Einige gingen leise und friedlich, andere wurden vollkommen überraschend aus dem Leben gerissen: Duisburg hat 2025 bekannte Gesichter verloren. Mit ihrem Wirken haben sie ihre Viertel, die Politik, die Stadt, große Unternehmen oder ihre Vereine auf ihre ganz persönliche Weise geprägt und ihre Spuren hinterlassen. Von diesen Persönlichkeiten mussten wir in diesem Jahr Abschied nehmen:

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Das Jahr 2025 begann für alle, die ihn kannten, mit einem Schock: Am Neujahrstag starb Sascha Roncevic vollkommen unerwartet mit nur 44 Jahren. Jahrelang hatte der Mann, der in Rheinhausen aufwuchs, sich in Moers und Duisburg für die Rechte von queeren Menschen stark gemacht. Seine Weggefährten schätzen an ihm seinen Mut, Dinge zu verändern. Und auch für 2025 hatte Roncevic große Pläne. Das SPD-Mitglied wollte für ein Ratsmandat kandidieren. „Wer mich kennt, der weiß, ich bin wahrlich kein Pessimist und blicke immer positiv in die Zukunft“, hatte der Mann mit der großen Auswahl an bunten Hemden noch Stunden vor seinem Tod geschrieben. Kurz darauf war sein Leben jäh zu Ende.

Trauriger Jahresbeginn: Sascha Roncevic starb plötzlich und unerwartet.

Trauriger Jahresbeginn: Sascha Roncevic starb plötzlich und unerwartet.
© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Tausende Patienten behandelte Prof. Dr. Martin Wegener im St. Anna-Krankenhaus. Über drei Jahrzehnte war er aus der Huckinger Klinik nicht wegzudenken. Mit gerade einmal 36 Jahren wurde der Experte für Innere Medizin dort Chefarzt. Ein Leben ohne seine Arbeit konnte sich der begeisterte Radfahrer und Jäger auch kurz vor Erreichen der Altersgrenze nicht vorstellen. Dann starb er plötzlich am 26. Januar im Alter von 65 Jahren.

Er war über 30 Jahre lang ein Gesicht des St. Anna-Krankenhauses: Dr. Martin Wegener wurde nur 65 Jahre alt.

Er war über 30 Jahre lang ein Gesicht des St. Anna-Krankenhauses: Dr. Martin Wegener wurde nur 65 Jahre alt.
© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Schon einmal hatte Hans-Joachim Paschmann den Krebs besiegt, doch die tückische Krankheit kam zurück. Am 24. April verlor der langjährige Bezirksbürgermeister den zweiten Kampf. „Die Sozialdemokratie Duisburgs sagt schweren Herzes einem Mann Lebewohl, der sich mehr als 30 Jahre seines Lebens in den Dienst des Gemeinwesens und der Partei stellte.“ Mit diesen Worten verkündete sein SPD-Parteichef Mahmut Özdemir den Tod seines Freundes. Paschmann wurde mitten in Hochheide geboren, wuchs dort in einem Zechenhaus auf – und wurde im Laufe seines Lebens besonders für Homberg und Hochheide zum Aushängeschild. 2009 wurde er Bürgermeister „seines Bezirks“. Er setzte sich für die „kleinen Leute“ ein – und sah große Dinge fallen. Zwei Weiße Riesen wurden in seiner Amtszeit gesprengt, die Sanierung des Hochhausviertels war ihm enorm wichtig. 2024 legte der gelernte Mess- und Regelmechaniker sein Amt nieder. Zu sehr hatte die Krankheit ihm zugesetzt. Nur wenige Monate später starb Hans-Joachim Paschmann. Er wurde 77 Jahre alt.

Hans-Joachim Paschmann prägte als Bezirksbürgermeister sein Homberg.

Hans-Joachim Paschmann prägte als Bezirksbürgermeister sein Homberg.
© FUNKE Foto Services | Markus Weissenfels

Trauer in Duisburg: „Meidericher Vizemeister“ starb im Sommer, Tod von Daniel Jung war ein Schock

Er war einer der legendären „Meidericher Vizemeister“, obwohl er in der Bundesliga nie für den MSV Duisburg spielte. Trotzdem hatte Friedhelm Jesse einen großen Anteil an der großen Ära der „Zebras“. Denn: In den letzten Jahren der Oberliga West hechtete und faustete der gebürtige Herner als unumstrittene Nummer eins im Tor der Meidericher und half dabei mit, die Qualifikation zur Bundesliga zu schaffen. In der Bundesliga gab der neue Trainer Rudi Gutendorf dann Neuzugang Manfred Manglitz den Vorzug. Jesse blieb nur der Platz auf der Bank. 1965 wechselte er zu Spora Luxemburg und spielte für den Verein aus dem Großherzogtum sogar im Europapokal. 2024 kehrte er mit seinem Sohn zum 60. Jubiläum der Vizemeister noch einmal zurück nach Duisburg. Ein Jahr später starb Jesse mit 89 Jahren. Der MSV schrieb in seinem Nachruf: „Lieber Friedhelm, richte doch von uns an all die anderen Großen da oben ein paar liebe Grüße aus.“

Friedhelm Jesse im Tor des Meidericher SV. In der Saison 1962/63 trug der Herner wesentlich dazu bei, dass die Duisburger den Schritt aus der Oberliga in die neu geschaffene Bundesliga schafften.

Friedhelm Jesse war eines der unbekannteren „Zebras“ unter den „Meidericher Vizemeistern“.
© MSV Duisburg | MSV Duisburg

Schock und Bestürzung in der Kulturszene waren groß, als im Juli die Nachricht die Runde machte: Daniel Jung lebt nicht mehr. Der Brückenbauer, der Kino-Fan, der Fußballer, der Holland-Liebhaber, der Familienvater wurde nur 58 Jahre alt. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Daniel Jung bei einem Abend des Stadtfestes als DJ gerockt, so wie er es immer tat. Der Koordinator für die freie Kunst- und Kulturszene arbeitete seit 2001 im Duisburger Kulturbüro. Dort setzte er viele Projekte um, war für Künstler ein verlässlicher Partner und ein aufmerksamer Zuhörer. Einer von ihnen schrieb in Jungs Kondolenzbuch: „Du hast an mich geglaubt, du hast mich inspiriert. Ein Stück weit wollte ich so sein wie du.“

Traditionell legte Daniel Jung einen Abend beim Duisburger Stadtfest auf.

Traditionell legte Daniel Jung einen Abend beim Duisburger Stadtfest auf.
© Apple Photos Clean Up | Petra Müller

Weggefährten beschreiben ihn als „feinen Menschen“. Winfried Broeckhorst war für seine SPD Ratsherr und war von 2009 bis 2018 Bezirksbürgermeister von Rheinhausen. 2012, als Bürgerinnen und Bürger wegen der chaotischen Zustände um das „Problemhaus“ In den Peschen Sturm liefen, zeigte der Familienvater seine großen Stärken: Gesprächsbereitschaft und die Bereitschaft, auch Kompromisse einzugehen. Dabei hatte Broeckhorst nach eigenen Angaben nie angestrebt „irgendein Mandat“ zu übernehmen. Es sollte anders kommen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag zog sich der ehemalige Schuldirektor zurück. Der Alt-Bezirksbürgermeister wurde 87 Jahre alt und starb am 12. November.

Winfried Broeckhorst war neun Jahre lang Rheinhausens Bezirksbürgermeister

Winfried Broeckhorst war neun Jahre lang Rheinhausens Bezirksbürgermeister
© WAZ FotoPool | Jörg Schimmel

Bei Hamborn 07 werden sie Ernst Schneider wohl nie vergessen: Der „Ur-Löwe“ ging aus der Jugend des Traditionsvereins hervor und etablierte sich bei seinem Heimatverein in den 1980ern als Toptorjäger in der damals drittklassigen Oberliga. Auch nach seiner aktiven Karrieren blieb die Vereinslegende den Hamborner treu. Von 2007 bis 2020 führte er den Verein vom Holtkamp als 1. Vorsitzender. Am 21. November starb Ernst Schneider nach langer schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren. Die 07er versprachen: „Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren.“

Ernst Schneider vor dem Wappen seiner Sportfreunde Hamborn 07.

Ernst Schneider vor dem Wappen seiner Sportfreunde Hamborn 07.
© Tim Foltin