
Ukraine: Auf die Drohnenpiloten kommt es im Kampf gegen die russische Invasion besonders an.Bild: Ukrinform / Dmytro Smolienko
International
Die Russen nennen sie Hexe, Militärexperten sprechen von „Vampiren“. Schwere ukrainische Drohnen fliegen immer wieder Angriffe, die die russischen Truppen empfindlich treffen. So auch kürzlich in der Region Donezk.
27.12.2025, 11:5727.12.2025, 11:57

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Russlands Truppen in der Ostukraine haben einen herben Schlag erlitten: Der Ukraine ist es gelungen, in der Region Donezk zwei russische Raketenwerfer vom Typ Grad zu zerstören. Solche Mehrfachraketenwerfer – die Ziele in bis zu 20 Kilometern Entfernung treffen können – zählen zu den Waffen, die die russische Armee seit Beginn der Invasion vor bald vier Jahren mit am meisten eingesetzt hat.
Der Angriff in Donezk soll die russische Feuerkraft in der Region deutlich geschwächt haben. So schreibt es das ukrainische Portal „Kyiv Post“, dessen Angaben nicht unabhängig geprüft werden können. In dem Bericht wird sich auf ein am Donnerstag vom ukrainischen Verteidigungsministerium auf X veröffentlichtes Video bezogen. Es soll die Zerstörung der russischen Raketenwerfer zeigen.
In den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Raketenwerfersysteme auf ihren Plattformen in Flammen aufgehen und explodieren. Die Drohnenoperation soll von der berüchtigten Armee-Einheit „Vögel von Magyar“ durchgeführt worden sein, die für ihre präzisen Drohnenangriffe bekannt ist.
Ukraine: Drohnenangriff schwächt Russlands Feuerkraft in Donezk
Die „Vögel von Magyar“ – die in den ersten Kriegsmonaten von dem ukrainischen Geschäftsmann und Freiwilligenkämpfer Robert „Magyar“ Brovdi gegründet wurden – berichten laut „Kyiv Post“ auf ihrem Telegram-Kanal, dass die russischen Raketenwerfer mit sogenannten „Vampir-Drohnen“ ausgeschaltet wurden.
Diese Drohnen haben auf dem Schlachtfeld einen beinahe legendären Status erlangt: Sie können enorm schnell fliegen – in der Regel etwa 23 Meter pro Sekunde. Außerdem sind sie in der Lage, bis zu 15 Kilogramm schwere Sprengladungen nah an feindliche Ziele zu tragen. Der Spitzname „Vampir“ kommt daher, weil die Drohnen vor allem nachts fliegen, sie sind nämlich mit Wärmebildkameras ausgestattet.

Ukrainische Soldaten bereiten eine Vampirdrohne auf ihren Einsatz vor (Archivbild).Bild: AP / Julia Demaree Nikhinson
Auch russische Truppen beschreiben sie als eine der gefährlichsten Bedrohungen, denen sie bei den Kämpfen in der Ukraine gegenüberstehen. Unter den Kremlsoldaten haben die ukrainischen Drohnen aber einen ganz eigenen Namen: Die Russen nennen die Drohnen „Baba Yaga“, schreibt unter anderem „Business Insider„. So heißt die böse Hexe in zahlreichen slawischen Märchen.
Wie in den vergangenen Jahren hat Russland die Ukraine während der Weihnachtsfeiertage mit massiven Luftangriffen überzogen, im ganzen Land gab es am Samstag Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe warnte vor Attacken unter anderem in den Regionen Tschernihiw, Mykolajiw, Charkiw und Schytomyr.
In der Hauptstadt Kiew sind nach russischen Luftschlägen in zwei Hochhäusern nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko schwere Brände ausgebrochen. Klitschko berichtete in seinem Telegram-Kanal nach den Angriffen mit Drohnen und Raketen auch von 19 Verletzten.
(mit Material von dpa)