Die Hertha-Hinrunde war eine Berg- und Talfahrt!
Nach Horror-Start folgte eine beeindruckende Siegesserie, ehe dem Hauptstadt-Klub zum Ende der ersten Saisonhälfte die Puste ausging. Das Wichtigste: Der Aufstiegstraum lebt! Fünf Punkte Rückstand auf Relegations-Platz 3 – machbar, dank dreier Gewinner der Hinrunde, die auch in der Rückrunde die Mannschaft tragen müssen.
Mehr zum ThemaLuca Schuler – unterm Radar
Herthas-Stürmer (26) ist der heimliche Gewinner der Hinrunde.
Erst setzte sich der Knipser gegen Sebastian Grönning (28) durch. Kaum war Bremen-Neuzugang Dawid Kownacki (28) nach seiner Verletzung zurück, drängte Schuler auch diesen sofort aus der Startelf. Beeindruckend: In allen Pflichtspielen kam Schuler nur auf rund 30 Prozent der möglichen Einsatzzeit, traf aber trotzdem siebenmal – das macht ihn zu Herthas Toptorjäger der Hinrunde. Trotz verpasster Sommervorbereitung wegen einer Hüftverletzung. Vor der Saison war er noch Angreifer Nummer drei und Wechselkandidat, in der Hinrunde stürmte Schuler an allen Konkurrenten vorbei.

Luca Schuler (26) traf sowohl als Joker als auch von Beginn an
Foto: Andreas Gora/dpa
Tjark Ernst – der Rückhalt
Herthas Nummer eins ist in der besten Form seiner bisherigen Karriere – und der Hauptgrund, warum die Berliner noch vom Aufstieg träumen dürfen. In der Liga blieb er 553 Minuten ohne Gegentor. Im Pokal wäre ohne seine Mega-Paraden in Runde eins gegen Münster Schluss gewesen (5:3 n.E.).
Trainer Stefan Leitl (48) machte früh klar: „Tjark spielt, solange er nicht gesperrt oder verletzt ist.“ Dieses Vertrauen münzte Ernst in überragende Leistungen um. Der 22-Jährige übernimmt dazu Verantwortung als Sprecher der Mannschaft und stellt sich selbst nach bitteren Pleiten mit messerscharfen Analysen und berechtigter Kritik an den Mannschaftsleistungen. Klar ist: Ernst ist Herthas Profi der Hinrunde – und nach 17 Spielen der beste Torwart der 2. Liga.

Makellos: Hertha kassierte kein einziges Gegentor wegen eines Fehlers von Tjark Ernst (22)
Foto: City-Press
Kennet Eichhorn – der Senkrechtstarter
Vom Talent zum Leistungsträger in Rekordzeit!
Für Herthas Wunderkind (16) war der Schnupperkurs in der 2. Liga schnell vorbei. Nach zwei Joker-Einsätzen zu Saisonbeginn war er ab dem 5. Spieltag in Hannover (3:0) im Mittelfeld gesetzt. Leitl: „Kenny ist ein unfassbares Talent. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass seine Entwicklung so schnell geht. Er wird von Spiel zu Spiel besser.“ Der Teenager wird von halb Europa gejagt und ist mit einem Marktwert von 20 Mio. Euro der wertvollste Spieler der 2. Liga aller Zeiten.
Trotz seines kometenhaften Aufstiegs bleibt Kenny auf und neben dem Platz cool und bekannte sich zuletzt zu seiner Hertha.

Kennet Eichhorn (16) wird wegen seiner Spielweise schon „Mini-Kroos von der Spree“ genannt.
Foto: Annegret Hilse/REUTERS
Fazit: Herthas turbulente Hinrunde brachte drei Gewinner hervor. Doch reicht das, um aufzusteigen? Im großen Kader müssen weitere Spieler jetzt Herausragendes leisten, um Hertha zurück in die Bundesliga zu bringen.