Von Manuel Reinhardt

Heidelberg. Oh je! Das ging wohl daneben 🤦‍♂️. Ist Euch das dieses Jahr auch durch den Kopf gegangen, als Ihr so manche Schlagzeile gelesen habt?

Uns schon. Eine kleine augenzwinkernde Aufstellung, was in diesem Jahr in der Region so ein bisschen – oder ein bisschen mehr – schiefgelaufen ist.

🚉 Der (Bus- und) Bahn-Sinn 2025

Und wo fängt man da besser an als – richtig! – bei der Deutschen Bahn. Alle Jahre wieder, sozusagen. Auch 2025 gab es genug Gründe zum berechtigten Bahn-Bashing.

In Heidelberg geht nichts mehr

So zum Beispiel die stetigen Stellwerks-Störungen. In Heidelberg ging im Juni, Juli, August und September teilweise gar nix mehr. So wie am 11. September: Ein „technischer Defekt“ legte gegen 9 Uhr quasi den kompletten Hauptbahnhof lahm.

„Defektes Stellwerk. Der Bahnhof ist momentan gesperrt. Busnotverkehr ist eingerichtet“, lasen die Reisenden – und sorgten für ein volles Haus bei der Bahnhofsmission, die mit über 1000 vor allem nicht deutsch-sprachigen Leuten Kontakt hatte.

Einige Menschen waren sauer, andere einfach nur resigniert. Lässig nahm es eine Seniorengruppe: Statt Weinwanderung in der Pfalz ging es in die Heidelberger Altstadt. Mit Alkohol ließ sich das Bahn-Elend dann wohl auch ganz gut ertragen …

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1652085

Chaos in Osterburken 

Auch in Osterburken war man not amused über die Bahn. Dort wurde der Bahnhof ab Juni modernisiert und erneuert, was zu massiven – wirklich MASSIVEN – monatelangen Zug-Ausfällen und Einschränkungen kam, die sich bis nach Heidelberg und Heilbronn auswirkten.

Doch nicht nur Fahrgäste, auch das Osterburkener Rathaus war wegen der Bahn verstimmt: Denn nach Auffassung der Verwaltung lieferte die DB bei der Modernisierung nicht die „vertraglich zugesicherte Leistung“. Konkret: Fundamentarbeiten beim Neubau der Fußgängerüberführung. Davon wollte die Bahn dann aber nix mehr wissen. Das war aber nur ein Punkt in einer sich seit Jahren anhäufenden Liste an Ärgernissen im Umgang mit der Stadt (Vandalismus, Toiletten, Kommunikation). 🤬 

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1630673 

Schranken-Terror in Hoffenheim

Da kann Sinsheim gleich mitmachen. „Weil die Bahn beteiligt ist, wird’s beim Bahnübergang kompliziert“, lautete die Headline auf rnz.de. Worum ging es? Um den Problembär Bahnübergang in Hoffenheim. Der bereitet seit Jahren Kopfzerbrechen wegen der ständigen und langen Schranken-Schließungen. Jetzt soll sich baulich was tun. Aber da funkt halt die Bahn mit … so wird vor 2030 wohl nix passieren 

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1652499 

„Kommunikation? Katastrophe!“

Noch ein Beispiel vom Bahn-Sinn? „Kommunikation? Katastrophe!“ – berichteten wir ebenfalls im September von einem Streckenausfall zwischen Meckesheim und Neckargemünd. Wobei der eigentliche Ausfall hier eher Nebensache war. Denn das Kopfschütteln bezieht sich vielmehr auf die Mitteilungspolitik des Unternehmens. Das hatte die Auswirkungen des Stellwerks-Ausfalls nämlich – bewusst oder unbewusst – nicht wirklich im vollen Umfang kommuniziert. 

Während die Bahn von „Einschränkungen auf der Strecke“ sprach, berichteten Leser von den tatsächlichen Auswirkungen – etwa von einer zweistündigen Fahrt nach Sinsheim. Eigentliche Dauer: 30 Minuten. 🤔 Und der Anschlusszug, der laut App am Bahnhof warten sollte? Ihr wisst es … da stand nämlich gar nix.

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1657530 

Einsteigen, einchecken und losfahren – oder auch nicht!

Schließlich noch ein Bahn-Sinn der Kategorie Fahrkarten-Fail: Eine Kundin des RNV berichtete nämlich von einer für sie ziemlich teuren Bus-Fahrt. Sie stieg in Heidelberg in einen Bus ein, setzte sich hin und aktivierte dann – wie sie es auf der Homepage gelesen hatte – den Tarif ihrer App. Und wurde plötzlich vom Kontrolleur zu einem 60 Euro-Bußgeld verdonnert. Wegen Schwarzfahrens. Das Problem: Der Kontrolleur unterstellte der Kundin, sie habe ihr Ticket nur wegen seiner Anwesenheit aktiviert. Sie hätte die App VOR dem Einstieg in den Bus aktivieren müssen. 

Doch die Frau hat Belege: Sie schickte de RNZ den Auszug der RNV-Homepage: „Mit dem Luftlinientarif einfach einsteigen, einchecken und losfahren.“ Tja … 🤷‍♀️

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1697596 

🛣️ Der Autobahn-Sinn 2025

Wo wir schon bei Bahn sind – auch die Autobahn machte 2025 wieder Schlagzeilen. Und zwar im negativen Sinn. Die Unfall-Meldungen vom Walldorfer Kreuz trudelten quasi täglich ein. „Auffahrunfall“ und „Stau“ waren wohl die meistgenutzten Wörter in diesem Zusammenhang. Der Höhepunkt:

Sinsheim und Umland versank nach A6-Unfällen im Stau

Richtig heftig wurde es im März rund um Sinsheim. Zwischen Dielheim und Sinsheim krachte es auf der Autobahn A6 – in beiden Richtungen und in nur geringem zeitlichen Abstand. Dazu noch die ständigen Bauarbeiten auf den Bundes- und Landesstraßen in der Region – eine toxische Mischung.

Entsprechend die Folge: Auf mehr als 20 Kilometern stand allein auf der Autobahn Fahrzeug an Fahrzeug. Die Ausweichrouten waren völlig überlastet. Ein Autofahrer berichtete, dass er von Eschelbach nach Dühren 40 (!) Minuten gebraucht hätte …

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1528869 

Sind zwölf Stunden Bergung noch normal?

Das ganze Ausmaß dieses Chaos-Tages wurde erst danach deutlich: Mehr als zwölf Stunden hatte es nämlich gedauert, bis die Unfallstelle auf der A6 zwischen Sinsheim und Dielheim geräumt war. „Sind zwölf Stunden Bergung noch normal?“, fragte die RNZ. Das Problem: Den Abschleppdienst hatten die Unfallbeteiligten selbst informiert. Die Polizei darf nur dann eigenmächtig einen Räum- und Abschleppdienst beauftragen, wenn kein Kooperationsvertrag zwischen Unfallparteien und einem Abschleppunternehmen besteht, außerdem bei Personenschaden oder Tod des Unfallbeteiligten. War hier nicht der Fall.

Und der Abschlepper musste so erst weiträumig aus dem Raum Karlsruhe anfahren … Was zum Monster-Stau führte, in dem bei etlichen Autos die Batterien leer wurden. Also musste erst ein Abschleppdienst kommen, um Starthilfe zu geben … und zwar ein anderer diesmal aus der Region … 😵‍💫

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1529745 

Das ist die schlimmste Stau-Autobahn im Land

Das Ganze lässt sich auch statistisch festmachen (Danke dafür, ADAC! 😉): Die A6 zwischen dem Walldorfer Kreuz und Wiesloch/Rauenberg sowie die A5 zwischen Kronau und Bruchsal waren aus der Region ganz vorne in dieser Statistik dabei (Daten von 2025, veröffentlicht im Februar 2025 – dieses Jahr wird’s nicht anders aussehen …). 

Nur die A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe toppt das noch.

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1503539 

🤪 Der Glasfaser.. – ähm – ..wahnsinn

Egal ob Telekom, BBV oder wie sie so alle heißen: Der Glasfaser-Ausbau – eigentlich eine gute Sache – sorgt für Ärger. Und zwar in allen Teilen unserer Region. Sowohl rund um Wiesloch-Walldorf, unten im Kraichgau oder besonders im ländlichen Neckar-Odenwald-Kreis sind es vor allen Dingen die Bauarbeiten, die für Kopfschütteln gesorgt haben. 

Die Worst-ofs:

Manche Trupps haben Eigenleben entwickelt und sorgen für Gefahr

Glasfaser-Ärger in Ladenburg: Ein Arbeitstag von 10 bis 12 Stunden? Check. Arbeiten ohne Baustellenabsicherung? Check. Gefahr für Fußgänger? Check. 

So geschehen in Ladenburg im September. „Die Trupps haben zum Teil ein Eigenleben entwickelt“, fiel dort im Gemeinderat. Und: „Irgendwann wird da mal jemand überfahren.“ 

Geht so nicht. Fand auch Bürgermeister Stefan Schmutz, der sofort ein Gespräch mit der Firma suchte. Und die zeigte sich ganz einsichtig … Brachte aber nix, die Arbeiten wurden im Oktober vorerst gestoppt.

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1659933 

80 Prozent der verlegten Glasfaser-Leitungen müssen erneuert werden

Super-Gau in Höpfingen: Das Bauunternehmen hinterließ im Ort ein Bild der Verwüstung. Nach dem Wechsel der Firmen mussten 80 Prozent aller bereits getätigten Anschlüsse neu verlegt werden. Schnell ist also anders. 

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1695787 

Unangekündigter „Schützengraben“

Da staunten ein paar Neckargemünder nicht schlecht: „Montags um 7.30 Uhr sind die Bauarbeiter gekommen und haben ohne Vorwarnung den Gehweg vor dem Haus aufgegraben.“ Kommunikation gehört offenbar auch nicht zu den Stärken von Glasfaser-Firmen. 

„Normalerweise werden Anwohner mit ein paar Tagen Vorlaufzeit informiert, wenn Arbeiten vor ihrer Haustür geplant sind““, sagte hier ein NetCom BW-Sprecher auf RNZ-Anfrage. Hat eher so semi geklappt …

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1484564 

Glasfaser sorgte für Baustellen-Flair beim Wendelinusmarkt

 „Hardheim begrüßt seine Gäste zum Wendelinusmarkt … mit Baustellen und versandeten Gehwegen.“ Dieses besondere Flair herrschte beim diesjährigen Wendelinusmarkt in Hardheim. „Ein Armutszeugnis“, wurde der Anblick kommentiert. Die Gemeinde nahm die Arbeiter noch in Schutz. Sei unglückliches Timing gewesen.  

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1679629 

Weitere Glasfaser-Schlagzeilen 2025: 🌬️ 🤦‍♂️ Windkraft auf dem Lammerskopf verweht

Ja, ja, die Wortspiele: Gegenwind für den Windpark Lammerskopf … Windpark verweht … Die Windkraft am Lammerskopf wird hinweggeblasen … 

Seit über 2 Jahren laufen die Planungen, teils auf Hochtouren, auf der Bergkuppe im Wald bei Heidelberg bis zu 10 Windräder zu bauen. Die RNZ-Reporter schrieben sich teils die Finger wund, um die Planungen und die Kritik daran den Leserinnen und Lesern näher zu bringen. Aber die Heidelberger Planer hatten ihre Rechnung ohne die Metropolregion gemacht.

Denn im November droppte die News, dass der Planungsausschuss des Verbands Rhein-Neckar, der die Vorranggebiete für Windkraft in unserer Region ausweist, den Lammerskopf nicht mehr weiterverfolgen will. Zu hohe Eingriffe in die Natur, so die Begründung.

In Heidelberg waren die Gesichter danach natürlich lang. Zu weit waren ja schon die Pläne, ein Bieterkonsortium längst gegründet, das den Zuschlag zur Pacht des Geländes vom Land auch schon hatte – seit 2023.

Wie geht’s weiter: Heidelberg will mit dem Kopf durch den Wald. Will den Windpark im Alleingang ohne den Verband realisieren. Da wird’s dann wohl … Gegenwind geben. 

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1694263

💰 Heidelberg arm, aber nicht sexy

In die Kategorie „Pleiten, Pech & Pannen“ gehörte im wahrsten Wortsinn diese Schlagzeile: Das Regierungspräsidium sagte „No“ zum Heidelberger Haushalt. Im Stadtsäckel müssen mal eben 70 Millionen Euro in 2 Jahren eingespart werden. Im Dezember wurde eine Streichliste mit 189 Maßnahmen beschlossen. 

„Arm, aber sexy“? Fanden Eltern, Kulturelle oder Sportler eher nicht. Sie trifft der ausgerufene Sparkurs richtig heftig.

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1647639 

🤬 TSG Zoffenheim

Eigentlich könnte doch grade Friede, Freude, Eierkuchen herrschen bei der TSG Hoffenheim. In der Bundesliga so erfolgreich wie lange nicht mehr, Kurs Champions League. 

Doch hinter den Kulissen: Wahlweise TSG Hollywood oder TSG Zoffenheim. Denn ein Machtkampf zwischen Mäzen Dietmar Hopp und „Freund“ Roger Wittmann  auf der einen und der aktuellen Klubführung auf der anderen Seite eskalierte und explodierte schließlich. 

Im Zoff mit Spielerberater Wittmann gab’s erst ein Stadionverbot, dann ging es in einer wahren Schlammschlacht vor Gericht – das das Verbot wieder kippt. Der durch den Umgang des Klubs mit seinem Intimus verschnupfte Hopp mischte dann auch mit und machte klar: Er sitzt noch immer am längeren Hebel – die Geschäftsführer müssen gehen. Später folgte noch – offiziell aus gesundheitlichen Gründen – der Abgang von Präsident Albrecht.

 „Der kaputteste Klub der Liga“ – hieß es im Boulevard 🔨. Vielleicht gibt’s 2026 wieder bessere Schlagzeilen.

Facebook RNZ / Screenshot RNZonline

Der Artikel: www.rnz.de/ar.1690624 

Unsere Region bietet immer wieder Überraschungen – das nächste Jahr wird garantiert nicht weniger spannend. Bis dahin, mit rnz.de immer schön auf dem Laufenden bleiben! 🗞🎉