine Gasaufbereitungsanlage im Gebiet Orenburg sowie den Militärflugplatz Adygea, ebenfalls nahe der Großstadt Krasnodar gelegen, an. Putins Öl-Industrie steht derweil schwer unter Druck.

Russlands Öl-Industrie unter Druck: Einnahmen brechen nach Ukraine-Angriffen ein

Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur Reuters könnten Russlands Einnahmen aus Öl- und Gasexporten im November um etwa 35 Prozent auf 520 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 5,73 Milliarden Euro) im Monat eingebrochen sein. Putin finanziert seinen brutalen Ukraine-Krieg erheblich über Energie-Exporte in Länder wie Indien. (Quellen: Kyiv Post, The Kyiv Independent, Reuters) (pm)