Kurz nach Beginn des neuen Jahres wird in der Historischen Stadthalle ein besonderes Konzert stattfinden. Die „Women of Wuppertal“ werden am 6. Januar auf der Bühne des Großen Saals stehen und singen. „WoW“, der interkulturelle Frauenchor der Bergischen Musikschule, vereint Frauen aus 20 Ländern, die in 30 Sprachen ihrer Herkunftskulturen singen. Aus den Alpen oder den Anden, alteingesessen oder gerade angekommen, Akademikerin oder Analphabetin – insgesamt etwa 80 Frauen singen bei „WoW“, 70 von ihnen werden festlich gekleidet auftreten. Unter dem Titel „Lieder und Geschichten wie Weihnachten“ werden Chormitglieder Geschichten von Frauen aus anderen Kulturkreisen erzählen und vor allem festliche Lieder singen. „Überall wird festlich gefeiert, aber „festlich“ ist überall anders. Allein schon das Äußere zu sehen, macht Spaß“, sagt Hayat Chaoui, die den Chor vor neun Jahren gründete und bis heute leitet. Für ihre Arbeit mit „WoW“ erhielt die Wahl-Wuppertalerin bundesweit mehrere Auszeichnungen und Preise. Geboren und aufgewachsen in Frankfurt, kam sie zum Gesangsstudium an die Hochschule für Musik und Tanz nach Wuppertal und lebt hier seit 2002. Sie konzertiert international als Solistin und lehrt als Dozentin klassischen Gesang und Stimmbildung. Von 2014 bis 2025 leitete sie den Fachbereich Gesang an der Bergischen Musikschule Wuppertal. Dort initiierte sie auch das Format KIWI-Kinder- und Wiegenlieder aus aller Welt. Seit 2025 ist sie Professorin für Klassischen Gesang und Vokalpädagogik am Institut für Musik der Internationalen Fachhochschule Osnabrück. Der marokkanische König ehrte sie 2013 und 2025 für ihre künstlerischen Verdienste mit einer Einladung an den königlichen Hof. „In Marokko haben wir mit 40 Frauen die Bühne gerockt“, erzählt Hayat Chaoui. Jetzt freut sie sich auf ein berührendes und mitreißendes Festkonzert zum Jahresauftakt. „In vielen Ländern wird das orthodoxe Weihnachten erst am 7. Januar gefeiert, wir werden am 6. Januar festliche Lieder aus aller Welt singen“, sagt sie.