Einer Umfrage des Mittelstandsverbands zufolge rechnet eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland mit einem wirtschaftlichen Abschwung. BVMW-Geschäftsführer Ahlhaus kritisiert die Bundesregierung für ihr „Herum-Reformieren“.
Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen geht einer Umfrage des Mittelstandsverbands BVMW zufolge von einem wirtschaftlichen Abschwung im kommenden Jahr aus. „Placebo-Aktionismus und Herum-Reformieren reicht nicht mehr, um Deutschland wieder in Schwung zu bringen“, sagte Christoph Ahlhaus, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).
Neben besserer Kommunikation erwarte er von der Bundesregierung endlich versprochene Strukturreformen und konkrete Entlastungen in Sachen Bürokratie, Arbeitsmarkt, Steuern und Energie.
54 Prozent der befragten Unternehmen rechnen laut Verband mit einem wirtschaftlichen Abschwung – lediglich jedes fünfte (22 Prozent) mit einem Aufschwung. 42 Prozent der befragten Firmen planen zudem, 2026 ihre Investitionen zurückzufahren, wie der Verband mitteilte.
Für das Stimmungsbild befragte der BVMW zwischen dem 18. und 23. Dezember über 1000 mittelständische Unternehmen per Online-Umfrage.
Zuletzt trübte auch die Herbstumfrage von DZ Bank und Bundesverband Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) die Erwartungen der Mittelständler für die nächsten sechs Monate ein. Blickten im Frühjahr noch 30 Prozent der gut 1000 befragten Unternehmen optimistisch auf die nächsten sechs Monate, waren es Anfang Dezember noch 26 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Mittelständler mit einem pessimistischen Blick auf die nähere Zukunft von 16 Prozent auf 20 Prozent.
Vier von fünf Mittelständlern klagen über Bürokratie. Hohe Lohn- und Gehaltskosten machen knapp zwei Drittel der Befragten zu schaffen, mehr als 60 Prozent der Unternehmen berichten über Fachkräftemangel. Zumindest Lieferengpässe sind für die große Mehrheit der Mittelständler derzeit kein Problem – obwohl im Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder Sorge um die Versorgung mit Seltenen Erden und Halbleitern aufgekommen ist.
dpa/doli