Der mit einem Academy Award ausgezeichnete, lettische Animationsfilm „Flow“ ist in seinem Heimatland der größte Kassenschlager der historisch verbuchten Kinogeschichte. Holt euch den schönen, nachdenklich stimmenden Trickfilm ins Heimkino!
Dem Abenteuerfilm „Flow“ gelang bei den diesjährigen Academy Awards ein denkwürdiger Außenseitersieg: Der dialogfreie, 3,5 Millionen Euro teure Film aus Lettland gewann den Oscar für den besten Animationsfilm und setzte sich somit gegen namhafte Konkurrenz von Pixar und DreamWorks Animation durch. Der Oscar-Sieg war aber nur einer von vielen Triumphen, denn das fantastische Abenteuer fuhr durch die Bank starke Kritiken und Wertungen ein, darunter 4,1 von 5 Sternen von der FILMSTARTS-Community und 97 Prozent positive Reviews bei Rotten Tomatoes.
„Flow“ ist mit über 365.000 verkauften Eintrittskarten zudem der erfolgreichste Film in der Geschichte Lettlands und mit weltweiten Einnahmen von rund 50 Millionen Euro konsequenterweise auch global der größte lettische Filmhit. Auch der US-Filmverleih Janus Film hatte nie einen größeren Kassenschlager! Wenn ihr auf dem letzten Drücker also noch einen der besten Filme des Jahres schauen wollt: „Flow“ ist im Capelight-Shop als limitierte 4K-Edition erhältlich!
„Flow“ 4K bei Capelight*
Unter anderem bei Amazon könnt ihr den Film des Weiten auf DVD und Blu-ray* beziehen, bei Prime Video* ist er auch als VOD verfügbar. Außerdem ist „Flow“ bei Disney+* im Abo enthalten! Der Griff zur Limited Edition lohnt sich allerdings besonders: Capelight Pictures bestückte sein 4K-Mediabook von „Flow“ mit einem 48-seitigem Booklet inklusive vieler Konzeptzeichnungen!
Darum geht es in „Flow“
Eine einzelgängerische, dunkelgraue Katze stromert durch den Wald und begegnet einem kläffenden Hunderudel. Als wäre das nicht ätzend genug, bricht als nächstes eine Sturzflut herein, die die Katze und einen der Hunde, einen Labrador-Retriever, mitreißt. Die Tiere können sich zwar ans Land retten, doch dort dürfen sie sich nur vorübergehend in Sicherheit wähnen: Der Wasserspiegel steigt kontinuierlich an. Ganz gleich, wie sehr sich die Katze sträubt, ihr bleibt nur, mit dem Hund in ein vorbeitreibendes Segelboot zu steigen.
So beginnt ein Abenteuer, das Hund und Katz durch verschiedenste Landschaften führt und in immer neue Gefahren bringt. Dabei vergrößert sich die Survivaltruppe um ein entspanntes Wasserschwein, einen mysteriös-stolzen Sekretärvogel und einen von glänzenden Dingen besessenen Lemuren…
Kleine Dinge, enorme Wirkung
Der als Regisseur, Komponist sowie Autor tätige Gints Zilbalodis und Drehbuchautor Matīss Kaža lassen in ihrem Animationsabenteuer allein ihre von einer fließend-tänzelnden Kamera eingefangenen Bilder, Tierlaute sowie die oftmals mystisch angehauchten Kompositionen von Zilbalodis und Rihards Zaļupe sprechen. Es gibt keinen Dialog, keine Stimme aus dem Off, keine Texttafeln (allein das arte-Produktionslogo im Vorspann säuselt was auf Französisch, aber das zählt nicht)!
Zilbalodis und sein kleines Team nutzten zudem schmale Mittel, um ihren Film zu verwirklichen: Während des Produktionsprozesses verzichteten sie aus Kostengründen sowie aus Interesse an weniger erprobten Wegen auf diverse übliche Arbeitsschritte, außerdem griff die Animationscrew auf die Open-Source-Software Blender zurück. Dieser Minimalismus ebnete den Weg für einen reichhaltigen Film:
Die menschenleere, stilisierte Welt von „Flow“ ist atemberaubend schön, in ihrer Weitläufigkeit faszinierend und durch die bedachte Inszenierung ihrer spärlichen Bevölkerung zudem hypnotisierend sowie unterschwellig beunruhigend. Der betörenden Schönheit der Natur und majestätischer Bauwerke stehen also simpel umgesetzte, wenngleich ausdrucksstarke Figuren entgegen – und gemeinsam begeben sich diese Gegensätzlichkeiten in einen unvergleichlichen Tanz der Ambivalenz, wie die Situation insgesamt zu deuten ist.
Kleine Katze, gewaltiger Deutungsraum
Wie es sich für hervorragende (Quasi-)Stummfilme gehört, schafft „Flow“ eine durchdachte, in sich stimmige Handlung und einen ihr als Bühne dienenden Kosmos, lässt durch die vielen Auslassungen aber zugleich bewusst viele Fragen offen. „Flow“ lebt davon, dass sich das Publikum von diesem Erzähl-, Gefühls- und Impressionsfluss mitreißen lässt und diese dialoglose Kammer mit eigenen Ideen, Erfahrungen und Bewertungen füllt.
Zilbalodis macht in Interviews keinen Hehl daraus, dass sein künstlerischer Urgedanke war, einen Film zu machen, der seinen Lernprozess reflektiert, sich als scheuer Einzelgänger in der üblicherweise höchst kooperativen Trickbranche über Wasser zu halten und Gemeinschaftssinn sowie Teamwork zuzulassen. Doch dadurch, dass er eben keine Trickkomödie übers Filmbusiness umgesetzt hat, sondern eine wortlose Abenteuerfabel, öffnete er seine Sozialsinn-Geschichte für größere, vielfältigere Deutungen:
„Flow“ lässt sich als Fabel übers Flüchten verstehen, als eindringliche Abenteuer-Dystopie über die Konsequenzen des Klimawandels oder auch als ambivalent zwischen säkularer und spiritueller Deutung gleitende Arche-Noah-Modernisierung. Für den von „Flow“ völlig verzauberten Verfasser dieses Heimkino-Tipps ist die Trickfilmsensation wiederum ein malerischer Film über die vielen kleinen Herausforderungen und ständigen Vertrauensfragen, die sich stellen, während die Welt untergeht – ob nun wortwörtlich oder sinnbildlich, sei euch überlassen.
Und wenn ihr nach „Flow“ einen weiteren außergewöhnlichen, abenteuerlichen Trickfilm sehen möchtet, dann folgt doch auch unserer nächsten Heimkino-Empfehlung:
Heimkino-Tipp: Dieses bahnbrechende Abenteuer-Meisterwerk ist ein Muss (nicht nur) für Disney-Fans!
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.