Wie attraktiv ist die 3. Liga? Zwischen Traditionsklubs, Überraschungsmannschaften und Zweitvertretungen liegen – nicht nur in der Tabelle – zum Teil Welten. Das zeigt sich auch an den Zuschauerzahlen. Am letzten Spieltag des Jahres gab es die bereits zehnte Partie der Saison mit weniger als 1000 Zuschauern. Damit wurde die U1000-Marke der Vorsaison schon übertroffen. Zuerst hatte das Portal „diefalsche9“ darüber berichtet. Nur 917 Besucher hatten sich auf den Weg gemacht, um das Heimspiel der TSG Hoffenheim II gegen den SV Wehen Wiesbaden zu verfolgen, darunter 250 Fans der Auswärtsmannschaft.

Wenn der MSV Duisburg oder Rot-Weiss Essen ihre Heimspiele zelebrieren, sind Zuschauer garantiert. In der Schauinsland-Reisen-Arena des MSV kamen in den bisherigen neun Partien insgesamt 202.719 Zuschauer zusammen, was einem Schnitt von etwa 22.524 Besuchern pro Spiel entspricht. Nur im Ostseestadion von Hansa Rostock sind es mehr (24.587 Zuschauer pro Partie). Auch Alemannia Aachen (21.442) kommt auf einen Schnitt von über 20.000 Besuchern. An Zuschauermagneten mangelt es an der Spitze nicht.

Große Choreo, ausverkauftes Haus: Beim Derby zwischen dem MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen ist das Stadion voll. Das trifft aber nicht auf alle Partien in der dritten Liga zu.
Nicht weit dahinter, auf Rang vier, liegen die Essener mit 17.522 Zuschauern pro Partie. Besonders erfreulich für Rot-Weiss: Bereits dreimal war das Stadion an der Hafenstraße mit 19.300 Zuschauern in dieser Saison ausverkauft.
RWE- und MSV-Konkurrent will Ausbau: 1860 München träumt von 25.000 Plätzen
Zehn Partien und zehn Mal ausverkauft? Darüber durfte sich in dieser Saison 1860 München freuen: Das Stadion an der Grünwalder Straße vermeldete bei jedem Heimspiel der Sechziger die Obergrenze von 15.000 Zuschauern. Der Drittligist bemüht sich aktuell aktiv um einen Ausbau. Laut einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie ist nur eine Erweiterung auf maximal 18.105 Plätze möglich. Laut der Süddeutschen Zeitung schwebt den Verantwortlichen allerdings ein bundesligataugliches Upgrade auf 25.000 Plätze vor.
So gut besucht sind allerdings nicht alle Partien der Liga, das liegt in erster Linie an den Zweitvertretungen aus Stuttgart (1147 Zuschauer pro Spiel) und Hoffenheim (1538) sowie an Aufsteiger TSV Havelse (1755) und dem Tabellenzweiten SC Verl (3117). Auch Viktoria Köln (3919), Wehen Wiesbaden (4203) und Schweinfurt (4239) bleiben im Schnitt unter 5000 Zuschauern.
3. Liga: Schon zehn Spiele unter 1000 Zuschauern
Das Aufeinandertreffen der Hoffenheim-Reserve und Wehen Wiesbaden war bereits das zehnte Spiel der Saison, bei welchem weniger als 1000 Besucher anwesend waren. Selbst in der vergangenen Saison, in welcher mit Hannover 96, Borussia Dortmund dem VfB Stuttgart gleich drei Klubs ihre zweiten Mannschaften in der Liga hatten, waren nur neun Partien mit einem „unter-1000-Schnitt“. Im Gegensatz zu Hoffenheim lockte die BVB-Reserve aber hin und wieder Zuschauer ins Stadion an der Roten Erde.