Sven Mislintat, der neue Sportvorstand von Zweitligist Fortuna, hatte sich nach dem 2:1-Sieg gegen Fürth im letzten Spiel des Jahres ein wenig Bedenkzeit erbeten, um eine ganz wichtige Weiche zu stellen. „Nach fünf Tagen schon eine klare Entscheidung zu haben, wäre weder fair noch seriös“, sagte er. Nun, kurz nach Weihnachten, ist allerdings klar: Markus Anfang bleibt Trainer der Düsseldorfer, die nach einer katastrophalen Hinrunde auf Platz 16 in die Winterpause gegangen waren. Das teilte der Klub unserer Redaktion am Sonntagvormittag mit. In den vergangenen Tagen hatte Mislintat die aktuelle Lage in Ruhe analysiert und mehrere Gespräche mit Anfang geführt. Im unmittelbaren Anschluss an den hochverdienten Erfolg gegen die Mittelfranken hatte der Sportvorstand die Zukunft des Coachs noch offen gelassen. „Ich habe meine Gedanken dazu, und natürlich war es eine gute Woche für alle. Trotzdem werde ich mir das Ganze sauber angucken. Das erfordert die Situation, das haben wir auch klar miteinander kommuniziert. Diese Zeit zu bekommen, habe ich mir verdient“, sagte Mislintat. „Es ist eigentlich einfach: Wir haben einen Trainer, der heute gewonnen hat, und am 2. Januar ist der Trainingsauftakt. Dann wissen wir sehr klar, was los ist.“ Diese Klarheit herrscht nun schon ein paar Tage früher, und am Ende gab es gleich mehrere Gründe, um an Anfang festzuhalten. Erstens gelang es dem gebürtigen Kölner, das Team nach dem sportlichen Tiefpunkt in Dresden (1:2) vor vier Wochen wieder aufzurichten und zu starken Leistungen gegen Schalke (0:2) und Elversberg (0:1) zu befähigen, selbst wenn auch diese beiden Spiele verloren gingen. Der Sieg gegen Fürth war dann allerdings die logische Konsequenz des Aufwärtstrends. Zweitens bekannten sich Kapitän Florian Kastenmeier und Cedric Itten, zwei absolute Führungsspieler, vor der Winterpause unmissverständlich zu Anfang. Und drittens hätte Fortuna im Falle einer Entlassung nicht nur die Gehälter von Ex-Coach Daniel Thioune, Ex-Sportvorstand Klaus Allofs und Ex-Sportdirektor Christian Weber fortzahlen, sondern auch den 51-Jährigen weiterhin entlohnen müssen. Gegen Anfang sprachen letztlich zwar vor allem die Ergebnisse, schließlich holte Fortuna seit seiner Amtsübernahme im Oktober lediglich sieben Punkte aus neun Zweitliga-Partien. Trotzdem schenkten Mislintat und die gesamte Klubführung dem Trainer noch vor dem Jahreswechsel ihr Vertrauen. „Die Leistungen der vergangenen Spiele, die Arbeit von Markus auf und neben dem Trainingsplatz und die Gespräche haben gezeigt, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind, um aus der schwierigen Phase wieder rauszukommen“, sagte der Allofs-Nachfolger am Sonntag.