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Bekannte Caravan-Firma wird insolvent: Die Pleitewelle ebbt zum Jahresende nicht ab. Das Unternehmen ist branchenweit anerkannt.
Hamburg – Jeden Monat geraten Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Auch zum Jahresende zeichnet sich kein Ende der Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft ab. So musste nun die Caravan-Firma Salty Blue GmbH aus Bargteheide (Schleswig-Holstein) nahe Hamburg Insolvenz anmelden.
Das Unternehmen reichte am 17. Dezember einen vorläufigen Insolvenzantrag am Reinbeker Amtsgericht ein, wie der Hamburger Insolvenzverwalter Torben Langhinrichs gegenüber dem Hamburger Abendblatt bestätigte. Starttermin für die Regelinsolvenz solle demnach der 1. März sein.
Die Branche rund um Wohnmobile, Caravans und Camping hat zwar während der Corona-Pandemie einen beispiellosen Boom erlebt, doch dieser ebbt gerade ab. (Symbolbild) © Jan-Philipp Strobel/dpaSalty Blue insolvent: „Wir arbeiten aber weiter!“
Salty Blue Campers ist laut dem Fachmagazin Explorer Magazin vor allem für Ausbauten von Vans bekannt, die sowohl in Neu- als auch Gebrauchtwagen angeboten werden. Das Unternehmen installierte seinem Instagram-Profil zufolge in Fahrzeuge wie den Ford Transit oder VW Transporter neue Sitzgelegenheiten und Küchenzeilen oder montierte Dachzelte.
Auf der Website von Salty Blue ist zu lesen: „Wie Ihr wahrscheinlich schon alle gehört habt, mussten wir einen Insolvenzantrag stellen. Das Insolvenzgericht hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Wir arbeiten aber weiter! Zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten wir jetzt alles auf und kommen nach Rücksprache mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter kurzfristig auf Euch zu!“
Geringere Nachfrage, höhere Kosten: Caravan-Experte insolvent
Grund für die Insolvenz sei die geringere Nachfrage gewesen, so der Insolvenzverwalter gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Zudem seien die Kosten explodiert. „Manche Teile sind in den vergangenen Jahren um 200 Prozent teurer geworden“, so Langhinrichs.
Nun versuche man, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden. So frage man laut dem Insolvenzverwalter bei Kunden an, ob es für sie möglich sei, in Vorkasse zu gehen und die geleisteten Zahlungen dann mit dem Gesamtpreis zu verrechnen. Denn so könnten die Bauteile finanziert werden. Aktuell habe das Unternehmen noch 60 Bestellungen. Und die 18 Mitarbeiter wollen ihren Arbeitgeber weiter unterstützen, so der Insolvenzverwalter gegenüber der Zeitung. Salty Blue sei eine „qualitativ hochwertige Marke“, auf Instagram hat das Unternehmen 135.000 Follower. Es gebe auch Investoren, die perspektivisch Interesse angemeldet haben.
Caravan-Boom ebbt ab – Branche leidet an Überangebot
Die Branche rund um Wohnmobile, Caravans und Camping hat zwar während der Corona-Pandemie einen beispiellosen Boom erlebt, doch dieser ebbt gerade ab. Die Hersteller haben 2024 rund 16,4 Prozent weniger Wohnmobile und Caravans abgesetzt, berichtet das Manager Magazin. Die Branche leide an einem Überangebot an Fahrzeugen und einer geringeren Nachfrage. Diese Entwicklung hat nun unter anderem die Caravan-Firma Salty Blue zahlungsunfähig gemacht. Quellen: Hamburger Abendblatt, Explorer Magazin, Manager Magazin, Website und Social Media des Unternehmens