Top-5-Verkauf der 2. Liga im Winter

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Der Wechsel von Younes Ebnoutalib (22) zu Eintracht Frankfurt ist in trockenen Tüchern. Die SGE bestätigte den Transfer des Mittelstürmers, der bei der SV Elversberg ein kleines Fußballmärchen geschrieben hat. Für die Saarländer ist es mit Abstand der teuerste Verkauf der Klubgeschichte. Nur wenige Spieler verließen die 2. Bundesliga im Winter für eine höhere Ablöse als der gebürtige Frankfurter. Und die Hessen, die den Jungprofi bis 2031 unter Vertrag nehmen, kommen deutlich günstiger weg als beim letzten großen Stürmertransfer in einem Januar-Wechselfenster.
8 Millionen Euro überweist die Eintracht dem Vernehmen nach an Elversberg. Mit Boni soll sich der Betrag auf bis zu 10 Mio. Euro steigern können. Für die Frankfurter, die in den zurückliegenden Jahren regelmäßig hohe Summen auf dem Winter-Transfermarkt investierten, ist es die vierthöchste Ablöse, die man sich zur Saisonhälfte leistet. Vor zwei Jahren hatte die SGE ebenso 8 Mio. Euro für Angreifer Jean-Mattéo Bahoya gezahlt. Im letzten Januar stellte man mit Stürmer Elye Wahi (26 Mio. Euro) einen neuen Klubrekord im Winter auf. Ebnoutalib kostet initial weniger als ein Drittel dessen, was der Wahi-Transfer erfordert hatte (zu den teuersten Wintertransfers der Frankfurter).
„Younes ist ein sehr torgefährlicher Spieler mit einer sehr guten Physis“, sagte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche über den Transfer. „In den letzten Monaten konnte er in Elversberg die nächsten Schritte in seiner Entwicklung machen, die wir weiter gemeinsam vorantreiben möchten. Wir sind überzeugt, dass er uns mit seinen Fähigkeiten schnell helfen kann, zumal er alle athletischen Voraussetzungen mitbringt. Klar ist aber auch, dass wir Younes die notwendige Eingewöhnungszeit bei der Eintracht geben. Als gebürtiger Frankfurter wird er aber ohnehin keine Schwierigkeiten haben, sich wieder in seiner Heimatstadt einzuleben.“
Elversberg hat Ebnoutalibs Potenzial „früh erkannt“
In Elversberg verliert man den besten Torschützen (12 Treffer), freut sich aber über einen Verhandlungserfolg. Die SVE kann die Summe erhalten, mit der man von vornherein in die Verhandlungen gegangen sein soll. Einen Vorschlag der Eintracht, der Berichten zufolge über die Weihnachtstage eingegangen sei, hatte man bei lediglich 6,5 Mio. Euro abgelehnt. Frankfurt legte nach und erhielt noch vor Jahresende den Zuschlag bei 8 Mio. Euro.
Elversberg selbst hatte nur ein Jahr zuvor lediglich 50.000 Euro an Regionalligist FC Gießen für Ebnoutalib gezahlt. Nun geht der gebürtige Frankfurter für einen um fast 16.000 Prozent höheren Betrag ins Oberhaus. Für die 2. Bundesliga ist es der viertteuerste Winter-Export der Ligageschichte. Der teuerste Verkauf, den Elversberg zuvor verbuchte, war der Wechsel von Semih Sahin im letzten Sommer zum 1. FC Kaiserslautern (zu den teuersten Verkäufen der SV Elversberg).
„Dass in Younes jede Menge Potenzial steckt, haben wir früh erkannt“, erklärte SVE-Sportvorstand Ole Book in einer Mitteilung der Saarländer. „Er hat das vergangene Jahr genutzt, akribisch an sich gearbeitet und sich auf hohem Niveau bewiesen. Er hat sich den Schritt in die 1. Bundesliga verdient. Wir bedanken uns bei Younes für die kurze, aber sehr positive gemeinsame Zeit und wünschen ihm auf seinem weiteren Karriereweg nur das Beste.“