Habt ihr Lust auf ein elegant gefilmtes Historien-Abenteuer mit Säbelduellen und Verfolgungsjagden zu Pferde vor grandiosen, authentischen Kulissen und einer ganzen Reihe, teils sehr bekannter Gesichter? Dann haltet euch den späteren Abend frei.

Wer auf klassische Mantel-und-Degen-Filme steht, dabei aber nicht die modernen Filmtechniken und einen Haufen aktueller Stars missen möchte, kann sich heute und morgen Abend auf eine luxuriös ausgestattete Neuverfilmung von Alexandre Dumas’ „Die drei Musketiere“ freuen. Der zur Weltliteratur zählende Roman wurde 2023 von „Eiffel In Love“-Macher Martin Bourboulon in zwei Teilen – jeweils in Spielfilmlänge – fürs Kino inszeniert.

Die drei Musketiere: D’Artagnan“ läuft am heutigen 28. Dezember 2025 um 22.00 Uhr im ZDF. Alternativ ist der FSK-12-Titel für ein paar Euro als Video-on-Demand* oder im schicken Blu-ray-Doppelpack mit dem am 29. Dezember um 22.15 Uhr ebenfalls im ZDF zu sehenden zweiten Film „Die drei Musketiere: Milady“ zu haben:

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Viel Budget, zu wenig Balance

„Die drei Musketiere: D’Artagnan“ und sein in einem Rutsch mitgefilmtes Sequel „Die drei Musketiere: Milady“ waren sehr ambitionierte Projekte. Die Herstellung der französisch-deutsch-spanisch-belgischen Co-Produktionen verschlang die für europäische Verhältnisse gigantische Summe von 72 Millionen Euro. Und das merkt man zum Glück auch. So gut wie alles wurde in echten Schlössern, noch immer frühneuzeitlich aussehenden Dörfern und Städten (die Handlung spielt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts) sowie realen Wäldern und Landschaften gedreht – was die Filme sehr authentisch wirken lässt. Visuell ist vor allem „Die drei Musketiere: D’Artagnan“ über weite Strecken berauschend schön.

Und auch in Bezug auf die Besetzung ließ man sich vonseiten der Studios Pathé und Constantin nicht lumpen – wurde doch in echte Topstars des gallischen Kinos investiert. So erwarten euch neben dem den Titelhelden D’Artagnan gebenden François Civil („Beating Hearts“) als Musketiere die Herren Vincent Cassel („Black Swan“), Romain Duris („L’Auberge Espagnole“) und Pio Marmaï aus „Der Wein und der Wind“. Die große Gegenspielerin und Titelfigur des zweiten Films wird von Eva Green verkörpert – weltbekannt durch unter anderem „James Bond 007 – Casino Royale“ und „300: Rise Of An Empire“. Dazu kommen noch Vicky Krieps aus „Der seidene Faden“, Louis Garrel („Saint-Exupéry“) und Lyna Khoudri („The French Dispatch“).

Trotz der epischen Optik und der vielen mehr als fähigen Darsteller*innen ist „Die drei Musketiere: D’Artagnan“ leider nur ein gerade einmal solider, aber kein wirklich umwerfend guter Film geworden. Wie unser Rezensent Sidney Schering es in der 3 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik formuliert, lässt er nämlich „das gewisse je ne sais quoi“ vermissen.

Der Einstieg ist brillant gedreht und faszinierend düster. Hier hofft man noch, dass sich Regisseur Bourboulon und seine Drehbuchautoren Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte vielleicht wirklich trauen würden, dem bereits über vierzig Mal fürs Kino und TV verfilmten Dumas-Klassiker eine neue Schattierung zu geben, ohne dabei plump in Horrorgefilde abzugleiten. Diese Qualität halten die Macher dann allerdings nicht über die gesamte Laufzeit durch. Immer wieder verlassen sie die intensive, streckenweise an „The Dark Knight“ erinnernde Atmosphäre, um leichtere Momente, überdrehte Action-Sequenzen oder einen Detektiv-Subplot einzustreuen, ohne diese stimmig in den Kontext der Haupthandlung einzubinden.

So mäandert das Ganze ungeschickt zwischen düster und leichtfüßig hin und her, ohne jemals die richtige Balance zu finden. Da ist es nicht allzu verwunderlich, dass „Die drei Musketiere: D’Artagnan“ außerhalb Frankreichs kein großes Publikum fand und an den Kinokassen enttäuschte. Das führte in Deutschland sogar dazu, dass der eigentlich ebenfalls fest für einen Leinwand-Start vorgesehene zweite Film „Die drei Musketiere: Milady“ bei uns lediglich im Heimkino debütierte. Zudem wurden die bereits beim Streaming-Service Disney+ in der Vorproduktion befindlichen Spin-off-Serien „Milady Origins“ und „Black Musketeer“ gleich wieder eingestampft und nie realisiert. Schade.

„Die drei Musketiere: D’Artagnan“: Das ist die Story

Den jungen Abenteurer D’Artagnan (François Civil) zieht es aus dem verschlafenen Südwesten Frankreichs nach Paris. Dort schließt er sich nach einer zunächst noch wenig erfreulichen ersten Begegnung schnell den Musketieren des Königs Ludwig XIII. (Louis Garrel) an: Athos (Vincent Cassel), Porthos (Pio Marmaï) und Aramis (Romain Duris). Das schlagkräftige Quartett beschließt, im von Religionskriegen gespaltenen und von einer britischen Invasion bedrohten Land endlich wieder für Stabilität zu sorgen.

Zunächst müssen sie aber gegen den machthungrigen und mörderische Intrigen spinnenden Kardinal Richelieu (Eric Ruf aus Polańskis „Intrige“) antreten. Beinahe nebenbei verliebt sich D’Artagnan auch noch in Constance Bonacieux (Lyna Khoudri), eine der Hofdamen von Königin Anna (Vicky Krieps). Dadurch wird die zwielichtige Milady de Winter (Eva Green) auf ihn und seine neuen Kampfgenossen aufmerksam – was für sie alle tödlich enden könnte…

Ein anderer weltbekannter Abenteuerroman von Alexandre Dumas wurde kürzlich ebenfalls opulent neu verfilmt und ist jetzt im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video zu sehen. FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler stellt euch das Werk im folgenden Artikel näher vor:

Neu auf Amazon Prime Video: Für Fans klassischer Abenteuerfilme ist dieses bildgewaltige 3-Stunden-Epos ein absolutes Muss!

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