Steigende Schülerzahlen, Raumnot und der bevorstehende Ganztagsanspruch an Grundschulen, der ab 2026 stufenweise in Kraft tritt, zwingen die Stadt Augsburg an verschiedenen Einrichtungen tätig zu werden. Im Bildungsausschuss wurden die weiteren Schritte für eine Erweiterung der Elias-Holl-Grundschule und die Planungen für den Ausbau des Ganztagsangebots der Grundschule Kriegshaber eingeleitet.

Schon heute ist die Elias-Holl-Grundschule in der Jakobervorstadt zu klein. Derzeit werden dort 316 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, verteilt auf 15 Klassen. Aufgrund der räumlichen Engpässe wurden bereits zum Schuljahr 2023/2024 zwei Deutschklassen in Räume der Abtei St. Stephan ausgelagert. Ziel sei es, dass die Klassen künftig wieder im Haupthaus angesiedelt werden, erläuterte Tugba Bayrali, Leiterin der Abteilung Bauprojekte im Amt für Bildungsimmobilienmanagement (BIM). Das würde die Schulgemeinschaft stärken und die Voraussetzungen verbessern, um erneut durch den Europäischen Sozialfonds Plus geförderte Ganztagsklassen beantragen zu können.

Neubau an der Elias-Holl-Grundschule in Augsburg geplant

Das Bildungsreferat geht aufgrund der steigenden Schülerzahlen davon aus, dass die Schule Kapazitäten von 360 bis 440 Schülern benötigt. Werden zu diesem Bedarf die zwei Deutschklassen addiert, ergebe sich ein perspektivischer Raumbedarf von 21 Klassenzimmern. In Zusammenarbeit mit der Wohnbaugruppe Augsburg wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Augsburger Architekturbüro Bayr Glatt Guimaraes Architekten hat drei Varianten erarbeitet, wie die Schule erweitert werden könnte. Nach einstimmigem Beschluss soll die Variante 2, die voraussichtlich knapp zehn Millionen Euro kosten wird, weiterverfolgt werden. Diese Variante sieht den Neubau auf dem östlich gelegenen Pausenhof der Schule vor. In den errechneten Kosten sind bereits Ausgaben für Erbpacht inbegriffen, da sich das Grundstück im Besitz des Protestantischen Volkschulfonds befindet.

Durch diese Planung könnte der im Westen gelegene Interims-Verkehrsübungsplatz erhalten bleiben. Nachteile dieser Variante wären unter anderem, dass der Rasenflächenanteil des Pausenhofs deutlich reduziert werde und Teile des bestehenden Baumbestands entfernt werden müssten. Dafür würde es Neupflanzungen geben. Die Antragstellung für diese Erweiterung soll im September 2026 eingereicht werden, betonte Bayrali.

Eltern hatten sich schon wegen des Sanierungsbedarfs in der Kita beschwert

Im Ausschuss wurde eine weitere Baumaßnahme vorgestellt: Die städtische Kita Ulmer Straße befindet sich direkt neben der Grundschule Kriegshaber. Die Einrichtung umfasst zwei Gebäude. In der Hausnummer 182a sind aktuell drei Kitagruppen mit insgesamt 75 Kindern untergebracht. Der Sanierungsbedarf ist seit einiger Zeit groß und war immer wieder Thema in Beschwerden des Elternbeirats. Im Gebäude mit der Hausnummer 180 war auf zwei Etagen ein Hort untergebracht. Zurzeit ist dort nur das Büro der Kita untergebracht, weil es neben statischen Problemen auch Schimmelbefall gibt.

Die Wohnbaugruppe Augsburg wurde von der Stadt mit einer Machbarkeitsstudie samt Kostenberechnung beauftragt. Nach den Plänen der Stadt soll das Gebäude an der Ulmer Straße 182a umfassend saniert und im Anschluss an die Baumaßnahmen wieder als Kindertageseinrichtung genutzt werden. Ein Interim ist in Planung. Das Gebäude mit der Hausnummer 180 soll hingegen abgerissen und die Freianlagen zwischen Zollhaus, Grundschule und dem ehemaligen Straßendepot überarbeitet werden.

Das Bildungsreferat rechnet mit 180 zusätzlichen Betreuungsplätzen im Ganztag

Nachdem künftig zusätzliche Plätze für die Ganztagsbetreuung benötigt werden, wurde die Wohnbaugruppe mit einer Überarbeitung und Erweiterung der Machbarkeitsstudie im Hinblick auf den Ausbau der Hort- und Ganztagsnutzung des Areals in Auftrag gegeben. Wird mit einer Betreuungsquote von 85 Prozent gerechnet, wird an der Grundschule Kriegshaber von 180 zusätzlichen Betreuungsplätzen ausgegangen. Daneben fehlten im Stadtteil knapp 40 Plätze für Krippenkinder und knapp 60 Plätze im Kindergarten.

Aufgrund der direkten Nachbarschaft zur Grundschule Kriegshaber empfiehlt das Bildungsreferat, den Standort „unbedingt weiterhin für die Kindertagesbetreuung und den Ganztagsausbau zu nutzen“. Das Gelände eigne sich idealerweise für eine Kinder-Campus-Lösung. Einstimmig erhielt die Verwaltung den Auftrag, die Planungen weiterzuverfolgen und die entsprechenden Haushaltsmittel zu den jeweiligen Haushalten anzumelden.

  • Miriam Zissler

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