Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in einem US-Entwurf für ein Friedensabkommen mit Russland die meisten Forderungen seines Landes erfüllt. In den Entwurf seien «fast 90 Prozent» der Forderungen seines Landes aufgenommen worden, sagte Selenskyj am Montag in Kiew. Diskutiert werde noch über europäische Streitkräfte unter Führung Frankreichs und Großbritanniens und mit einer Absicherung durch Washington, die «die Sicherheit der Ukraine in der Luft, zu Lande und zu Wasser» gewährleisten sollten.

Selenskyj sagte, Rückgrat des vorgeschlagenen Abkommens sei ein 20-Punkte-Plan. Außerdem gebe es ein Rahmendokument über Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine, europäischen Ländern und den USA sowie ein separates Dokument über bilaterale Sicherheitsgarantien, die die USA der Ukraine gewähren sollten. Die Ukraine plädiere dafür, dass dieses bilaterale Dokument vom US-Kongress geprüft wird, wobei einige Details und Anhänge geheim bleiben sollten. Das US-Team verhandle jetzt mit russischen Gesandten. Washington habe darum gebeten, keine Details zu veröffentlichen. «Insgesamt sieht es in diesem Stadium recht solide aus», sagte Selenskyj über die jüngsten Gespräche mit US-Vertretern, die versuchen, einen Kompromiss zu vermitteln. Maximalforderungen könnten weder Kiew noch Moskau durchsetzen.

Selenskyj versicherte, die ukrainischen Verteidigungslinien hielten den Angriffen stand. «In den vergangenen Wochen hat die russische Armee die Intensität ihrer Angriffe deutlich erhöht, und die Zahl der russischen Verluste ist entsprechend gestiegen», erklärte er auf Telegram. Nach offiziellen Angaben haben ukrainische Streitkräfte auf russischem Boden ein Ölterminal, eine Pipeline, zwei geparkte Kampfjets und zwei Schiffe getroffen.