„League Tables“
Das waren die größten Übernahmen in Deutschland 2025
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Deutsche Unternehmen waren bei Übernahmen im Ausland kaum aktiv. Dafür waren hiesige Firmen aber begehrte Übernahmeziele – vor allem Finanzinvestoren waren auf Einkaufstour in Deutschland
Deutsche Unternehmen haben sich mit Zukäufen im Ausland in diesem Jahr stark zurückgehalten. Für Konzerne und Investoren aus anderen Ländern sind sie dagegen ein gefragtes Übernahmeziel. Vor allem Finanzinvestoren griffen zu, wie aus den „League Tables“ des Londoner Börsenbetreibers und Finanzdatenanbieters LSEG hervorgeht. Bis Mitte Dezember wurden 1641 deutsche Unternehmen für 107,1 Mrd. Dollar verkauft, das Volumen ist damit 30 Prozent höher als 2024. 900 Firmen gingen für 82,5 Mrd. Dollar an Käufer aus dem Ausland.
Einen Rekord stellten Beteiligungsgesellschaften auf: Sie kauften in Deutschland für 49,9 Mrd. Dollar zu, gaben damit doppelt so viel aus wie 2024 und so viel wie nie zuvor. Auf das Konto der Finanzinvestoren gingen vier der größten fünf Transaktionen, darunter die Rekord-Übernahme des Bad Vilbeler Pharmakonzerns Stada. Sie zeichneten damit für fast ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens von Fusionen und Übernahmen in Deutschland verantwortlich.
Mit 167,5 Mrd. Dollar war dieses 17 Prozent höher als 2024 – und so hoch wie seit 2021 nicht mehr. Dabei geht der Trend zu größeren Übernahmen: Die Zahl der Transaktionen fiel mit 2464 auf den niedrigsten Stand seit dem Corona-Jahr 2020.
Die größten Übernahmen und die erfolgreichsten Berater
Die größten Übernahmen und die erfolgreichsten Berater

© Boris Roessler/dpa / Picture Alliance
Stada
Der Arzmeimittelhersteller Stada bleibt in den Händen von Finanzinvestoren. Die Beteiligungsgesellschaften Bain Capital und Cinven, die auch einen Börsengang ausgelotet hatten, verkauften das hessische Unternehmen für 11,7 Mrd. Dollar an ein Konsortium um die britische Capvest. Die bisherigen Eigentümer behalten eine Minderheitsbeteiligung.

© Joerg Carstensen/dpa / Picture Alliance
Siemens Energy
Die zweitgrößte Transaktion fand innerhalb der Siemens-Familie statt: Im Juli spaltete die indische Siemens-Tochter das dort dominierende Energietechnik-Geschäft als Siemens Energy India Ltd ab und vollzog damit mit einigen Jahren Verspätung die Trennung von Siemens Energy im Rest der Welt nach. In die League Tables ging die Transaktion mit 11,3 Mrd. Dollar ein.

© Vincent Jannink / Picture Alliance
Tennet
Knapp dahinter folgt der 11,2 Mrd. Dollar schwere Verkauf von 46 Prozent am Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland an Finanzinvestoren, der Ende September angekündigt wurde. Die niederländische Regierung als Eigentümer von Tennet hatte sich lange auch einen Börsengang des Deutschland-Geschäfts vorbehalten. In einem zweiten Schritt will auch der Bund mit 25,1 Prozent bei Tennet einsteigen.

© – / Picture Alliance
Techem
Der hessische Energiedienstleister Techem wurde im zweiten Anlauf für 7,8 Mrd. Dollar an ein neu zusammengesetztes Konsortium verkauft, nachdem die EU-Behörden einen Verkauf an den US-Investor TPG torpediert hatten. Nun behält die schweizerische Partners Group die Mehrheit, aber über einen eigenen Infrastruktur-Fonds. Anstelle der seit 2018 beteiligten kanadischen Co-Investoren La Caisse und Ontario Teachers‘ Pension Plan (OTPP) sind nun TPG, der singapurische Staatsfonds GIC und der Staatsfonds von Abu Dhabi, Mubadala, an Bord.

© Michael Bihlmayer / Picture Alliance
BASF
Der Ludwigshafener Chemieriese BASF hat die Mehrheit an seinem Lack-Geschäft an den US-Finanzinvestor Carlyle abgegeben. Dabei setzte BASF für die bisher unter dem Namen BASF Coatings geführten Geschäftsbereiche Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik einen Unternehmenswert von 7,7 Mrd. Euro an. Der Konzern behält aber 40 Prozent der Anteile. In die League Tables geht die Transaktion mit 6,7 Mrd. Dollar ein.

© Frank Rumpenhorst/dpa / Picture Alliance
Deutsche Börse
Die Deutsche Börse greift nach der europäischen Fonds-Handelsplattform Allfunds. Das geplante Angebot – ein Mix aus eigenen Aktien, Bargeld und einer Dividende – summiert sich laut LSEG auf umgerechnet 5,7 Mrd. Dollar.

© Bloomberg / Getty Images
Die US-Investmentbank Goldman Sachs bleibt auch 2025 in der Rangliste der M&A-Berater in Deutschland unangefochten die Nummer eins: Ihre Banker begleiteten 35 Transaktionen im Wert von 92,9 Mrd. Dollar. Auf Platz zwei folgt die US-Bank JP Morgan, die sich vom zehnten Platz nach oben gearbeitet und Morgan Stanley auf Rang drei verdrängt hat. Platz vier behauptet die Deutsche Bank, die damit auf ihrem Heimatmarkt die größte europäische M&A-Bank bleibt.

© Matthias Balk/dpa / Picture Alliance
BNP Paribas
Im Geschäft mit Eigenkapital-Emissionen und -Platzierungen (ECM) hat sich die französische BNP Paribas auf Platz eins geschoben und damit die Deutsche Bank überholt. Dritter ist BofA Securities (Bank of America). Das Geschäft ist aber mau, nachdem es kaum größere Börsengänge in Frankfurt gab.

© Thorsten Wagner / Picture Alliance
Deutsche Bank
Bei Fremdkapital-Transaktionen verteidigt die Deutsche Bank mit 133 Emissionen im Volumen von 39,7 Mrd. Dollar ihren Spitzenplatz vor JPMorgan. Der Marktanteil der Deutschen Bank ist mehr als doppelt so groß wie der des größten Verfolgers. Von Platz fünf auf drei hat sich im Jahresvergleich die Commerzbank vorgearbeitet, auf Rang vier liegt Barclays.
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rtr/kb