Am ersten Weihnachtsfeiertag hat die Hamburger Polizei in zwei voneinander unabhängigen Einsätzen drei mutmaßliche Einbrecher gefasst. Zwei Verdächtige wurden in Schnelsen, ein weiterer in Bramfeld gestellt. Gegen alle drei Männer wurden Haftbefehle erlassen.

Die dunkle Jahreszeit und die Abwesenheit vieler Menschen über die Feiertage gelten seit jeher als besonders günstige Gelegenheit für Einbrecher. So auch in Hamburg: Am Abend des 25. Dezember kam es in Bramfeld und Schnelsen zu zwei voneinander unabhängigen Einsätzen, in denen die Polizei drei mutmaßliche Täter festnahm. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt für Spezielle Einbruchskriminalität (LKA 19 „Castle“) übernommen.

Festnahme nach Verfolgung in Bramfeld

Der erste Fall ereignete sich gegen 19.28 Uhr im Seebekring in Hamburg-Bramfeld. Als der Bewohner nach Hause kam, stellte er fest, dass seine Wohnung offenbar durchsucht worden war und die Scheibe der Terrassentür massiv beschädigt wurde. Seine Lebensgefährtin bemerkte kurz darauf einen Mann auf der Terrasse, der nach ihrer Ansprache sofort die Flucht ergriff. Der Wohnungsinhaber nahm die Verfolgung auf und alarmierte gleichzeitig über den Notruf die Polizei, die gezielt in die Umgebung gelenkt werden konnte.

In einer nahegelegenen Parkanlage stellten Beamtinnen und Beamte den Flüchtenden schließlich. Da der Mann einen Schraubendreher in der Hand hielt, setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein und nahmen ihn vorläufig fest. Der 29-jährige Georgier erlitt Schnittverletzungen und wurde zunächst von einer Rettungswagenbesatzung in ein Krankenhaus gebracht. Anschließend erfolgte eine erkennungsdienstliche Behandlung. Im Rahmen der Maßnahmen stellten die Ermittler Schmuck, Münzen und Werkzeug sicher. Der Tatverdächtige wurde in das Untersuchungsgefängnis überstellt, ein Haftrichter erließ Haftbefehl.

Flucht in Waldgebiet

Nur wenige Minuten später, gegen 19.36 Uhr, wurden Einsatzkräfte zu einem weiteren mutmaßlichen Einbruch an die Holsteiner Chaussee in Hamburg-Schnelsen gerufen. Dort trafen sie auf zwei Männer, die nach bisherigen Erkenntnissen versuchten, gewaltsam in ein Objekt einzudringen. Nach der Ansprache durch die Polizei flüchteten beide zunächst. Einer konnte bereits nach wenigen Metern gestellt und vorläufig festgenommen werden. Sein Komplize rannte in ein nahegelegenes Waldstück, wurde jedoch im Rahmen einer Fahndung mit mehreren Funkstreifenwagen, Zivilkräften und mit Unterstützung der Polizei Schleswig-Holstein ebenfalls festgenommen.

Bei den Tatverdächtigen stellten die Beamtinnen und Beamten Werkzeuge sicher. Der 37-jährige Mann führte zudem einen gefälschten ukrainischen Führerschein mit sich. Bei seinem 44-jährigen mutmaßlichen Komplizen ergab die Überprüfung, dass bereits ein Haftbefehl wegen des Verdachts des Einbruchsdiebstahls vorlag, der nun vollstreckt werden konnte. Nach Abschluss der Maßnahmen durch den Kriminaldauerdienst des Landeskriminalamts wurden beide Männer dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Auch gegen den 37-Jährigen erließ ein Haftrichter Haftbefehl.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Die Ermittlungen in beiden Fällen dauern an. Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang daran, Türen und Fenster konsequent zu verschließen, keine Ersatzschlüssel außerhalb der Wohnung zu deponieren und bei verdächtigen Beobachtungen sofort den Notruf 110 zu wählen. Die Vorfälle am Weihnachtsabend zeigen, dass Einbrecher auch an Feiertagen aktiv sind – und dass schnelle Reaktionen von Anwohnern und Polizei entscheidend sein können.

dfe