Hunderte Tote

Russland bombardierte Mariupoler Theater – jetzt steht es wieder

29.12.2025 – 21:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Zerstörtes Theater in Mariupol (Archivbild): Hunderte Menschen wurden bei dem Angriff durch Russland getötet.Vergrößern des Bildes

Zerstörtes Theater in Mariupol (Archivbild): Hunderte Menschen wurden bei dem Angriff durch Russland getötet. (Quelle: ALEXANDER ERMOCHENKO/reuters)

Einst zerstörte Russland das Theater von Mariupol, Hunderte Menschen starben. Nun eröffnete das Gebäude wieder.

Russland hat das frühere Theater von Mariupol wieder eröffnet. Zur Einweihung richteten die russischen Behörden eine aufwendig inszenierte Gala aus, die landesweit im russischen Fernsehen übertragen wurde. Aufgeführt wurde das russische Märchen „Die scharlachrote Blume“.

Russland hatte das Theater im März 2022 während der Belagerung der ukrainischen Hafenstadt bombardiert, als dort Zivilisten, darunter auch viele Kinder, Schutz gesucht hatten. Diese hatten das Wort „Kinder“ auf Russisch in riesigen Lettern vor das Gebäude geschrieben. Bombardiert wurde es dennoch. Hunderte Menschen starben, das Theater wurde fast vollständig zerstört.

Laut russischen Staatsmedien wurden Fassade und Innenräume nun umfassend erneuert. Gezeigt wurden unter anderem eine rekonstruierte Marmortreppe, moderne Bühnentechnik und ein mehrere Tonnen schwerer Kristallkronleuchter im Zuschauerraum.

Die Wiedereröffnung wurde von den russischen Machthabern politisch aufgeladen. Denis Puschilin, Chef der von Moskau eingesetzten Verwaltung in der Region Donezk, erklärte: „Das Mariupol-Drama-Theater hat seine Tore für Zuschauer wieder geöffnet.“ Die dreijährigen Renovierungsarbeiten hätten das „historische Bild“ des Theaters mit seiner mit Skulpturen geschmückten Fassade wiederhergestellt und es mit „moderner Ausrüstung auf höchstem Niveau“ ausgestattet.

Der Wiederaufbau erfolgt vor dem Hintergrund massiver Zerstörungen in Mariupol. Nach UN-Schätzungen wurden während der Belagerung große Teile der Stadt beschädigt oder zerstört, Hunderttausende Menschen flohen. Human Rights Watch spricht von etwa 8.000 Toten, die Exil-Stadtverwaltung sogar von 22.000. Russische Behörden stellen die Sanierung einzelner Gebäude als Zeichen von Normalisierung dar, während der Angriff auf das Theater international weiterhin als mögliches Kriegsverbrechen bewertet wird.