Eine Horror-Verletzung, der Bundesliga-Abstieg, ein Katastrophen-Start – das Jahr von Philipp Hofmann (32) war von Tiefpunkten geprägt. In BILD spricht der Angreifer über genau diese Themen und schließt ein Karriereende in Bochum nicht aus.
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★★★
BILD: Herr Hofmann, wie blicken Sie auf das Jahr 2025?
Philipp Hofmann (32): Für mich persönlich war es ein Auf und Ab. Die Rückrunde in der vergangenen Bundesliga-Saison war schwierig, dazu hatte ich eine ungewöhnliche Verletzung und wir sind abgestiegen. Nach dem Abstieg sind wir schlecht in die neue Saison gestartet. Das war echt eine Achterbahnfahrt. Inzwischen sind wir auf dem richtigen Weg, haben uns stabilisiert. Ich hoffe, dass 2026 positiver wird.
Haben Sie einen persönlichen Hoch- und Tiefmoment?
Ich habe keinen bestimmten Hochmoment. Ich erinnere mich aber noch gut an das Tor gegen St. Pauli (1:0, sehenswerter Hackentreffer im Januar 2025, d. Red.), was zum Tor des Monats gewählt wurde. Das war schön. Die Verletzung (Rippenbruch und Lungenkollaps, d. Red.) war natürlich für alle ein Schock.
Durch Ihre Verletzung mussten Sie im Abstiegskampf zuschauen. Wie haben Sie das verarbeitet?
Es war schwer für mich, da ich in einer entscheidenden Phase nicht mehr helfen konnte. Ich musste mich wieder komplett herankämpfen, hatte viel aufzuholen in der Vorbereitung. Das war ein harter Weg. Der Abstieg war auch bei vielen zu Beginn der neuen Saison noch im Kopf. Das war ein Grund für unseren schlechten Start. Ich will trotzdem erwähnen, dass Dieter Hecking einen tollen Job gemacht hat. Er hat uns in der Bundesliga stabilisiert, auch wenn es am Ende nicht zum Klassenerhalt gereicht hat. Er ist ein super Trainer, aber manchmal braucht es einen neuen Impuls. Den haben wir dann letztlich durch Uwe Rösler bekommen.
Bei allem Respekt: Hat Ihnen die Verletzung in dieser Zeit geholfen? Schließlich lag Ihr Fokus auf der Genesung, nicht auf dem Abstieg.
Es war schon wie so ein kleiner Reset-Knopf. Ich musste von Null anfangen. Ich musste mir meine Kondition wieder erarbeiten. Das waren echte Schweine-Einheiten, aber das muss eben sein. Auch, wenn die ersten Spiele nicht so gut liefen, konnte ich das alles reflektieren. Mental war es wichtig für mich, dass ich in dieser Zeit etwas runterkommen konnte.
Sie stehen aktuell bei 3 Treffern und 5 Vorlagen. Zufrieden?
Nicht wirklich. Von den Zahlen her würde ich mir mehr wünschen. In den vergangenen Wochen hat es aber ziemlich gut geklappt. Daran will ich anknüpfen und das ist auch mein Anspruch. Wenn wir als Team gut spielen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich ein Tor mache. Seitdem Uwe da ist, konnte ich mich in den Leistungen stabilisieren, sodass nicht nur ich zufrieden bin. Wie wir jetzt den Umschwung geschafft haben – Chapeau auch an Uwe. Es ist aber immer noch dieselbe Mannschaft. Wir können alle kicken, aber es spielt sich auch viel im Kopf ab. Das wird oft zu wenig berücksichtigt. Wir müssen dranbleiben und noch mehr machen, denn so eine Situation wollen wir nicht nochmal erleben.

Schätzen sich: Cheftrainer Uwe Rösler (57) und Philipp Hofmann (32)
Foto: picture alliance / Jb-sportfoto
Wie hat Uwe Rösler Sie gepackt, dass es direkt zum Erfolg gekommen ist?
Er ist ein sehr emotionaler Trainer. Vielleicht haben wir das gebraucht. Jeder nimmt das anders wahr, aber die Mannschaft scheint das positiv aufgenommen zu haben und es hat einen Ruck gegeben. Der Sieg gegen Hertha BSC (3:2, d. Red.) hat uns neue Energie gegeben. Das war wichtig für die Moral. Da fing unsere Saison quasi neu an.
Cajetan Lenz (19) und Timo Horn (32) sind absolute Leistungsträger. Machen Sie sich Sorgen, dass die beiden im Sommer in die Bundesliga wechseln?
Bei jüngeren Spielern ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie irgendwann in der Bundesliga spielen. Ich sehe Cajetan auch über kurz oder lang im Oberhaus. Jeder sieht, dass er ein Riesentalent ist. Wann das sein wird, wird sich zeigen. Um ehrlich zu sein, würde ich beide gerne hier behalten. Timo ist auch mein Zimmerpartner bei Auswärtsspielen.
Ihr Vertrag läuft bis 2028. Folgt dann der Ruhestand im Pott oder etwas à la Saudi-Arabien?
Daran habe ich noch nicht gedacht. Ich fühle mich fit und war – abgesehen vom Sommer – nie wirklich verletzt. Da mache ich mir erst Gedanken, wenn es so weit ist. Dann würde ich mich aber wahrscheinlich für den Ruhrpott entscheiden. Meine Familie fühlt sich hier sehr wohl. Ich habe es nicht weit ins Sauerland, in die Heimat. Daher wollen wir hier sesshaft werden.