Kiel. Der Ansturm auf Feuerwerksartikel war im ganzen Land wie erwartet groß: Noch bevor am Montagmorgen die ersten Discounter die Türen geöffnet hatten, bildeten sich zum Teil lange Schlangen – so auch in Kiel. Einige Geschäfte hatten bereits mittags leere Regale. Gerade die Lockangebote für Batterien und Böller zeigten Wirkung. Es muss aber nicht immer der Kanonenschlag sein.

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„Mit Rücksicht auf die Tiere soll es nicht zu laut sein. Wir setzen auf römische Lichter. Das hat bei uns Tradition“, sagen die Schwestern Cindy und Diana aus Kiel. Sie stehen vor dem Verkaufsstand im Famila-Markt in der Wik. Das Feuerwerk gehört aber für beide zu Silvester, daran lassen sie keinen Zweifel.

Grünes Feuerwerk gefragt

„Feuerwerk ist für mich Tradition. Es sollte bunt und nicht zu laut sein. Wir feiern hier in der Stadt“, sagt Malte Stender (32). Er hat sich für einen Vulkan und ein Raketen-Set entschieden. Das Raketen-Set aus dem „Green Line“-Sortiment. Das sind Raketen ohne große Knalleffekte, die aber genauso leuchten und glitzern wie die alten Raketen mit voller Ladung.

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Bei den Herstellern wird in diesem Jahr die Umweltverträglichkeit weiter vorangetrieben. „Wir haben kaum noch Plastik in den Verpackungen und auch Raketen und Batterien kommen weitestgehend ohne Plastikverpackungen in den Verkauf“, sagt Christian Seidl, Marktleiter bei Famila in der Wik.

Die Leute wollen feiern und sich etwas gönnen.

Christian Seidl

Famila-Marktleiter

Die Nachfrage nach Feuerwerk ist aber trotz der Diskussionen, Mahnungen und Appelle von Politik, Ärzten, Klima- und Naturschützern hoch. „Die Leute wollen feiern und sich etwas gönnen. Feuerwerk gehört da einfach dazu. Wir erleben hier auch in diesem Jahr wieder eine steigende Nachfrage“, sagt Seidl.

Aber nicht nur beim Feuerwerk steigt die Nachfrage. „Das betrifft beispielsweise auch alkoholfreien Sekt. Hier haben wir das Angebot fast verdoppelt“, sagt Seidl. Die Tage vor Silvester bescheren ihm und seinem Team einen vollen Markt.

Verkauf stärker als vor Corona

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet gegenüber dem Vorjahr mit 10 bis 15 Prozent mehr Ware im Handel. 2024 verzeichnete die Branche nach eigenen Angaben einen Umsatz von 197 Millionen Euro (2023: 180 Millionen). Inzwischen liegen die Verkaufswerte sogar 20 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau.

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Produziert wird die Ware auch in Kiel. „Unser Werk in Kiel ist sehr gut ausgelastet und hat über das ganze Jahr gut zu tun“, sagt Oliver Gerstmeier vom Feuerwerkshersteller Weco aus Eitorf. Weco ist neben Comet und Nico einer der führenden Lieferanten für privates Feuerwerk.

Beim Kieler Werk in Friedrichsort wurde der Werksverkauf bereits während der Corona-Pandemie durch ein Online-Modell ersetzt. „Die Kunden können vorher im Internet bestellen und dann zu einem vereinbarten Zeitpunkt am Dienstag abholen“, sagt Gerstmeier. Auch in diesem Jahr waren alle im Internet angebotenen Pakete ganz schnell ausverkauft. „Die Nachfrage nach Feuerwerk ist weiter sehr hoch“, sagt Gerstmeier.

Zu diesem Segment gehören die „Silence Line“ (Comet), die „Green Line“ (Nico) oder die mit dem Button „geräuscharmes Feuerwerk“ gekennzeichneten Produkte der Firma Weco. Das Abbrennen der privaten Pyrotechnik ist grundsätzlich nur an Silvester und Neujahr erlaubt.

Zur Vermeidung von Verletzungen und Bränden gibt es fürs Feuerwerk wieder Tipps von der Feuerwehr Kiel. So warnt die Feuerwehr eindringlich davor, Knallkörper abzubrennen, die in Deutschland keine Zulassung und keine CE-Prüfzeichen haben. Illegal eingeführte Böller enthalten oft größere Mengen an Sprengstoff.

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Eine Gefahr geht vom unsachgemäßen Umgang aus. Beim Abschuss von Raketen muss darauf geachtet werden, dass keine Balkone, Dächer oder geöffnete Fenster getroffen werden. Böller haben nichts in Kellerschächten oder Mülltonnen zu suchen, da sie dort Müll oder Laub in Brand setzen können, sagt die Feuerwehr.

KN