
Schon in den ersten Sekunden liegt dieses besondere Knistern in der Luft – das leise Versprechen, dass gleich mehr passieren wird als nur eine weitere Eisrevue. Wenn sich bei der neuen Show von Holiday of Ice „Cinema of Dreams“ das Licht senkt und die Eisfläche zur Leinwand wird, beginnt eine Reise, die weniger vom Staunen über Effekte lebt als vom Gefühl, mitten in eine Geschichte hineingezogen zu werden.
Im Mittelpunkt steht eine Gruppe junger Freunde, die ein altes Kino vor dem Vergessen bewahren wollen. Einer von ihnen übernimmt die Rolle des Regisseurs. Was er „dreht“ wird zu lebendigen Szenen auf dem Eis – live, auf Schlittschuhen. Mal dominiert die Leichtigkeit einer Liebesgeschichte, dann wieder die Energie eines asiatisch geprägten Kampfszenarios. Kurz darauf wird es kühl und spannungsgeladen im Spionage-Milieu, bevor eine explosive Hip-Hop-Sequenz mit deutlichen 80er-Jahre-Vibes das Tempo noch einmal anzieht. „Cinema of Dreams“ lebt von Tempo, Kontrasten und der Lust an ständig neuen Bildern auf dem Eis.
Sportlich bewegt sich die Show erwartungsgemäß auf höchstem Niveau. Sprünge, Pirouetten, Hebefiguren – alles sitzt, alles wirkt mühelos. Doch es ist vor allem die Verbindung aus Eiskunstlauf, Musik und komplexen Choreografien, die den Abend trägt. Hier wird deutlich, wie sehr sich Holiday on Ice längst zu einer Gesamtkunstform entwickelt hat, in der Tanz, Akrobatik und Storytelling gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Moderne Designs und große Effekte
Auffällig ist dabei, wie konsequent sich die Inszenierung von klassischen Holiday-on-Ice-Klischees löst. Statt üppiger Glitzerkostüme dominieren klare, moderne Designs, die präzise auf die jeweilige Filmszene zugeschnitten sind. Für echte Gänsehautmomente sorgen die bekannten, aber klug eingesetzten Highlights. Die legendäre Windmühle erscheint nicht erst als finales Ausrufezeichen, sondern bereits zur Mitte der Show, ein Moment, der spürbar begeistert. Auch der Blick nach oben lohnt sich immer wieder: Akrobatinnen bewegen sich mit Schlittschuhen durch die Luft, tanzen über dem Eis und erweitern die Spielfläche scheinbar grenzenlos nach oben.

Natürlich fehlen auch die großen Effekte nicht. Feuer lodert, Glitzerfontänen schießen in die Höhe, ein brennendes Herz zeichnet sich auf dem Eis ab, durch das die Läuferinnen und Läufer hindurchgleiten. Unterstützt wird das Geschehen von einem Bühnenbild, das vor allem eines ist: groß. Hohe Konstruktionen, bewegliche Elemente und digitale Projektionen schaffen ständig neue Räume, ohne den Blick von der Eisfläche abzulenken. Das Bühnenbild drängt sich nicht auf, sondern dient den Szenen.
Am Ende bleibt das Gefühl, etwas gesehen zu haben, das weit über eine klassische Familienshow hinausgeht. „Cinema of Dreams“ ist derzeit live im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland zu erleben. Wenn zum Finale die letzten Funken glitzern und das Eis noch einmal in allen Farben leuchtet, hallt dieser Zauber nach. Das Publikum dankte bei der Premiere mit Standing Ovations.
